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Neue Ausstellung im Haus der Langen Rhön in Oberelsbach informiert bis 21. Mai über den Luchs
Luchsausstellung im Haus der Langen Rhön in Oberelsbach. Ausstellungseröffnung mit (von links). Michael Dohrmann, Michael Geier, Claudia Stieglbunner (Praktikantin) und Tobias Gerlach (Monitorin Biosphärenreservat).  Foto: Marion Eckert
 
von MARION ECKERT
Die Luchs-Initiative Baden Württemberg e.V. setzt sich seit Jahren für ein wissenschaftlich begleitetes Wiederansiedlungsprojekt von Luchsen ein. Um in der Öffentlichkeit um Verständnis für den heimischen Einzelgänger zu werben sowie über seine Lebensweise und Situation zu informieren, wurde 2013 eine neue Ausstellung "Wanted: der Luchs" entwickelt. Diese Ausstellung ist nun im Haus der Langen Rhön in Oberelsbach zu besichtigen.

Wunderschöne Fotos lassen den Betrachter die Faszination dieser großen Katzenart fast hautnah erleben. Kurz gefasste Texte liefern alle wichtige Informationen rund um den Luchs. Ein präpariertes Exemplar ist der Mittelpunkt der Ausstellung. Zwischen Laub und Zweigen liegt der Luchs entspannt am Boden, als warte er nur auf neue Besucher.
Der Luchs — die größte Raubkatze Europas - war einst auch in der Rhön heimisch, wurde dann intensiv bejagt und ausgerottet.
Wann der letzte Luchs in der Rhön geschossen wurde, konnten weder Michael Geier, der Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservat Rhön noch Michael Dohrmann vom Verein Naturpark und Biosphärenreservat sicher sagen. "Schätzungsweise Mitte des 19. Jahrhunderts", meinte Geier.
Dass der Luchs auf dem Weg zurück in die Rhön ist oder zumindest einen Besuch abstattete, wurde 2015 bei Schönderling deutlich, da riss ein Tier Dammwild in einem Gehege. In Deutschland gibt es den Luchs im Nationalpark Bayerischer Wald. "Dort haben sie seit etlichen Jahren eine stabile Luchspopulation", ergänzte Michael Geier. Der Luchs sei aus Tschechien eingewandert. Im Harz gebe es ebenfalls Luchs wie auch in Baden-Württemberg. Das Tier, das sich in Schönderling verköstigte, stammte aus dem Harz.
In Europa sei der Luchs vor allem in Ost- und Südost-Europa, Skandinavien und Spanien vertreten. In Nordamerika lebe ein Vetter des europäischen Luchses.
Der Luchs sei in der Rhön willkommen, machten Dohrmann und Geier deutlich und setzen auf rechtzeitige Aufklärung der Bevölkerung und Kommunikation mit betroffenen Gruppierungen, wie Jägern und Landwirten "Wir wollen mit der Ausstellung über den Luchs informieren und Märchenideen vorbeugen", so Dohrmann.
Der Luchs sei ein Sympathieträger, das habe sich in Baden-Württemberg gezeigt, sagte Dohrmann. "Er würde wunderbar in unsere Wälder passen, wenn wir ein noch großräumigeres Gebiet als bisher sich selbst überlassen könnten. Heiße Gerüchte besagen, dass der Luchs schon da ist, beziehungsweise durchzieht."
Michael Geier sieht keinen Grund, sich vor dem Luchs zu fürchten. "Es ist ein äußerst scheues Tier. Die Chance, einem Luchs über den Weg zu laufen, ist äußerst bescheiden." Von einen Angriff eines Luchses auf einen Menschen sei nichts bekannt, weder aus der Vergangenen noch aktuell aus den Gebieten in denen Luchse leben. "Ein Waldspaziergang wird auch mit Luchs im Wald gefahrlos möglich sein."
Anders sei die Lage für Gehegewild. Da könne sich der Luchs durchaus bedienen. Doch für die Tierhalter gebe es Unterstützung bei Schutzmaßnahmen wie auch finanziellen Ausgleich zur Entschädigung, wenn es zu einem Riss kam.
Die Ausstellung im Haus der Langen Rhön sei auch sehr gut für Familien mit Kinder geeignet, machte Dohrmann aufmerksam. Nicht nur wegen des prächtigen Exemplars in der Mitte, sondern auch weil es für Kinder im Grundschulalter ein interessantes Quiz rund um den Luchs gibt. Auch für Lehrer von Grundschulklassen sei die Ausstellung eine interessante Ergänzung zum Unterricht. Entsprechendes Material steht zur Verfügung beziehungsweise sei über die Internetseite des Nationalpark Bayerischer Wald zu beziehen.
Bis 21. Mai ist die Luchsausstellung täglich von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen.
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