Bad Neustadt an der Saale

M-E-NES zahlt Ladegebühren

Elektromobilisten erhalten die erste Stunde an der Ladesäule gratis
Artikel einbetten
Bei Eiseskälte wie beim Fototermin an der Schnellladesäule am Busbahnhof brauchen E-Autos umso mehr Strom. Die Gebühren für die erste Ladestunde übernimmt der Verein M-E-NES wie Projektmanager Ulrich Leber, der Vorsitzende des Fördervereins Dr. Hubert P. Büchs, Projektmanager Dr. Jörg Geier und Teamassistentin Bianca Benkert bekannt gaben.  Foto: Stefan Kritzer
Bei Eiseskälte wie beim Fototermin an der Schnellladesäule am Busbahnhof brauchen E-Autos umso mehr Strom. Die Gebühren für die erste Ladestunde übernimmt der Verein M-E-NES wie Projektmanager Ulrich Leber, der Vorsitzende des Fördervereins Dr. Hubert P. Büchs, Projektmanager Dr. Jörg Geier und Teamassistentin Bianca Benkert bekannt gaben. Foto: Stefan Kritzer
An den städtischen Ladesäulen für Elektroautos gibt es seit September vergangenen Jahres den Strom nicht mehr kostenlos. Die Stadtwerke haben seitdem eine geringe Gebühr verlangt, während an vielen privaten Ladesäulen das Laden nach wie vor kostenfrei war. Jetzt haben Stadt und Stadtwerke gemeinsam mit dem Förderverein M-E-NES einen Kompromiss gefunden. Der Förderverein übernimmt die Gebühren für die erste Stunde an der Ladestation.

Die Stadtwerke steckten in Sachen Strom für Elektromobilisten in einem Dilemma. Einerseits soll die Elektromobilität gefördert werden, gerade in der Modellstadt, andererseits haben die Stadtwerke Strom aber nicht im Überfluss und schon gar nicht zum Verschenken. Letzteres ist natürlich nicht wirklich fair gegenüber den Stromkunden, die für jede Kilowattstunde zahlen müssen.
Bis September 2016 war das Laden von Elektroautos an den Stationen der Modellstadt gratis. Stecker rein, gratis laden, weiterfahren. Einen kostenfreien Parkplatz gab es für die E-Autofahrer an der Ladesäule obendrein. Doch damit war nach einer Entscheidung der Stadt im Herbst vergangenen Jahres Schluss. Fortan sollten die Elektromobilisten für den Strom zahlen. Was insofern ein Problem darstellt, da private Ladesäulenbetreiber den Strom weiterhin kostenfrei für die Elektroautos zur Verfügung stellen. Jetzt haben die Stadtwerke gemeinsam mit dem Förderverein M-E-NES - Modellstadt Elektromobilität Bad Neustadt und dem Projektmanagement einen Kompromiss gefunden: Bis auf Weiteres zahlt der Förderverein die Gebühren für das Laden an den städtischen Ladesäulen. Allerdings, so die Einschränkung, nur für die erste Stunde. "In der ersten Stunde fließt aber der meiste Strom", weiß Projektmanager Ulrich Leber, technischer Leiter der Stadtwerke.
In der Praxis funktioniert das Prozedere folgendermaßen: An den normalen Ladestationen wird mittels EC-Karte abgerechnet, wobei die erste Stunde laden nicht mitgezählt wird. An der Schnellladesäule am Busbahnhof jedoch wird nicht abgerechnet. Dort bricht der Ladevorgang nach einer Stunde einfach ab. Durch die Schnellladefunktion reicht der Ladevorgang trotzdem in den meisten Fällen für das nahezu vollständige Aufladen des Elektroautos aus, von ganz starken Fahrzeugen wie einem Tesla einmal abgesehen.
"Die Unterstützung durch den Förderverein war notwendig, weil andere den Strom gratis anbieten", sagte der Vorsitzende des Vereins M-E-NES, Dr. Hubert P. Büchs beim Pressetermin an der Schnellladesäule. Mit der Übernahme der Ladegebühren bleiben die Ladesäulen der Stadt nach wie vor für die Fahrer von E-Autos attraktiv.
Über die Höhe der nun anfallen Stromgebühren für den Förderverein wollten die Verantwortlichen noch keine Auskunft geben. Wie lange Strom für Elektroautos noch kostenfrei sein wird, bleibt ohnehin abzuwarten. Wenn genügend E-Fahrzeuge unterwegs sind, werden bald überall Stromgebühren fällig. Obendrein ist die Infrastruktur teuer: Die Stadt hat in ihr Netz an Ladestationen in den vergangenen Jahren einen sechsstelligen Betrag investiert. Die Zeiten, in denen dann auch noch der Strom gratis war, dürften bald der Vergangenheit angehören. Bei städtischen wie bei privaten Betreibern.
Stefan Kritzer
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.