Weiße Zonen für Erholung

Vorzeigeobjekt und für elektrosensible Menschen
Der Vorsitzende des Vereins "Weiße Zone Rhön e. V.", Klaus Schuhmacher und stellvertretender Bürgermeister Philipp Sebald.  Foto: Regina Vossenkaul
 
Der Verein "Weiße Zone Rhön e. V." will die Verwirklichung seines Konzepts nicht aufgeben und wirft erneut seinen Hut in den Ring angesichts der Tatsache, dass der Verkauf des Sambachshofs und der Vhs-Bildungsstätte, die als "ein Gesamtpaket" übernommen werden sollen, an den derzeitigen Interessenten noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Am 23. Mai 2016 hatte der Vorstand eine endgültige, schriftliche Absage erhalten, in der es hieß, man habe sich für einen anderen Bewerber entschieden. Der Verein signalisierte am Donnerstag bei einem Treffen vor Ort, dass er nach wie vor an dem Projekt interessiert ist. "Man kann die vergangenen Zeiten nicht wieder auferstehen lassen, sondern sollte mutig auf neuen Wegen vorangehen", sagte der Vereinsvorsitzende Klaus Schuhmacher bei einem Ortstermin, an dem auch stellvertretender Bürgermeister Phlipp Sebald teilnahm, der die Sichtweise der Stadt erläuterte. Ein Gaststättenbetrieb wie in früheren Zeiten werde es in der Waldgaststätte nicht mehr geben können, meint Schuhmacher. Für den Verein "Weiße Zone", der ständig auf der Suche nach strahlungsarmen Gebieten, in denen sich elektrosensible Menschen beschwerdefrei aufhalten können, wäre die Vhs-Bildungsstätte ideal. Durch ein "Probewohnen" im August 2014, das der Besitzer der Immobilie, der Bayerische Volkshochschulverband, gestattet hatte, hatten die Planer die Bestätigung erhalten, dass der Sambachshof nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat, obwohl es an bestimmten Ecken auf dem Gesamtareal und auch im Märchenpark in der Nähe Handyempfang gibt. Der Aufenthalt im strahlungsarmen Gebiet in frischer Waldluft tat den elf Teilnehmern so gut, dass nach zwei Tagen der Akklimatisierung ihre unterschiedlichen Symptome wie Bluthochdruck, Schwindel, Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen weg waren, wie Helga Werner, Kassiererin des Vereins, berichtete. "Die Leute haben sich so wohl gefühlt, sie kamen krank an und konnten nach einigen Tagen wieder lachen." Sie waren wieder einsatzfähig und hatten viele gute Ideen, wie sie eine Wohnstätte für besonders sensible Menschen mit Leben erfüllen könnten. Die Dauerbewohner könnten Ferienaufenthalte für Großstädter organisieren, für die zwei oder drei Wochen ohne Dauerbeschuss durch hochfrequente elektromagnetische Strahlung eine echte Erholung wäre, man könnte abschirmende Bekleidung und Vorhänge herstellen, Seminare und Workshops veranstalten, einen Hausgarten anlegen und vieles mehr. "Das wäre eine richtig gutes und zukunftsorientiertes Projekt, das die umliegenden Ortschaften und den Märchenpark nicht beeinträchtigen würde", sagt Werner. Schuhmacher ergänzt, dass ihn jede Woche Menschen anrufen auf der Suche nach einem strahlungsarmen Gebiet. "Es handelt sich um erkrankte Menschen, die man nicht einfach als Kollateralschäden aus unserem digitalen Overkill ad acta legen kann - und es werden immer mehr", bemerkt der Vorsitzende, der die Aufrüstung der Mobilfunkanbieter, der WLAN-Stationen und Funktechniken in vielen Bereichen bis hin zum Babyphon mit Sorge betrachtet. Der Verein versucht auch im Biospärenreservat Rhön eine "weiße Zone" einzurichten. Was die "Weiße Zone" braucht, ist eine Garantie, dass in der Umgebung kein Funkmast mehr gebaut wird, dessen Strahlung (beträgt 120 Grad) auf das Sambach-Gebiet gerichtet ist. Mit dem momentanen Zustand könne man leben, bekundeten die Vereinsvertreter.
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