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Rosige Zeiten für Ausbildungsplatzsuchende

Die Agentur für Arbeit verzeichnet im Landkreis erneut mehr Lehrstellen als Bewerber
Vor allem technische Berufe stehen ganz oben auf der Liste der Lehrstellensuchenden im Landkreis. Die Zahl der Bewerberinnen für eine solche Lehrstelle steigt auch langsam aber sicher.  Foto: Stefan Kritzer
 
Eine ohnehin niedrige Arbeitslosenquote von gerade mal 2,8 Prozent im Landkreis Rhön-Grabfeld sowie eine enorme Nachfrage nach Fachkräften bescheren jungen Leuten geradezu rosige Aussichten bei der Lehrstellensuche. Rein rechnerisch stehen jedem Bewerber 1,23 Stellen zur Verfügung. Besonders begehrt sind nach wie vor Ausbildungsplätze zum Industriemechaniker oder für Kaufleute. Aber auch eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker ist angesagt.

Vor drei Jahren kippte die lange Zeit stabile Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt. Erstmals gab es seinerzeit mehr Lehrstellenangebote als Bewerber im Landkreis Rhön-Grabfeld. Diese Schere geht auch 2016 weiter auseinander. Im Vermittlungsbereich der Agentur für Arbeit werden in diesem Jahr 744 Stellen verzeichnet, denen aber lediglich 604 Bewerber gegenüber stehen. Die Tendenz ist hier eindeutig fallend, im Jahre 2012 waren es noch 732 Bewerber. Durch die boomende Wirtschaft steigt gleichzeitig für die Betriebe die Notwendigkeit, Fachkräfte auszubilden. Von 663 Lehrstellen in 2012 stieg die Zahl möglicher Ausbildungsplätze in diesem Jahr auf 744 an. Allein 87 Lehrstellen blieben in diesem Jahr unbesetzt, eine Steigerung um 19 Stellen im Vergleich zum Vorjahr.
Was für junge Leute auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz geradezu paradiesisch erscheint, wächst in Industrie und Handwerk ganz langsam zu einem echten Problem heran. "Der langfristige Trend rückläufiger Bewerberzahlen wird sich in den nächsten Jahren wenn überhaupt, dann nur langsam abschwächen und zu einer immer größeren Herausforderung für die Betriebe werden", sagte Thomas Stelzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen des Ausbildungsmarktes im Landratsamt. "Der Wettbewerb um die besten Köpfe in unserer Region geht auf jeden Fall weiter", so Stelzer.
"Die Chancen für junge Leute sind so gut wie schon lange nicht mehr", sagte Melanie Geheb-Müller, Teamleiterin der Berufsberatung in der Agentur für Arbeit. In diesem Jahr verzeichnet sie in Rhön-Grabfeld keine unversorgten Jugendlichen, das heißt, keiner, der eine Lehrstelle sucht, steht am Ende mit leeren Händen da. Dennoch forderte sie von Ausbildungsplatzsuchenden eine gewisse Flexibilität. "In Zukunft muss die Flexibilität der Jugendlichen hinsichtlich ihre Berufswünsche stärker in den Fokus gerückt werden", so Geheb-Müller. "Im Landkreis Rhön-Grabfeld konnte jedem Jugendlichen ein Angebot unterbreitet werden", so die Berufsberaterin. Insgesamt 69 Prozent der Bewerbungen mündeten in einen Ausbildungsplatz, die übrigen Bewerber nahmen eine andere Arbeitsstelle an, widmen sich der Berufsvorbereitung oder drücken weiterhin die Schulbank.
Die Agentur für Arbeit verzeichnet seit Jahren vor allem aus den Realschulen und Mittelschulen sinkende Bewerberzahlen, wenn es um Ausbildungsplätze geht. Diese Zahl ist im Landkreis von 395 im Jahre 2012 auf aktuell 314 aus den Realschulen sowie von 213 auf 151 aus den Mittelschulen gesunken. Immer mehr Schulabgänger mit Quali oder der Mittleren Reife streben eine weitere Schullaufbahn an. Zwar steigt die Zahl der Abiturienten, die eine Berufsausbildung anstreben, moderat an, doch kompensieren können sie die fehlenden Mittel- und Realschüler auf dem Ausbildungsmarkt nicht.
Nach wie vor suchen Schulabsolventen in Rhön und Grabfeld vornehmlich Ausbildungsplätze in der Industrie. Das Handwerk steht erst mal hintendran. Vor allem auch Lehrstellen im Lebensmittel verarbeitenden Gewerbe, allen voran die Metzger, bleiben häufig unbesetzt. In Produktion und Fertigung verzeichnet die Agentur für Arbeit fast 100 unbesetzte Lehrstellen im Landkreis. Einen ganz leichten Überhang an Bewerbungen im Vergleich zu den Ausbildungsplätzen gibt es derzeit nur in Land-, Forstwirtschaft und Gartenbau sowie in Büro, Organisation und Verwaltung.
Die meisten Ausbildungsplätze im Landkreis gibt es in den Berufen Industriemechaniker, Kaufleute im Einzelhandel und Büromanagement sowie Kfz-Mechatronik und Industriekaufmann. Die männlichen Bewerber sind vor allem hinter Lehrstellen zum Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker und Industriekaufmann her. Bei den Bewerberinnen dominiert die Nachfrage nach einer Lehrstelle zur Industriekauffrau, zur medizinischen Fachangestellten sowie als Kauffrau Büromanagement. Aber auch die Zahl der weiblichen Bewerbungen zum Industriemechaniker steigt langsam an. Was vielleicht am "Girls Day" liegt, den zahlreiche Unternehmen für junge Frauen auf Berufssuche veranstalten.
Stefan Kritzer
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