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Versuchter Mord

Prozess in Coburg: Mann griff Ehefrau mit dem Brotmesser an

Ein 69-jähriger Mann aus dem Landkreis Coburg verletzte seine Ehefrau mit einem Brotmesser schwer im Gesicht.
Foto: Archiv
 
von KATJA NAUER
Er soll versucht haben, seine Ehefrau mit einem Brotmesser zu töten und verletzte sie dabei schwer im Gesicht. Oberstaatsanwalt Martin Dippold wirft einem 69-jährigen Mann aus Bad Rodach Heimtücke vor und will die Taten als versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung geahndet sehen. Weil der Mann an einer bipolaren Störung leidet und bereits mehrfach nervenärztlich behandelt wurde, ist er jedoch schuldunfähig. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte für die Allgemeinheit gefährlich ist und von ihm weitere erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten sind.

Am Dienstag nahm sich deshalb die Erste Große Strafkammer als Schwurgericht des Falles an. Momentan ist der 69-Jährige, der im Rheinland geboren wurde, im Bezirkskrankenhaus Bayreuth untergebracht. In der Verhandlung hört das Gericht zahlreiche Zeugen. Zwei Gutachter, darunter ein Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, sollen sich ein genaues Bild vom Beschuldigten machen.

In den frühen Morgenstunden im Januar 2017 soll der Mann, der Beamter bei der Telekom war, sich an das Bett seiner von ihm getrennt schlafenden Ehefrau begeben und sie mit den Worten "jetzt mache ich mit dir Schluss, ich bring dich um", mit einem Messer angegriffen haben. Die Tatwaffe, ein 30 Zentimeter langes Brotmesser, habe der 69-Jährige zuvor aus einem Messerblock in der Küche geholt. Die Ehefrau habe noch versucht, sich mit einem Hausschuh gegen den unvermittelten Angriff zu wehren, jedoch vergeblich. Ihr Partner habe sie mit dem Messer, das er in der linken Hand führte, erheblich im Gesicht verletzt. Dabei erlitt sie massive Schnittverletzungen vom Auge bis zum Mundwinkel, die mit zahlreichen Stichen genäht werden musste. Kurz nach der Tat flüchtete die Frau aus der gemeinsamen Wohnung. Ihr Mann rief die Polizei, öffnete den erschienenen Beamten dann allerdings die Türe nicht, so dass diese erst mit einem Zweitschlüssel die Räume betreten konnten.

"Ich hatte Angst und habe sie nicht hereingelassen", sagte der Beschuldigte aus. Er habe nur gedacht: "Oh wei, oh wei, was hast du nur angestellt". Der Mann gab die Tat zu und entschuldigte sich ausführlich bei seiner Ehefrau und deren Familie. Er habe seine Partnerin zu keinem Zeitpunkt umbringen wollen, erklärte er. Bei seiner Aussage vor den Ermittlungsbehörden habe der Mann laut Vorsitzendem Richter Christoph Gillot jedoch von einem "heimtückischen Mordanschlag" gesprochen und davon, dass er sich selbst für sehr gefährlich halte. "Meine Frau hatte keine Chance. Sie ist aufgewacht und hat sofort Todesangst gehabt", erklärte der Mann, der als Entschuldigung für die Tat vorbrachte, dass seine Frau "ein wenig dominant" sei und er "irgendwie mal der Chef im Hause" sein wollte.

Die Ehefrau, mit der sich der Beschuldigte seinen Angaben nach heute besser verstehe als vor der Tat, und die ihn im Gerichtssaal mit einem Winken freudig begrüßte, machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.
Zwei Polizisten standen als Zeugen ebenfalls Rede und Antwort. "Sie hätte ihn bis aufs Blut gereizt", sei die Erklärung des 69-Jährigen kurz nach der Tat gewesen, erklärten sie übereinstimmend. Beide sagten aus, dass sich die Tat zwischen Bad und Flur und nicht, wie vom Beschuldigten angegeben, im Schlafzimmer der Ehefrau, ereignet habe. Aufgrund der gefundenen Blutspuren und den Aussagen der Frau sei diese von ihrem Mann nach einem morgendlichen Toilettengang im dunklen Flur angegriffen worden. Erst wenige Stunden vorher waren die Beamten mitten in der Nacht schon einmal per Notruf zu dem Ehepaar gerufen worden. Weil die Frau nachts noch mit dem Auto unterwegs gewesen sei, habe der 69-Jährige die Polizei verständigt. Ein Polizist stellte fest, dass der Mann zu diesem Zeitpunkt "aufgequollen" gewirkt habe, als stünde er unter Medikamenten. Der andere Beamte erklärte, der Beschuldigte habe verwirrt gewirkt und sei nicht "Herr seiner Sinne" gewesen. Fragen habe er gar nicht, verzögert oder zusammenhanglos beantwortet.
Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt.
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