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Verkehr

Heeresstraße ist wieder ein Thema in Schweinfurt

Die Stadt Schweinfurt befragt und zählt demnächst Autofahrer - sie folgt damit der Bitte von Dittelbrunn und Üchtelhausen, die Straße doch noch zu öffnen.
Die Heeresstraße war zumindest in der Stadt lange keine Thema mehr, weil ihr Ausbau als eher nicht nötig erachtet wurde. Jetzt gerät sie durch eine Befragung von Autofahrern wieder in den Fokus. Foto: Hannes Helferich
 
Als der Abzug der Amerikaner bekannt wurde, war die Öffnung der Heeresstraße eines der ersten Themen. Es deutete sich sogar erstaunlich schnell an, dass das zumindest für den Pkw-Verkehr nur eine Frage der Zeit ist. Die Euphorie auf Seiten der Stadt hielt aber nicht lange an, als Probleme wie das Wasserschutzgebiet am Seelenvater, der Straßenzustand und die unkontrollierte Nutzung durch zu schnell fahrende Autos auftauchten.
Im Stadtrat und im Rathaus gab es recht schnell eine Mehrheit dafür, es beim status quo mit den Schranken zu belassen, die Vierräder aussperren. Jetzt öffnet die Stadt die Tür wieder einen Spalt, führt eine Befragung von Autofahrern durch und erfüllt damit einen Wunsch der an einer offenen Heeresstraße interessierten Gemeinden Üchtelhausen und vor allem Dittelbrunn.


Stadtgebiet wird einbezogen

Beide Gemeinden haben im Hinblick auf eine Machbarkeitsstudie zum Ausbau der Heeresstraße eine Untersuchung zur verkehrlichen Auswirkung einer Nordumfahrung Schweinfurts zwischen der B 286 (nach Maibach) und der Niederwerrner Straße - mit Anbindung der Gemeinden - in Auftrag gegeben. Verkehrszählungen und die Befragung von Autofahrern fanden im April an vier Zufahrtsstraßen nach Schweinfurt statt: An der B 286 nach Maibach, an den Kreisstraßen nach Dittelbrunn und Zell und an der Staatsstraße nach Üchtelhausen.
Weil eine darauf fußende Prognose für mehrere Trassen-Varianten weit aufschlussreicher ist, wenn sie auch Schweinfurter Gebiet einschließt, wandten sich die Gemeinden an die Stadt, auf ihrem Gebiet gleiches zu tun. Baureferent Ralf Brettin empfahl dem Stadtrat diese sogenannte "Aufstockung" der laufenden Verkehrsuntersuchung.

Jetzt war sie Thema im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates. Brettin warb für die Befragung, weil sich damit die Aussagen des Verkehrsentwicklungsplans verifizieren ließen und man möglicherweise hilfreiche Hinweise zur Straßenanbindung Landesgartenschau 2026 erhält.

Zuvorderst Thomas Schmitt (Grüne) forderte mit Vehemenz zu einem Nein auf. Von einem Ausbau der Heerestraße hätten sich Stadt und Stadtrat wegen der Millionen, die ein Ausbau kostet, eigentlich verabschiedet. Mit einer Befragung gehe man wieder einen ersten Schritt Richtung Ausbau, das sei "Salamitaktik", die er ablehne, wetterte Schmitt. Schweinfurt habe große Projekte wie eine Stadthalle oder das Kulturforum am Martin-Luther-Platz vor Augen, "da wird mir allein bange".

Dem Grünen pflichteten die Fraktionschefs von SPD und Linken bei. Man habe das Thema vielfach diskutiert, sich festgelegt, nicht auszubauen, stellte Ralf Hofmann (SPD) fest. Eine solche Befragung wecke wieder die Hoffnung der Gemeinden. Es müsse beim Nein bleiben, zumal es "berechtigte Hinweise" auf Probleme etwa in der Gartenstadt gebe.

Frank Firsching (Die Linke) zeigte Verständnis für das Interesse Dittelbrunns am Ausbau der Heeresstraße auf Kosten der Stadt. "Das würde ich als Bürgermeister von Dittelbrunn auch so machen." Man habe aber im Stadtrat mehrheitlich ganz klar Position gegen einen Ausbau bezogen und sollte sich dem Druck nicht beugen. Einzige Lösung wäre, merkte Firsching augenzwinkernd an, dass Dittelbrunn einen Eingemeindungsantrag stellt. "Dann kann man drüber reden."


Partnerschaftliches Miteinander

Brettin blieb bei seiner Meinung, zumal eine solche Befragung noch kein Einstieg in den Ausbau sei. Auch OB Sebastian Remelé warb für die Aktion, zum einen mit Blick auf ein partnerschaftliches Miteinander, zum anderen sei nicht auszuschließen, dass das Ergebnis der Befragung die derzeitige Haltung der Stadt stützt.
CSU-Fraktionschef Stefan Funk erhofft sich Aufschlüsse zum immer wieder diskutierten direkteren Anschluss des Nordens an die Schulen und die Industrie, statt dem Umweg "übers Nadelöhr Obertor". Dann Abstimmung: CSU (7), OB und Georg Wiederer (FDP) folgten dem Vorschlag. Die sechs Gegenstimmen waren SPD (3), prosw, Linke und Grüne.

Was wird nun gemacht? Die Aktion soll im September kurz nach den Sommerferien an einer Zähl- und Befragungsstelle in der Niederwerrner Straße (Sachs-Stadion) stattfinden. Gezielt befragt werden sollen die Autofahrer zu ihrer Meinung zum Ausbau der Heeresstraße und zu einem im VEP angedachten Anschluss an den Hainig, also an die Gretel-Baumbach-Straße. Hannes Helferich
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