Blick in die Rhöner Arbeitswelt

Die Christlich Soziale Arbeitnehmer Union lud zum Austausch ein
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Betriebsbesichtigung bei der Firma Werner Objekteinrichtungen durch die CSA (Christlich Soziale Arbeitnehmer Union).  Foto: Marion Eckert
Betriebsbesichtigung bei der Firma Werner Objekteinrichtungen durch die CSA (Christlich Soziale Arbeitnehmer Union). Foto: Marion Eckert
Moderne und zukunftsorientierte Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und zu erhalten, dafür macht sich die CSA (Christlich Soziale Arbeitnehmer Union) im Landkreis Rhön-Grabfeld stark. Kreisvorsitzender Konrad Tripp lud zur Betriebsbesichtigung und zum Austausch in die Firma Werner Objekteinrichtungen ein, da dieser Betrieb ein Beispiel dafür sei, wie in der oberen Rhön hochtechnisierte Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden können.

Zunächst gab Bruno Werner einen Einblick in die Unternehmensgeschichte, die 1979 mit einem Lehrling begann, der heute noch im Unternehmen beschäftigt ist. Mittlerweile seien 50 Mitarbeiter im Werk in Unterweißenbrunn tätig und 20 Mitarbeiter im Fachmarkt in Bischofsheim.
Bereits 1982 erfolgte der Neubau der Schreinerei auf dem heutigen Gelände, ständige Investitionen und Erweiterungen folgten. Werner berichtete von einer nahezu durchgängigen Bautätigkeit. Der erste Holzfachmarkt wurde 1993 in Bischofsheim eröffnet, 2004 erfolgte dann der Umzug in das ehemalige Baywa-Gelände. "Unser Ziel war es, einen ländlichen Markt auf dem Land aufzubauen, der alles bietet, vom Futtermittel über Baustoffe bis zu Haushaltswaren und regionale Produkten." Einzugsgebiet sei auch das nahe Hessen und nahe Thüringen.
Gute Lehrlinge zu bekommen, sei auch kein Problem, betonte Werner.
Favorisiert werden Schüler mit dem mittleren Bildungsabschluss beziehungsweise Realschule, da das Unternehmen sehr hochtechnisierte Maschinen habe und sehr breit gefächert aufgestellt sei. Ziel sei es die Lehrlinge nach der Ausbildung in den Betrieb zu übernehmen. "Wer bei uns lernt, der soll auch da bleiben können." Die Firma Werner Objekteinrichtungen ist Deutschlandweit tätig teilweise auch im europäischen Ausland. Namhafte Firmen gehören zum Kundenstamm, die Ladeneinrichtungen und Messestände in Unterweißenbrunn fertigen lassen.
Zur Betriebsbesichtigung waren neben Landrat Thomas Habermann und dem Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner auch die Bürgermeister der Kreuzbergallianz aus dem Landkreis Rhön Grabfeld gekommen, Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert, Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb, Sandbergs Bürgermeisterin Sonja Reubelt und Schönaus Bürgermeister Rudi Zehe. Über die große Resonanz zur Veranstaltung der CSA freute sich Konrad Tripp besonders.
Landrat Thomas Habermann betonte die niedrige Arbeitslosenquote im Landkreis, die bei 2,2 Prozent liege und die geringste seit der Grenzöffnung sei.
Einig waren sich die Vertreter von Politik und Handwerk, dass an Schulen für das Handwerk geworben werde müsse. Bruno Werner sprach von Schwierigkeiten, dass Handwerksmeister an weiterführenden Schulen nicht immer die Möglichkeit bekommen, ihr Handwerk zu präsentieren.
Ein Problem sei der Öffentliche Personennahverkehr in Nordbayern. Auch hier herrschte Einigkeit, dass eine Verbesserung dringend erforderlich sei, damit die strukturschwachen Räume besser vernetzt werden.
Auf großes Unverständnis stieß die neue Abzweigung von der B 279 bei Bad Neustadt in das Industriegebiet Altenburg. Hier sei offenbar innerhalb von 200 Metern eine weitere Lichtzeichenanlage geplant. Warum ein Kreisverkehr geplant worden sei, wurde gefragt.
Kritik gab es auch an der Ampel an der Geiskreuzung, die mit einer kurzen und einer längeren Grünphase geschaltet sei. In der kurzen Ampelphase könnten gerade mal ein LKW oder zwei PKW in Richtung Mellrichstadt abbiegen.
Diskutiert wurde über die wirtschaftliche Förderung innerhalb Bayerns. Sandro Kirchner zeigte auf, dass die Regierungsbezirke Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern mit 70 Prozent staatlich gefördert werden, Unterfranken nur mit 30 Prozent. Dabei habe Unterfranken eine ebenso hohe staatliche Förderung dringend nötig, um Arbeitsplätze zu erhalten und auszubauen.
Ein weiterer Diskussionspunkt betraf die Wettbewerbsfähigkeit zwischen neuen und alten Bundesländern. Betriebe bekommen im Osten der Bundesrepublik für Neuinvestitionen 50 Prozent Investitionszulage, im Westen gebe es so etwas überhaupt nicht.
Auch unterschiedliche Löhne seien ein Problem, gerade im Handwerk. Um der Wettbewerbsfähigkeit Willen müsse der Solidaritätszuschlag dringend abgeschafft werden. me
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