Studie

Kinderarmut: Die ärmsten Kinder Bayerns leben in Franken

In Bayern leben etwas mehr Kinder in Armut, der Freistaat liegt jedoch unter dem Bundesdurchschnitt. Es gibt aber Orte mit hohen Quoten - auch in Franken.
Eine Mutter hält ihren Sohn an der Hand. Foto: Marcel Kusch/dpa
 
Mehr Kinder in Armut, aber eine Quote, die weiter deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt: Zwar stieg die Zahl der unter 18-Jährigen, deren Eltern Hartz-IV-Leistungen erhalten, in Bayern von 2011 bis 2015 um 7200 auf 141256 an. Der Freistaat liegt aber mit einer Quote von 6,8 Prozent (2011: 6,4 Prozent) noch immer deutlich unter dem Schnitt von 14,7 Prozent (2011: 14,3 Prozent). Dies geht aus einer aktuellen Berechnung der Bertelsmann Stiftung für Bundesländer, Städte und Kreise hervor. Zum Vergleich: Das Schlusslicht Berlin weist eine Quote von 32,2 Prozent auf.


Franken trauriger Spitzenreiter

Allerdings gibt es in Bayern vor allem bei den Städten erhebliche Unterschiede. Und die traurigen Spitzenreiter liegen mit Schweinfurt (21,9 Prozent), Hof (21,5 Prozent) und Nürnberg (20,3 Prozent) in Franken. Auch in Coburg liegt die Zahl mit 15,2 Prozent relativ hoch (2011 waren es 14,6 Prozent).

Im Gegensatz zu den Städten liegen die Quoten in den Kreisen deutlich tiefer und pendeln sich nahezu bayernweit unter dem Durchschnitt von 6,8 Prozent ein. Allerdings gibt es auch hier regionale Unterschiede. So liegen die Quoten in den Kreisen Bamberg (3,4 Prozent) und Erlangen-Höchstadt (3,2 Prozent) im bayernweiten Vergleich im unteren Bereich. Und während beispielsweise die Kreise Bad Kissingen und Kronach knapp über fünf Prozent liegen, sind es in Kulmbach (7,3 Prozent) und Hof (7,1 Prozent) knapp zwei Prozentpunkte mehr.


Häufig mehrere Kinder

Auch bei der Dauer der Hartz-IV-Abhängigkeit liegt Bayern deutlich unter dem bundesweiten Vergleich: 46,9 Prozent der armen Kinder von 7 bis 14 Jahren sind mehr als drei Jahre auf Grundsicherungsleistungen angewiesen. Bundesweit liegt der Schnitt bei 57,2 Prozent. Mehr als die Hälfte der Kinder leben bei einem alleinerziehenden Elternteil, von den Kindern in Paarfamilien lebt in Bayern knapp die Hälfte in einer Familie mit drei und mehr Kindern.

Bundesweit nimmt die Kinderarmut stärker als in Bayern zu, jedoch auch hier mit großen regionalen Unterschieden: In Ostdeutschland sinkt die Quote auf 21,6 Prozent, bleibt damit aber auf hohem Niveau. Im Westen ist die Quote 2015 mit 13,2 Prozent höher als 2011. dpa/chp

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