Niederlauer

Feuerzauber und Musik

Herbert "Jimmy" Fell am "Dicken Turm"
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Die Skulptur "burning book" als Höhepunkt einer mehrstündigen Performance.  Foto: Manfred Mellenthin
Die Skulptur "burning book" als Höhepunkt einer mehrstündigen Performance. Foto: Manfred Mellenthin
Mehrere hundert Zuschauer waren begeistert von der Performance des Berliner Künstlers Herbert "Jimmy" Fell, der das 25-jähriges Jubiläum seiner Feuerevents am "Dicken Turm" in Niederlauer zu einem mehrstündigen begeisternden Show nutzte. Als Höhepunkt entzündete er seine fast sieben Meter hohe Holzskulptur "burning book", die an die Bücherverbrennung anlehnte und leitete so seine "Katharsis" ein.

Musikalisch begeisterte Solo-Sängerin Maike May bis weit nach Mitternacht ihre zahlreichen Fans. Von Comedy mit "Ein Münchner im Himmel" über Tucholsky, erotischen Texten bis hin zu Klassik, mit teils gefühlvoller und als Kontrast dunkler, tragisch schwerer Konzert-Klassikmusik zog Herbert "Jimmy" Fell nahezu alle Register seiner künstlerischen Fähigkeiten.
"Das "burning book" ist einzigartig! Es ist komplex, multimedial, emotional direkt berührend und für jeden sofort zu verstehen", zeigte sich Fell von seinem diesjährigen Werk selbst absolut begeistert. Besonders hob er das Ineinanderübergleiten in verschiedene Dimensionen und das für ihn perfekte Zusammenspiel seiner Skulptur mit leichter und tiefgründiger Literatur, der Projektion der Bilder und Texte aus der Geschichte bis in die heutige Zeit mit einem Beamer auf sein "burning book", das Gedenken an die reale Bücherverbrennung im Dritten Reich und das anschließende Feuer hervor. Mit dem Opfern seiner Skulptur sah der Künstler sein Fegefeuer, das eine Reinigung und Läuterung der Zuschauer bewirken sollte und aus seiner Sicht somit die Katharsis, nach Aristoteles die seelische Reinigung der Seele bewirken sollte. Bis zum Morgengrauen, wie vom Künstler angekündigt, zog sich die Show zwar nicht hin, aber viele Besucher blieben bis weit nach Mitternacht, um sich vom Künstler persönlich seine perfekt inszenierte Show erklären zu lassen.
"Ich habe lange gezögert und wollte nach dem Brandanschlag auf die Madonna im vergangenen Jahr, bei dem sie vollständig vernichtet wurde, eigentlich kein Feuer mehr in Niederlauer bauen. Aber im Nachhinein freue ich mich, dass ich meinen Fans bei meinem Jubiläumsevent so eine tolle Performance bieten konnte", stellte Herbert "Jimmy" Fell, ein gebürtiger Niederläurer, zufrieden fest. "Burning book" verbrannte übrigens genau an der Stelle, an der im vergangenen Jahr die Doppelmadonna vernichtet wurde. Manfred Mellenthin
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