Pflanz-Tipp

Gärtnern in der Vertikalen: Kartoffelturm und Gemüse im Sack - ein Tipp aus dem Steigerwald

Nun aber rein in die Kartoffeln: Inka Neff zeigt, wie mit einem Kartoffelturm auf kleinstem Raum gute Erträge erzielt werden. Ideal auch für den Balkon.
Inka Neff mit einem ihrer Kartoffeltürme Fotos: Barbara Herbst
 
Ein Kartoffelturm ist eine besondere Variante des klassischen Hochbeetes. "Vertikal Gärtnern geht auch bei wenig Platz gut: auf Balkon und Terrasse zum Beispiel", sagt Inka Neff. In ihrem riesigen Garten im Steigerwalddörfchen Grub hat sie genug Platz, Lieblingssorten wie das Bamberger Hörnla im Beet zu kultivieren - aber sie nutzt ihre beiden Kartoffeltürme gern zusätzlich.
Dafür hat sie mit der Flex den Boden von zwei Kunststofffässern abgeschnitten. Übrig blieben Röhren mit einer Höhe von etwa 80 Zentimetern und einem Durchmesser von etwa 50 Zentimetern. "Man könnte stattdessen auch Maschendraht nehmen", erklärt die 53-Jährige. "Dann wächst die Pflanze durch die Löcher seitlich hinaus." Verrottende Materialien wie Holz sind hingegen nur bedingt geeignet. Werden wie beim Kompostbau Trennfolien zwischen Erde und Holz gelegt oder witterungsbeständige Holzsorten wie Lärche verwendet, kann aber auch ein solcher Kartoffelturm über mehrere Jahre hinweg genutzt werden.


Mehr Ertrag, weniger Unkraut

In diesem speziellen Hochbeet hat Inka Neff je vier Pflanzen. Sobald ein bis zwei Handbreit aus der Erde herausgewachsen sind, bedeckt sie diese je mit einer Schicht Stroh und Erde. "Ein bisschen Grünzeug lasse ich rausstehen." Durch das Zuschütten bilden die Pflanzen Tochterknollen - der Ertrag steigt, die Knollen werden nicht vom Regen freigespült und an der Luft grün (also ungenießbar), Unkraut kann sich schwerer ausbreiten. Die Prinzipien sind die gleichen, die beim Anhäufeln eines Kartoffelbeetes genutzt werden. Nur eben auf kleinstem Raum.


Die andere vertikale Variante

Inka Neffs andere Variante des vertikalen Gärtnerns baumelt vom Baumhaus herunter: Ein enormer Stoffschlauch mit Löchern, aus denen Erdbeerpflanzen herauswuchern. Neff hat ein kaputtes Trampolin-Sprungtuch wie eine riesige Wurstpelle mit Draht zusammengenäht und mit Erde gefüllt. Ganz oben im Sack ist ein Eimer, durch dessen Boden ein Bewässerungsschlauch mit feinen Löchern im Sack hinunter führt. "Wenn der Eimer voll ist, bewässert sich das System selber. Das Wasser versickert langsam. Ich schmeiß' auch immer mal ein paar Brennnessel oder etwas Ackerschachtelhalm in den Eimer." So bekommen die Erdbeeren ohne viel Aufwand eine Ration natürlichen Dünger.

Die Arbeitsschritte: Schicht für Schicht zum Kartoffelturm

1. Ab April kann der Kartoffelturm befüllt werden: Auf eine Lage Stroh und eine Lage Erde kommen die Saatkartoffeln. Sobald sie wachsen, wächst das Beet mit: Schicht für Schicht wird der Kartoffelturm aufgeschlichtet.

2. Immer wenn das grüne Kartoffelkraut zehn bis 15 Zentimeter aus der Erde herausgewachsen ist, wird eine Schicht Stroh, dann eine Schicht Erde aufgefüllt. Aus den eingeschütteten Blattachseln wachsen sogenannte Tochterkartoffeln.

3. Der Kartoffelturm wird immer höher. Im Oktober oder November, wenn das Kartoffelkraut braun wird, kann geerntet werden. Der Kunststoffring wird nach oben weggezogen und die Kartoffeln aus der Erde gelesen.

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