Sandberg

Keine Infos gewünscht

In Sandberg stimmten die Bürger gegen den Eintritt in die Konzeptphase zur Planung eines Nationalparks Rhön
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Mit 75 Prozent sprachen sich die Sandberger Bürger, die die Möglichkeit einer Abstimmung wahrgenommen haben, gegen weitere Informationen und den Eintritt in die Konzeptphase zur Planung eines Nationalparks Rhön aus. Das Bild zeigt Detlef Dietz von der Gemeindeverwaltung beim Öffnen der Wahlurne.  Foto: Marion Eckert
Mit 75 Prozent sprachen sich die Sandberger Bürger, die die Möglichkeit einer Abstimmung wahrgenommen haben, gegen weitere Informationen und den Eintritt in die Konzeptphase zur Planung eines Nationalparks Rhön aus. Das Bild zeigt Detlef Dietz von der Gemeindeverwaltung beim Öffnen der Wahlurne. Foto: Marion Eckert
75 Prozent der Sandberger Bürger, die an der Abstimmung teilgenommen haben, haben sich gegen den Eintritt in die Konzeptphase zur Planung eines Nationalparks Rhön ausgesprochen. Von 2.082 Abstimmungsberechtigten haben 789 die Möglichkeit wahrgenommen, 593 votierten mit Nein und 195 haben mit Ja gestimmt, eine Stimme war ungültig. Allerdings lag die Abstimmungsbeteiligung bei nur 37,98 Prozent.

Eine Woche hatten die Bürger der Gemeinde Sandberg die Möglichkeit an der Befragung teilzunehmen. "Sind Sie dafür, nähere Informationen zu erfahren und in die Konzeptphase zur Planung eines Nationalpark Rhön einzutreten?", lautete die Frage auf dem Abstimmungszettel. Zur Auswahl stand: "Ja ich bin für den Eintritt in die Konzeptphase" oder "Nein ich bin gegen den Eintritt in Konzeptphase."
Detlef Dietz aus der Gemeindeverwaltung gab das Ergebnis bekannt. Einige Bürger, unter ihnen die beiden Gemeinderäte Edgar Kessler und Siegfried Söder, waren gekommen, um die Verlautbarung direkt mitzuerleben. Zuvor hatte Dietz pünktlich um 12 Uhr die Abstimmung für beendet erklärt und die Wahlurne, in der sich die grünen Abstimmungszettel befanden, geöffnet.
Bei der Auszählung standen ihm Sandra Hübner und Margarethe Holzheimer aus Gemeindeverwaltung zur Seite. Schnell wurde deutlich, dass der Stapel der Nein-Stimmen den der Ja-Stimmen deutlich überstieg.
Gemeinderat Edgar Kessler (Langenleiten) kommentierte das Ergebnis: "Es ist hervorragend. Das ist mein Wunsch und auch die Bürger wünschen es sich so." Er begründete seine Haltung wie folgt: "Bei uns ist die Natur in Ordnung. Unsere Vorfahren haben die Natur aufrecht erhalten, da braucht es nun keinen Urwald, um eine Wildschweinplage auszulösen. Spaziergänger, Radfahrer und Reiter haben jetzt die Möglichkeit, die Wege zu nutzen, das hätten wir in einem Nationalpark nicht mehr."
Diese Argumentation sah Pius Bühner (Sandberg) als falsch an. Sicherlich, mit dem Ergebnis habe er in dieser Form schon gerechnet. "Es war zu erwarten. Die Argumente und Begründungen der Gegner sind hanebüchen. Schlimm ist, dass man das Endergebnis nicht sehen will." Aus dem Abstimmungsergebnis gehe nicht hervor, wie die Ortsteile abgestimmt haben, bedauerte Bühner.
Grundsätzlich sah er die Abstimmung als "unnötig" an. "Zumindest in dieser Phase. Das ist totaler Quatsch." Zum Abschluss merkte er noch an, dass er die, die ein Wegegebot fürchten, auf seinen Touren im Salzforst in den vergangenen Jahren nicht angetroffen habe. "Das sind höchstens Wanderer oder Leute von Neustadt, die zum Kreuzberg wollen." Am kommenden Donnerstag steht das Thema Nationalpark auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Es bleibt abzuwarten, wie die Vertreter der Gemeinde mit dem Ergebnis umgehen werden. me
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