Bad Neustadt an der Saale

Siemens wird Zentrum für digitale Anwendungen

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner überreicht Förderbescheide in Millionenhöhe unter anderem an die Firma FGB Steinbach aus Salz
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Die neue Arena der Digitalisierung in den Siemens-Hallen war Schauplatz eines ersten Kongresses zum Thema Digitale Anwendungen in der Metallbearbeitung.  Foto: Stefan Kritzer
Die neue Arena der Digitalisierung in den Siemens-Hallen war Schauplatz eines ersten Kongresses zum Thema Digitale Anwendungen in der Metallbearbeitung. Foto: Stefan Kritzer
Rund um die neue Arena der Digitalisierung hat die Siemens AG erstmals einen Kongress veranstaltet. Thema der zweitägigen Veranstaltung war die Digitalisierung in der Metallbearbeitung. Zum Abschluss lobte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner den Kongress und überbrachte Förderbescheide für zwei neue Projekte.

Die beiden geförderten Maßnahmen für neue digitale Anwendungen im Bereich der Metallbearbeitung haben ein Gesamtvolumen von 3,1 Millionen Euro.
Und sie sind erst der Auftakt einer mit 10 Millionen Euro geförderten Zentrumsgründung für digitale Anwendungen, die rund um Siemens in der Kreisstadt entstehen soll.
Rund 100 Teilnehmer verzeichnete Siemens beim ersten Kongress zum Thema "Digitalisierung in der Metallbearbeitung - Chancen für Industrie, Mittelstand und Wissenschaft". In der neuen Arena der Digitalisierung in den Siemens-Hallen sowie in der Stadthalle informierten sich die Teilnehmer über neue Möglichkeiten rund um das Thema Digitalisierung, die sowohl kleinere und mittelständische Unternehmen wie auch große Industriebetriebe vor neue Herausforderungen stellt. Unternehmen der Fertigungstechnik müssen auf immer differenzierte Kundenwünsche eingehen bei gleichzeitig zunehmenden Anforderungen an Individualisierung und Qualität.
Beim Digitalisierungskongress wurden nun Chancen und Potenziale sowie die Auswirkungen auf den industriellen Wandel von Fachleuten aus Hochschule wie auch Vertretern von Werkzeugmaschinenbauern sowie Experten von Siemens diskutiert. "Die Digitalisierung hält längst Einzug in die verarbeitende Industrie", sagte Siemens-Vorstand Klaus Helmrich bei der Abschlussveranstaltung in der Arena der Digitalisierung. Insbesondere hob Helmrich das Zusammenspiel von Anwendern, Herstellern und Wissenschaft hervor und bekräftige, den Kongress sukzessive zu einer Jahrestagung für digitale Anwendungen des Mittelstands in Bad Neustadt ausbauen zu wollen. "Diese richtet sich an Partner in der Region ist aber auch offen für andere Unternehmen", so Helmrich.
Zur Abschlussveranstaltung waren eigens Landtagspräsidentin Barbara Stamm, der Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner sowie die Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner gekommen. "Die Digitalisierung ist der zentrale Innovationstreiber in der Wirtschaft, gerade auch in der Metallverarbeitung", sagte Aigner. "Wir wollen die hier in der Region vorhandenen Kompetenzen weiter stärken und die Unternehmen vor Ort fit machen für die digitale Zukunft." Bad Neustadt soll in diesem Zusammenhang laut Aigner zu einem "Zentrum für digitale Anwendungen in der Metallverarbeitung" werden. "Die ersten beiden Projekte sind jetzt startklar und werden vom Bayerischen Wirtschaftsministerium mit rund 2,2 Millionen Euro gefördert", sagte die Ministerin bei der Förderbescheidübergabe. Aigner weiter: "Ich bin zuversichtlich, dass wir zusammen mit Wirtschaft und Wissenschaft wichtige Impulse für eine nachhaltige Entwicklung in der Region setzen können. Dafür stehen uns in den kommenden Jahren insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung." Zudem verwies Aigner darauf, dass der Aktionsplan für Bad Neustadt erste Erfolge zeigt: "Nach den von Siemens bekannt gegebenen Umstrukturierungsmaßnahmen haben wir umgehend mit einem Aktionsplan reagiert. Durch Förderung innovativer Themenfelder wie Industrie 4.0 und Telemedizin erschließen wir Zukunftspotenziale für die Region. Vor allem im Bereich Elektromotoren beziehungsweise Automotive ist hier viel Know-how vorhanden, an das wir nahtlos anknüpfen können."
Die ersten beiden vom Wirtschaftsministerium geförderten Projekte erhalten nun ihre Anschubfinanzierung. Partner bei allen Projekten sind die Siemens AG und Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Das Forschungsgebiet Sensorik in der Produktion (ProDiMe) wird vollständig an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt unter zukünftiger Einbeziehung bayerischer Unternehmen umgesetzt und erhält eine Förderung in Höhe von 1,3 Millionen Euro (Gesamtvolumen 1,7 Millionen Euro).
Ein maschinell lernendes optisches Prüfsystem (MoPs) wird von der Firma Fertigungsgerätebau A. Steinbach GmbH & Co. KG aus Salz in Zusammenarbeit mit Siemens und der Hochschule Würzburg-Schweinfurt entwickelt. Fördergelder des Wirtschaftsministerium gehen hier an die Hochschule (326.415 Euro) sowie an die Firma FGB Steinbach (557.862 Euro). Das Gesamtvolumen dieses Projektes beläuft sich auf 1,6 Millionen Euro. Stefan Kritzer
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