Die neueste Ausstellung im Haus der Langen Rhön befasst sich mit der Vielfalt der Holzschnitzerei. Holzbildhauermeisterin Kerstin Genschow aus Kaltennordheim-Klings zeigt einen Querschnitt ihrer Werke unter dem Motto "Hier wird traditionelle Handwerkskunst noch gelebt". Gezeigt werden außerdem auch Stücke von jungen Nachwuchskünstlern, die bei ihr Grundkenntnisse in der Holzschnitzerei lernen.

Kerstin Genschow ist seit 2004 an Grundschulen in Thüringen unterwegs, um die traditionelle Handwerkskunst der Holzschnitzerei Schülern zu vermitteln. Ihr Enkel Frhard Genschow, der bei der Ausstellungseröffnung mit dabei war, zeigte, wie er mit Hohl- und Kerbschnitt die ersten Gehversuche im Handwerk unternimmt. Zu seinen liebsten Arbeiten gehören diverse Logos von Fußballmannschaften und landwirtschaftlichen Fahrzeugen, die er in einer Art Relief ausarbeitet mit den passenden Farben versieht.
Geschnitzt wird von den jungen Leuten vorwiegend in Lindenholz. "Es ist mir wichtig, dass die traditionelle Handwerkskunst nicht verloren geht", erklärte Kerstin Geschnow ihr Engagement für die jungen Menschen. Neben Arbeiten ihres Enkels sind auch Arbeiten von Noah Kram (Zella, Thüringen) und Stella Reinaus (Klings) zu sehen.
Das Handwerk der Holzschnitzerei lernte Kerstin Genschow 1983 in der Schnitzschule Empfertshausen. Von 1996 bis 1999 absolvierte sie die Meisterausbildung und seit 2000 ist sie als selbstständige Holzbildhauermeisterin tätig. Mit der Ausstellung in Oberelsbach möchte sie zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten im Kunsthandwerk sind. Ausgestellt werden Auftragsarbeiten, die seit 2000 entstanden sind. Dazu zählt ein Wildschwein, verschiedene Eulen, Engel, die Heilige Familie, eine Madonna mit Kind, ein Dachdecker, der für eine Firma entstand, diverse Rhönfiguren bei der Heumahd und der Getreideernte. Der Heilige Antonius und ein Jäger vervollständigen die Ausstellung. Ihre Figuren sind teilweise farbig gefasst, teilweise gebeizt oder naturbelassen. Die farbigen Gestaltungen nimmt die Holzbildhauermeisterin selbst nicht vor.
Kleinere Gebrauchsgegenstände, wie sie in früher von Händlern an der Haustüre verkauft wurden, hat Kerstin Genschow ebenfalls mitgebracht, dazu zählt ein mit Schnitzereien verziertes Salatbesteck, eine Obstschale und ein Butterteller.
Zu ihren Spezialitäten gehören Eulen. "Ich habe einen Faible für diese Tiere", sagte sie. Wer schon einmal beim Rhöner Wandertag mit dabei war, kennt möglicherweise den Stab, der stets von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort weiter gereicht wird. Er wurde von Kerstin Genschow gefertigt und trägt neben dem Rhön-Schriftzug auch eine Eule. Auch am Hochrhöner hat sie eine Sitzgruppe mit Eulen gestaltet.
Michael Dohrmann, zuständig für die Ausstellungen im Haus der Langen Rhön und Klaus Spitzl, der allerdings in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Oberelsbach anwesend war, dankten der Holzbildhauermeisterin für ihr Engagement in der traditionellen Holzschnitzerei und ihre Bereitschaft in Oberelsbach auszustellen. Vor allem aber sei ihr Engagement um die Jugend hervorzuheben. "Wie sollen die jungen Menschen, denn sonst einen Bezug zum Holz bekommen", meinte Klaus Spitzl.
Die Ausstellung im Haus der Langen Rhön ist bis 8. Januar zu sehen. Täglich von 10 bis 17 Uhr, ab November von 10 bis 16 Uhr, dienstags ist geschlossen. me