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Neuer Star auf dem Kreuzberg

Tiersegnung durch Georg Andlinger und Neuzugang Bernhardiner Joseph
Joseph heißt der neue Bernhardiner auf dem Kreuzberg. Das Weihwasser gefiel ihm weniger gut. Auf dem Foto (von links): Pater Georg Andlinger, Bruder Wolfgang, Geschäftsführerin der Klosterbetriebe Angelika Somaruga und ihr Mann Helmut. Foto: Marion Eckert
 
von MARION ECKERT
Für Pater Georg Andlinger war es die erste Tiersegnung auf dem Kreuzberg. Ein echter Star war der neue Bernhardiner auf dem Kreuzberg mit Namen Joseph. Die alte Hündin Rana musste eingeschläfert werden und für alle Verantwortlichen am Kreuzberg stand fest, dass ein neuer Bernhardiner angeschafft wird.

Joseph ist dreieinhalb Jahre alt und lebte als Kettenhund in Rumänien. Vor diesem Schicksal wurde er gerettet und darf sich nun auf dem Kreuzberg seines Lebens freuen. Joseph ist der besondere Freund und Begleiter von Bruder Wolfgang, der den kräftigen jungen Hund bändigen kann.
Aber auch Altbraumeister Ludwig Klebl lässt es sich natürlich nicht nehmen, jeden Tag mit Joseph seine Runden am Kreuzberg zu drehen. Pater Georg sprach von eigenen Kindheits- und Jugenderinnerungen mit allerlei Tieren auf dem Bauernhof seines Onkels im Münsterland. Pferde, Kühe, einen Ziegenbock, Enten und Gänse, Katzen und natürlich Hunde gab es auf diesem Hof.
Er selbst habe als Kind und Jugendlicher auch einen Hund gehabt. "Ich habe viele schöne Erinnerungen im Umgang mit Tieren", sagte Pater Georg.
Zur Segnung waren vor allem Kreuzbergbesucher mit Hunden gekommen, aber auch drei Reiter waren dabei. Pater Georg erinnerte an die Tierliebe des Heiligen Franziskus, der sich in einer geschwisterlichen Verbundenheit mit den Tieren sah.
Bereits im Alten Testament, in den zehn Geboten, sei im dritten Gebot nicht nur die Rede davon, dass die Menschen den Sabbat zu heiligen haben, sondern auch den Tieren ein Tag der Ruhe zu gönnen sei. Dies sei zu damaliger Zeit vermutlich nicht für Hunde und Katzen geschrieben worden, sondern für Ochs und Esel, die schwere Arbeit zu verrichten hatten. Es entspreche der göttlichen Ordnung, auch den Tieren einen Tag der Ruhe zu gönnen, weil sie Geschöpfe Gottes seien.
So sei die Tiersegnung auch die "rechte Gelegenheit an die Nutz- und Schlachttiere zu denken", erklärte Pater Georg, die auch Geschöpfe Gottes und oftmals üblen Bedingungen ausgeliefert seien.
Jeder, der ein Tier seinen lieben Begleiter nenne, dürfe sich vergegenwärtigen, dass Tiere keine Materie zur Produktion von Lebensmitteln seien.
Und noch eine Geschichte hatte Pater Georg für die Menschen. Als Junge hat er die Kühe auf dem Bauernhof seine Onkels gerne zum Melken nach Hause geholt. Immer gingen die Kühe auf den selben Platz im Stall, das war nicht zu ändern. Als er das eines Tages probierte, zeigte ihm die Kuh, dass sie beharrlich, geduldig und hartnäckig auf ihren Platz im Stall zurück ging. Eines Tages aber ging eine Kuh nicht in ihre Box, sondern blieb davor stehen. Es wurde nachgeschaut und siehe da, vor der Futterkrippe hatte eine Katze ihre Jungen im Stroh zur Welt gebracht. "Die Kuh hatte die Situation offenbar erkannt und sich dann so hingelegt, dass auch die Katze und ihre Jungen genügend Platz hatten. So können Tiere miteinander umgehen", kommentierte Pater Georg dieses beeindruckende Erlebnis aus seiner Kindheit.
Schließlich wurde für alle Tiere als Mitgeschöpfe gebetet, dass sie bewahrt werden vor Krankheit, Seuchen und Gefahren. Aber auch für die Tierhalter, dass sie mitfühlend und mit liebevoller Hand ihrer Schützlinge versorgen. Marion Eckert
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