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Kleine Igel brauchen Fürsorge

Seit 25 Jahren kümmert sich Tierschützer Jürgen Balzer aus Thüringen um verwaiste Jungtiere
Piekt der? Die Kindergarten- und Krippenkinder konnten kleine Igel hautnah erleben.  Foto: Regina Vossenkaul
 
Da staunten die Kindergartenkinder: So nah hatten viele von ihnen kleine Igel noch nie gesehen. Erstaunlich flink waren die drei verwaisten Jungtiere auf den Beinen, die Jürgen Balzer, der in Thüringen eine kleine Auffangstation betreibt, mitgebracht hatte.

Was tun eigentlich die Igel am Tag und in der Nacht? Balzer, Vorstandsmitglied des Vereins Igel-Hilfe Rhön e. V., hatte einige Fragen an die Kinder, die sie teilweise sogar beantworten konnten. Was Igel eigentlich fressen, darüber dachten die Kinder gemeinsam nach. "Gras fressen die nicht, das ist zu sauer", meinte eines der Mädchen. Dass man kleine Igel mit Katzenfutter aufpäppeln kann, davon hatten die Kinder schon gehört. Von Jürgen Balzer - im zivilen Beruf Diplomingenieur und Leiter des Gesundheitsinstituts Meiningen - erfuhren sie, dass sich die Igel von Würmern und Insekten ernähren und damit nützliche Tiere sind, und dass man ihnen keine Kuhmilch vor die Tür stellen sollte. Sind in den Abendstunden Junge mit der Mutter unterwegs, sollte man sie ganz in Ruhe lassen, weil die Mutter sich normalerweise um sie kümmert. Namen durften sich die Kinder für die drei Igel ausdenken, da hatte jeder seine eigenen Ideen.
Rund 30 Tiere päppeln Jürgen Balzer und Ehefrau Dr. med. Sylvia Balzer, die Vorstandsvorsitzende des Vereins ist, derzeit auf, um sie mit einem annehmbaren Gewicht dann in die Natur zu entlassen. Nach dem Besuch in Bad Königshofen waren es 31, denn ein Junge hatte einen verlassenen kleinen Igel am Straßenrand gefunden und die Mutter brachte das abgemagerte Tier mit, um es in erfahrene Hände zu geben. Ungefähr 400 Gramm sollte ein Tier wiegen, wenn es den Winter überstehen soll. Probleme bereiten die spät geborenen kleinen Igel, die bis zum Winter nicht groß genug sind, um den Winterschlaf zu überleben. Normalerweise genügt den Tieren ein Unterschlupf wie große Laubhaufen und ähnliches.
Fast täglich werden Jungtiere in der Igel-Auffangstation abgegeben, sie hätten in der Natur keine Überlebenschancen und werden anscheinend von den Müttern aufgegeben oder können in der kalten Witterung nicht ausreichend versorgt werden.
"Die ganz Kleinen bekommen bei uns Katzenmilch", berichtet Balzer. Seine Frau und er sind inzwischen Profis bei der Aufzucht der kleinen Stacheltiere. Angefangen hat alles vor 25 Jahren, als das Ehepaar ein verletztes Tier fand und erfolgreich betreut hat. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass in Hermannsdorf fachkundige Hilfe zu erwarten ist und so haben die Igelschützer besonders im Herbst viel zu tun.
Wegen der typischen Flöhe macht sich Balzer normalerweise keine Gedanken. Behandelt man die Tiere mit Flohpulver und sie kommen mit Artgenossen zusammen, haben sie direkt wieder Flöhe - in der Natur ist das nicht anders.
Um die Öffentlichkeit auf die Bedürfnisse der Tiere aufmerksam zu machen, besucht Balzer gern Kindergärten und Schulen. Die Öffentlichkeitsarbeit lohnt sich, denn die Kinder geben ihr neu erworbenes Wissen oft an die Eltern weiter.
Wie er berichtet, gibt es den Igel mit unterschiedlichen Arten seit rund 50 Millionen Jahren in Europa. Er ist weitläufig mit Maulwürfen und Spitzmäusen verwandt. "Aufgeräumte" Gärten mögen sie nicht, sie brauchen einen Platz, an den sie sich zurückziehen können wie Büsche, Sträucher, Hecken oder Bodendecker, dort scharren sie sich eine Mulde in die Erde. Darüber ziehen sie dann altes Gras oder Laub.
Jeder Gartenbesitzer könne mit wenigen Handgriffen zum Wohlbefinden der Igel beitragen, es genüge schon ein schräg gestelltes Brett an einer Hauswand, ein Reisighaufen oder ein ausrangierter Weidenkorb, eventuell auch ein gekaufter oder selbst gebauter Nist- oder Futterkasten.
Die drei kleinen Igel-Geschwister, die Jürgen Balzer den Kindern präsentierte, waren putzmunter und liefen auf ihren kurzen Beinen in alle Richtungen. Zum Streicheln sind sie ungeeignet, wie die Kinder vorsichtig erkundeten, aber die Stacheln der Jungtiere, umgebildete Haare, sind noch ganz weich. Mit rund 100 Stacheln kommen die Babys auf die Welt, erzählte Balzer den Kindern. Erwachsene haben dann zwischen 7000 und 8000 Stacheln.
Die Kinderland-Gruppen waren sehr interessiert an den kleinen Gästen und hatten zu Hause viel zu erzählen. Als kleines Dankeschön überreichten sie Dosen mit Katzenfutter an den Tierschützer aus Hermannsdorf. Regina Vossenkaul
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