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Freizeit

Die Schönheit des "Saumains" in Schweinfurt

Das Naturschutzgebiet mit Aussichtsplattform an der Marienbrücke ist Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen.
Die Maxbrücke und die Marienbrücke (im Hintergrund) überspannen das Naturschutzgebiet.  Foto: Anand Anders
 
Ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt? Schweinfurt hat ein solches, den 1300 Meter langen Saumain, der es samt Uferbewuchs auf eine Größe von 11,6 Hektar bringt. Das Überbleibsel aus der Zeit vor dem Flussausbau für die Schifffahrt in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist heute auch ein wichtiges Quartier für die Wintervögel. Das Flachgewässer friert selten zu.
Von seiner schönsten Seite zeigt sich das einzige Schweinfurter Naturschutzgebiet von der Aussichtsplattform an der Marienbrücke (Zufahrt zum Konferenzzentrum auf der Maininsel) gleich neben dem Kiosk der Minigolfanlage. Wander- und Spazierwege entlang des Schutzgebietes gibt es am Hutrasen und gegenüber am Konferenzzentrum.


Wilde Vergangenheit

Der Blick von der Plattform entführt in die wilde Vergangenheit des Flusses, als der Main noch keine Anhäufung von Seegewässern zwischen 34 Staustufen war, als sich der Fluss durch Auwälder schlängelte. Schilf-Inseln mit Weidengebüsch, von der Natur geschaffene Stufen im Flussbett, Schwimmpflanzen (vor allem Teichrose und Laichkraut) machen auf sich aufmerksam.
Das 1,3 Kilometer lange und schnell fließende Flachwasser des Altarms des Mains zweigt oberhalb der Cramer-Mühle vom großen Fluss ab, umschließt die obere Maininsel mit der Mühle, nähert sich an der Maxbrücke am Walzenwehr dem Hauptlauf, um anschließend die zweite und größere Maininsel (Tagungszentrum) zu bilden. Bei der unteren Schleusenausfahrt endet der Saumain im Main.


Vom Aussterben bedroht

Offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt wurden die 11,6 Hektar im November 1993. Dichter Bewuchs schützt heute die Pflanzen, Vögel, Fische, Amphibien und Insekten vor zu aufdringlichen Gästen. Seit 2005 ist der Saumain auch anerkanntes Vogelschutzgebiet. Löffelente, Braunkelchen und Wasserralle, eine Vogelart aus der Familie der Rallenvögel kommen vor, brüten hier. Diese Vogelarten gelten - wie auch der hier wuchernde Röhrich - als vom Aussterben bedroht. Ähnlich rar haben sich in unseren Breiten viele der 18 am Saumain heimischen Tagfalterarten gemacht, die sich den Lebensraum mit fünf Heuschrecken- und sieben Libellenarten teilen: Einen Lebens-, besser Regenerationsraum, in dem Bauarbeiten, die Anlage von Wegen und Plätzen, die Entnahme von Wasser verboten ist. Grillfeste gibt es hier keine. Und beim Wassersport dürfen nur die Kanuten in einem Teilstück aktiv sein.


Winterquartier für Vögel

Zu den Vögeln, die am Saumain überwintern, gehören Gänse- und Zwergsäger, Schnell- und Pfeifenten, Silberreiher, aber auch Rohrdommel und Wasseramsel, Tafel-, Reiher- und Stockenten, Hauben- und Zwergtaucher, und aus der Sparte der Singvögel: Erlenzeisig, Gimpel, Finken, Kernbeißer, Meisen und Drosseln. Mitunter zeigt sich auch der Eisvogel, bevorzugt in der Nähe der Maxbrücke.
Der Teil des Saumains an der Cramer-Mühle grenzt an das Erholungsgebiet "Wehranlagen" mit dem Botanischen Garten, den Carl Sattler in den Jahren 1869 bis 1890 mit Pflanzen aus Nordamerika bestücken ließ. 690 Bäume stehen in der Wehr I, darunter mächtige Ahornbäume, Hickorynuss, Roteiche, Schwarznuss, Bitternuss, Geweihbäume, Douglasien, Hain-, Stein- und Rotbuche, Tulpenbaum, Bergulme und Sumpfeiche. Gewächse aus Asien zieren den Hügel am Stadtparksaal, etwa der Perlschnurbaum, die Flügelnuss, die Ziereiche und der Blauglockenbaum. Gerd Landgraf
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