Bad Neustadt an der Saale
Handball 3. Liga

Unerklärlicher Einbruch beim HSC

Die Rothosen verschenken einen sicher geglaubten Sieg.
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Freie Fahrt für Maximilian Kalliske, der zwei Treffer bei der unnötigen Heimniederlage des HSC Bad Neustadt-Rhön gegen den TV Germania Großsachsen erzielte. Foto: Anand Anders
Freie Fahrt für Maximilian Kalliske, der zwei Treffer bei der unnötigen Heimniederlage des HSC Bad Neustadt-Rhön gegen den TV Germania Großsachsen erzielte. Foto: Anand Anders
HSC Bad Neustadt-Rhön - TV Germania Großsachsen 27:29 (13:13).
War der kurz vor dem Anpfiff abgespielte Narrhalla-Marsch ein schlechtes Omen für dieses närrische Spiel des HSC Bad Neustadt zwischen der 43. und 52. Minute? Auf die Frage von Moderator Florian Demling beim Trainergespräch ("Wie konnten wir dieses Spiel nach einer 23:17-Führung noch verlieren?") wusste Trainer Margots Valkovskis nach der 27:29- (13:13)-Heimniederlage in der Dritten Liga Ost gegen den TV Germania Großsachsen keine wirkliche Antwort. "Es ist mir momentan völlig unerklärlich, wie wir dieses Spiel noch verlieren konnten. Vielleicht war es ein Fehler, dass ich eine frühe Auszeit bei deutlicher Führung genommen habe. Die letzte Viertelstunde war jedenfalls grausam", so Valkovskis.

Tatsache war, dass die Gastgeber zwei sicher geglaubte Punkte herschenkten und den nimmermüden Gast durch Fehlpässe und technische Schnitzer (Fußfehler, Stürmerfouls) solange aufbauten, bis dieser die Wende einläutete, "an die ich eigentlich nicht mehr geglaubt hatte und der mich daher umso glücklicher macht", wie TV-Trainer Stefan Pohl sagte. Dabei war schon in den Anfangsminuten festzustellen, dass die heimische Deckung mit den Spielern auf den gegnerischen Halbpositionen nicht zurecht kamen, insbesondere nicht mit dem in Sachen Wurftechnik hervorragende Jan Triebskorn. Bis zum Seitenwechsel wechselte die Führung ständig. Zu diesem Zeitpunkt saß Jan Wicklein bereits auf der Bank mit Verdacht auf Oberschenkelzerrung. Gar nicht mitwirken konnten Timo Riesenberger (Ellenbogenverletzung) und Felix Schmidl, der sich im Abschlusstraining eine Nackenverletzung zugezogen hatte und so kurzfristig von Fabian Tatzel, der seine Saisonpremiere in der Drittligamannschaft feierte, ersetzt wurde.
Wie schon in den letzten Begegnungen kamen die Valkovskis-Schützlinge nach ausgeglichener erster Halbzeit hellwach aus der Kabine. Ein Doppelpack von Singwald sorgte für die erste Zwei-Tore-Führung. TV-Spielmacher Robin Unger verkürzte per Siebenmeter. Weder Nick Weber noch Tatzel vermochten die insgesamt fünf Siebenmeter, die die gut leitenden Berliner Schiedsrichterinnen verhängten, zu parieren.


Mit sechs Toren geführt

Nach dem 16:15 begann die beste Phase der Hausherren. Im Angriff lief es wie geschmiert, in der Defensive wurden Würfe abgeblockt und Konter gelaufen. Filip Milutinovic, Maximilian Schmitt, Wicklein per Siebenmeter sowie noch einmal Milutinovic sorgten binnen vier Minuten für eine komfortable Fünf-Tore-Führung, die mit einem Singwald-Gewaltwurf und einer Flugeinlage von Martin Bieger auf sechs Tore ausgebaut wurde. In der 42. Minute schien beim Stand von 23:17 der nächste Heimsieg perfekt. Glaubten jedenfalls die 743 Zuschauer, was Rekordkulisse in dieser Saison bedeutete. Mit seiner zweiten Zeitstrafe läutete Konstantin Singwald unfreiwillig die Wende ein. Nach dem 23:18 nahm Margots Valkovskis die angesprochene Auszeit. "Vom Ergebnis her wäre sie nicht notwendig gewesen." Der Gegner profitierte jedenfalls von den folgenden Unkonzentriertheiten der HSC-Spieler. Mit Fußfehlern, deren Ausgangspunkt schlechte Anspiele waren, unplatzierten Würfen, mit denen man den bis dahin keineswegs herausragenden Marius Fraefel im TV-Kasten aufbaute, und einem vergebenen Strafwurf von Wicklein beim Stand von 23:21, wurde die Partie unversehens wieder spannend.
Als Philipp Ulrich vom Kreis zum Ausgleich (23:23) einnetzte, kam Unruhe auf der Tribüne auf. Die zehnminütige Torflaute beendete Gary Hines mit dem 24:23. Doch Germania ließ sich nicht abschütteln, ging durch ihren Rechtsaußen Michell Hildebrandt erstmals in Führung (26:25) und baute diese vorentscheidend auf 28:25 aus (58.).
Tore für den HSC: Gary Hines (6), Konstantin Singwald (6), Maximilian Schmitt (4/2), Franziskus Gerr (3), Maximilian Kalliske (2), Filip Milutinovic (2), Vilim Leskovec (2), Martin Bieger (1), Jan Wicklein (1/1).
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