Lichtenfels
Gartenpflege

Ein Garten, vier Jahreszeiten - Tipps für einen grünen Daumen

Als Gärtner stets alles richtig zu machen ist eine Herausforderung. Hätte man nur den bekannten grünen Daumen - oder die nötigen Tipps und Tricks.
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Ein Prachtexemplar einer Rispenhortensie mitten in Bamberg. (Foto: Jupp Schröder)
Ein Prachtexemplar einer Rispenhortensie mitten in Bamberg. (Foto: Jupp Schröder)
Es ist ein Glück, in einer Klimazone zu leben, in der die vier Jahreszeiten voll wirksam werden. Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind im Garten gleichberechtigt. So wird ein wunderbares sowie spannendes Schauspiel für alle Zuschauer geboten. Besonders genießen lässt sich das Gärtnerleben im Herbst, der nicht nur ein traumhaftes Farbenreichtum zum Anschauen bietet, sondern auch viel Abwechslung in der Gartenernte.

Der regnerische Spätsommer mit seinen vielen Facetten

Das kühle Wetter und der viele Regen der letzten Zeit hat den tropischen Pflanzen wie Kartoffeln und Tomaten nicht gut gefallen. Wachstumsstau und Krautfäule war als kein seltenes Phänomen im Garten zu beobachten. Im vergangenen Jahr hingegen war der Spätsommer heiß und trocken, so dass schon bald prächtige rote Tomaten die Sträucher zierten.
Dennoch hat das diesjährige kühle, nasse Wetter seine Vorteile. Durch dieses bedingt wachsen Kohlgewächse, Rote Bete, Mangold und Möhren heuer besonders üppig.
Außerdem ist von der weißen Fliege, die besonders in den letzten Jahren dem Grünkohl zu schaffen machte, kam etwas zu sehen. Dieser Schädling liebt nämlich heißes und trockenes Wetter.
So ist wetterbedingt und bei einem Anbau von vielen verschiedenen Kulturen fast immer ein natürlicher Ausgleich gegeben - das A und O eines gut funktionierenden Gartensystems.

Damit's rosig bei den Rosen aussieht

Die Rispenhortensien sieht man diesen Spätsommer, aufgrund der guten Bodendurchfeuchtung der letzten Monate, besonders schön aufblühen. Da sie wie Beetrosen nur am neuen Holz wachsen, ist ein ordentlicher Rückschnitt im Frühjahr sehr wichtig. Nur so können sich starke Jungtriebe bilden. Ginge man bei Bauernrosen so vor, ließe sich keine Blüte blicken. Hier bilden sich die Blütenknospen für das folgende Jahr schon im Spätsommer. Der verblühte Teil sollte bei den Bauernhortensien am besten schützend bis zum Frühjahr verbleiben.

Ist roh auch gleich gesund?


Es ist der Allgemeinheit leider noch nicht bekannt, dass man Zucchini auch roh essen kann. Vor allem die gelben Früchte haben einen sehr guten und milden Geschmack. Je kleiner sie geerntet werden, umso wertvoller sind sie. Bei Bohnen ist jedoch höchste Vorsicht geboten. Sie sind nämlich in roher Form höchst giftig, da der in den Bohnen enthaltene Wirkstoff Phasin die roten Blutkörperchen verklumpen lässt. Verhindern kann man diese Gefahr nur durch das Kochen der Bohnen, welches die giftige Substanz zerstört. Vor allem für Kinder können schon wenige Bohnen gefährlich werden, so dass sie unbedingt darauf aufmerksam gemacht werden sollten.

Wenn's ans Ernten und Pflücken geht...

Spinat, Mangold und Salat entnimmt man am frühen Morgen, wenn die Blätter noch kühl und knackig sind. Dann sind auch die meisten Vitamine vorhanden. Wenn der Mangold nach der Ernte mit samt den Stielen gleich in einen Eimer mit etwas Wasser gestellt wird, bleiben die Blätter länger frisch. Niemals aber sollte das Erntegut, auch nicht für kurze Zeit, in der Sonne stehen. Eine Faustregel, die genauso auch für Schnittblumen gilt. Wenn man nun Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Beete und Rettiche erntet, sollte man dies nicht wahllos tun. Besser ist es, nur die dicksten laufend aus dem feuchten Boden zu ziehen. So können die auf dem Beet verbleibenden Rüben noch etwas zulegen. Die entstanden Löcher sollte man anschließend gleich wieder zudrücken.

Vorbereitungen für das Erntejahr - Brombeeren
pflege

Bei den Brombeeren sollten die Seitentriebe auf zwei bis drei Blätter routiniert gekürzt werden. Dadurch werden die Bildung kräftiger Knospen und der Haupttrieb für das kommende Erntejahr gefördert. Wichtig ist es außerdem, später die Ranken an einem Längsdraht oder Spalier in unterschiedlicher Höhe zu befestigen. Anfang September kann man auch noch die weiche Spitze des Hauptbetriebes einkürzen, da sie im Winter ohnehin erfrieren würde. Dies fördert eine bessere Ausreifung des Holzes.


An den Knoblauchzehen ziehen!

Knoblauch wird im August geerntet und in dekorativen Zöpfen zusammengefasst. Wenn es sich um erprobte und Winterbedingt harte Exemplare aus der Gegend handelt, kann man die Zehen auseinander ziehen und zu einer neuen Pflanzung verwenden. Hierfür eignen sich die Monate September und Oktober am Besten.


Exotik nur mit der richtigen Pflege

Vor allem in der warmen Sommerzeit sind Kübelpflanzen beliebt auf Terrassen und Balkonen. Auch in Gärten tauchen sie oftmals auf.
Ob Gewürzrinde, Bougainvillea oder Wandelröschen mit ihrer großen Blütenfülle, oder Lorbeer und Zitronenbäumchen, all diese Pflanzen stillen unser Fernweh nach südeuropäischen oder noch ferner gelegenen, warmen Ländern.
Ohne die richtige Pflege können diese Exoten bei uns jedoch nicht ganzjährig überleben. Im Winter müssen sie im Keller oder Hausflur, einem nicht bewohnten kühlen Zimmer oder ganz komfortabel im Wintergarten gestellt werden. Die Pflanzen stehen in einem Kübel, nicht zuletzt des Namens und der Ästhetik wegen, sondern auch um praktisch und transportfähig zu sein.


Für die Wespenliebhaber...


Heuer ließen sich nicht allzu viele Wespen blicken. Die jährliche Wespenanzahl erreicht Mitte bis Ende August mit dem Hochzeitsflug ihren Höhepunkt. Danach wird das Wespenvolk bis zum Spätherbst immer kleiner und stirbt dann ganz.
In den darauffolgenden Wochen aber sind die Wespen besonders gereizt und verteidigen sich, vor allem im Falle von massiven Störungen. Nur die befruchteten Weibchen überwintern an geschützten Stellen und bilden als Königinnen des folgenden Jahres jeweils ein neues Volk. Das alte Nest wird unter anderem aus hygienischen Gründen nicht mehr angenommen.
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