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Die Kunst in der Natur

Herbert Holzheimer zeigt Objekte aus Holz im Haus der Schwarzen Berge
Herbert Holzheimer zeigt seine neuen Arbeiten, Holzbilder des ehemaligen Münnerstädter Naturdenkmals, in seiner aktuellen Ausstellung im Haus der Schwarzen Berge in Oberbach.  Foto: Marion Eckert
 
von MARION ECKERT
Der Langenleitner Künstler Herbert Holzheimer zeigt erstmals seine neuen Arbeiten in einer Ausstellung im Haus der Schwarzen Berge in Oberbach. Im Obergeschoss sind Naturimpressionen zu sehen. Es sind überwiegend Holzbilder, die aus einer alten Linde entstanden.

Die Linde stand im Hindenburgpark in Münnerstadt. Sie galt als begehbares Naturdenkmal. Vor wenigen Jahren warf der Sturm den begehbaren Baum um und Herbert Holzheimer kam in den Besitz des mächtigen Stammes, dessen Durchmesser 2,60 Meter misst.
"Auf mindestens 300 Jahre wird die Linde geschätzt", berichtete Holzheimer. Aus dem gut vier Meter hohen Stamm möchte er eine begehbare Baumkapelle machen. Die Bruchstücke im unteren Bereich musste er absägen, um für den Stamm eine gerade Standfläche zu schaffen. Eigentlich wollte er die Reste wegwerfen oder im Ofen verheizen. "Ich dachte nicht, dass ich sie noch künstlerisch verwerten kann", erinnert sich Holzheimer. Doch kaum hielt er das Holz in der Hand, sei ihm klar gewesen, dass da mehr daraus zu machen sei. Verheizen war ihm nicht mehr möglich.
Herbert Holzheimer arbeitet seit einigen Jahren schon vorrangig mit hölzernen Fundstücken, abgestorbenen und verwitterten Hölzern, Baumstämmen, Wurzeln und Rinden. "Das Verfallende und Verwitterte hat es mir angetan", sagte er.
Dass die Bruchstücke der Linde etwas ganz Besonderes sind, zeigt er in der Ausstellung auf ganz unterschiedliche Weise. Der Zerfall im Inneren des Baumes durch Pilze, Verwachsungen, Ameisen und Käferspuren hat nun einen künstlerischen Rahmen bekommen. Herbert Holzheimer sägte die Bruchstücke in Scheiben, halbierte sie und legte die jeweils seitengleichen Stücke zusammen. Nahezu perfekt passen die Stücke zueinander, spiegeln sich jeweils und lassen neue Bilder und Sichtweisen vom Inneren der Linde entstehen. "Es sind für mich Röntgenaufnahmen des Baumes", sagte Holzheimer.
Unterschiedliche Linien und Farbgebungen kommen zu Tage. Spuren von jahrhundertelangem Wachsen und Zersetzen. Wurmlöcher und Verwachsungen geben den Holzbildern Gesichter, lassen Tierfiguren entstehen oder geflügelte Himmelswesen. "Bildhaft und grafisch, die Natur erkennen und das Kunstwerk darin sehen", fasste Herbert Holzheimer die Unterschiede zusammen. "Das ist eben Kunst, wobei die Natur mehr gestaltet hat als ich". Fein geschliffen hat er die zusammen geleimten Holzbilder, sie aber nicht weiter bearbeitet. "Ich werde einige vielleicht noch ölen, dann kommt die Struktur noch deutlicher heraus."
Die neue Ausstellung passe zum Haus der Schwarzen Berge, das als Umweltbildungseinrichtung des Biosphärenreservates ja alles was Natur betreffe vereine, ist sich Holzheimer sicher.
Neben den Baumbildern der Linde hat er noch Bilder eines Platanenstammes ausgestellt. Analog zum Münnerstädter Lindenstamm hat er auch hier Bilder aus den Stammscheiben erstellt und jeweils vier Teile zusammen gesetzt. Da der Baum nur im Inneren vom Zerfall betroffen, das äußere Holz aber unverletzt ist, entstanden Kompositionen, die an gerahmte Bilder erinnern. Das Motiv hat Holzheimer weiter entwickelt, in dem er die Holzbilder nicht in der Baumform beließ, sondern zu Vierecken zersägte. "Es ist ein vielfältiges Experimentieren und immer wieder erscheinen neue Formen und Motive", erklärte er.
Außerdem zeigt Holzheimer in der Ausstellung noch einige Skulpturen. Zu sehen ist ein großes Gefäß, das, ähnlich wie die Bilder, Spuren des Vergänglichen und des Verfalls aufzeigt. Eine andere Skulptur zeigt eine Kiefernwurzel, die in die Höhe ragt und zur Luftwurzel wird. Aus einer quadratischen, strengen Form wächst die verzweigte Wurzel scheinbar nach oben. Der gedrehte Apfelstamm ist eine liegende Skulptur, die außen geschliffen und mit Kupfer oxidiert und im Inneren naturbelassen wurde.
Die Ausstellung ist im Haus der Schwarzen Berge, Rhönstraße 97, Wildflecken, bis 30. Januar zu sehen, täglich von 10 bis 17 Uhr, Montag ist geschlossen.
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