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Stirbt der Sternsingerbrauch?

In Bad Königshofen haben sich bislang lediglich zehn Kinder gemeldet
Stirbt der Brauch der Sternsinger in Bad Königshofen aus? In diesem Jahr sieht es fast danach aus.  Foto: Friedrich
 
von HANNS FRIEDRICH
Seit mehr als 70 Jahren gibt es den Brauch in Bad Königshofen, dass am Dreikönigstag die "Heiligen Drei Könige" mit Sternträger die Häuser in der Stadt besuchen. Sie bringen den Segen der Weihnacht in die Familien. Also ein Brauch, der sich bis heute erhalten hat. Nun allerdings droht er zu sterben.

Die Oberministranten der Stadtpfarrei Bad Königshofen sind verzweifelt auf der Suche nach Jungs und Mädels, die sich an diesem Tag Zeit nehmen und den Brauch weiter führen. Noch vor Jahren war dies die Aufgabe der Ministranten. Allerdings mangelt es auch hier an Interesse. Bisher haben sich lediglich zehn Interessierte gemeldet, 40 bis 50 Kinder werden aber gebraucht.
Was müssen die Mädchen und Jungs können? Sie sagen kurze Texte auf, stellen sich damit als Kaspar, Melchior oder Balthasar vor. Dann wird ein Lied gesungen, bevor an die Tür des Hauses oder der Wohnung die Inschrift 20+C+M+B+17 mit Kreide aufgemalt wird. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte "Christus Mansionem Benedicat" - Christus segne dieses Haus. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wie schon seit vielen Jahren gibt es für die Dreikönigsdarsteller natürlich ein Mittag- und Abendessen, außerdem einen finanziellen Obolus.
Die Kleider werden zur Verfügung gestellt, ebenso die notwendigen Weihrauchfässchen und sonstigen Utensilien. Die Sternsinger sind in einzelnen Gruppen unterwegs mit den "Königen" Kaspar, Melchior und Balthasar sowie dem Sternträger. Gesucht werden nun Kinder, die sich als Sternträger oder "Könige" zur Verfügung stellen. Entsprechende Listen zum Eintragen liegen in der Stadtpfarrkirche in Bad Königshofen.
Teilnehmen kann jedes Mädchen und jeder Junge, gleich welcher Konfession, ab der 3. Klasse. Die Sternsingeraktion steht in diesem Jahr unter dem Thema "Gemeinsam für Gottes Schöpfung - in Kenia und weltweit". Damit ist klar: Die Aktion Sternsingen 2017 richtet ihren Blick nach Ostafrika, genauer genommen nach Kenia.



Spenden für notleidende Kinder in Kenia

Die Sternsinger engagieren sich dabei für Kinder, die vom Klimawandel direkt betroffen sind, so zum Beispiel in der kenianischen Region Turkana. 30.000 Sternsinger in ganz Deutschland ziehen um den 6. Januar von Tür zu Tür, segnen Häuser und Wohnungen und sammeln Spenden für Not leidende Kinder in der ganzen Welt.
Das Sternsingen ist ein alter Brauch, der bis ins Mittelalter zurückreicht. Als Könige gekleidet zogen vor mehr als 500 Jahren schon Jungen durch die Gassen und spielten den Zug zur Krippe nach. Das Kindermissionswerk hat den Brauch 1958 durch die Sternsingeraktion wieder aufgegriffen und ihm ein neues Ziel gegeben.
Heute ist das Sternsingen die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Würde es in Bad Königshofen in diesem Jahr ausfallen, wäre dies nach 70 Jahren erstmals der Fall und könnte das "Aus" für eine langjährige Tradition sein.
Hanns Friedrich
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