Bad Königshofen im Grabfeld

Wetterbericht aus dem Jahr 2050

"ARD-Wetterfrosch" Sven Plöger erklärte mögliche Veränderungen in Franken
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In die Mitte genommen: Diplommeteorologe Sven Plöger wurde nach seinem Vortrag von den Vertretern des veranstaltenden Netzwerks mit Honig-Produkten verabschiedet, auf dem Bild (von links) Annette Seehaus-Arnold (Imker), Mathias Klöffel (BBV), Helmut Schwartl (Energie-Initiative), Sven Plöger (Referent), Felix Schmidl (Projekt boden:ständig), Susanne Richter (BN), Michael Diestel (BBV) und Helmut Bär (BN).  Foto: Regina Vossenkaul
In die Mitte genommen: Diplommeteorologe Sven Plöger wurde nach seinem Vortrag von den Vertretern des veranstaltenden Netzwerks mit Honig-Produkten verabschiedet, auf dem Bild (von links) Annette Seehaus-Arnold (Imker), Mathias Klöffel (BBV), Helmut Schwartl (Energie-Initiative), Sven Plöger (Referent), Felix Schmidl (Projekt boden:ständig), Susanne Richter (BN), Michael Diestel (BBV) und Helmut Bär (BN). Foto: Regina Vossenkaul
41 Grad, Tornadowarnung, tropische Nächte und neun Zentimeter große Hagelkörner sind für das Jahr 2050 ganz normal, erklärte Meteorologe Sven Plöger zu Beginn seines Vortrags in Heustreu. Wie realistisch seine Einschätzungen sind, zeigten die Wetter- und Klimastatistiken, die ähnliches schon jetzt registriert haben, nur nicht so häufig.

Ein Organisatoren-Netzwerk, bestehend aus den Kreisverbänden des BBV, des BN, der Imker und der Energie-Initiative, hatte den Klimaexperten zu einem Vortrag eingeladen, um die Brisanz der Klimaerwärmung ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen und zum Handeln aufzufordern. Um 0,94 Grad ist die globale Temperatur im Vergleich zur vorindustriellen Zeit (um 1880) gestiegen, mit den bekannten Auswirkungen. Hitze- und Trockenperioden, Starkregen und Stürme werden weiter zunehmen, erklärte Plöger. Was hat das mit dem Abschmelzen des Polareises zu tun?
Den mehr als 400 Zuhörern im vollbesetzten Festsaal erklärte Plöger, dass weniger Eis in der Polregion auch weniger Reflexion des Sonnenlichts zurück ins Weltall bedeutet. Folge: Die Polregion erwärmt sich zunehmend und der wetterbestimmende Jetstream, der vom Temperaturunterschied zwischen Nordpol und Äquator lebt, verlangsamt sich. Die Hochs und Tiefs ziehen nicht mehr überwiegend flott von Westen nach Osten, sondern produzieren lange Hitze- und Dürreperioden oder Starkregen auf einem Fleck. Das Wetter wird unberechenbarer. "Der Mensch ist Täter und Opfer zugleich", stellte Plöger fest.
"Wir leben nicht nachhaltig", machte der Referent klar, die Verlierer sind zunächst die ganz armen Länder wie Bangladesch. "Wir müssen auf uns schauen, aber dürfen den Blick auf die anderen Länder nicht verlieren." Mit viel Humor und eindrucksvollen Bildern von Wetterphänomenen und ihren Folgen erklärte der Meteorologe allgemeinverständlich komplexe Zusammenhänge. Er rief dazu auf die eigene Lebensform zu überdenken. Wer braucht einen Geländewagen, um über die Autobahn zu fahren und warum muss jeden Tag Fleisch auf den Tisch? Plöger bedauerte, dass 80 Prozent der Energie noch immer aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird und forderte einen schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien. Mit den Worten von Altkanzler Kohl "Entscheidend ist, was hinten rauskommt", verwies er auf zwei Millionen Autos, die pro Monat in China verkauft werden und fragte, warum man für den Transport von 85 Kilo (sein eigenes Gewicht) 1500 Kilo Blech oder mehr mitnehmen muss? "Es kommt auf jeden Einzelnen an", sagte Plöger, der hofft, dass die Begrenzung der Klimaerwärmung auf zwei Grad gelingt.
vos
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