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Bundeswehr

Nur Gemeinschaft führt ans Ziel

155 Offizieranwärter des Ausbildungszentrums Infanterie müssen ihre Kenntnisse und Kondition bei der Abschlussübung unter Beweis stellen.
Der Transport eines Verwundeten kostet richtig Kraft.  Fotos: Steffen Standke
 
Auch das noch. Da haben die Offizieranwärter des Infanterie-Ausbildungszentrums Hammelburg sich vom Pumpspeicherwerk Sindersbach durch den Sackenbacher Forst gekämpft. Haben einen langen, dunklen Gang auf der Nantenbacher ICE-Brücke gemeistert. Haben Berghöhen und -senken bei Halsbach bezwungen. Und stehen mitten in ihrer Abschlussübung vor dem Nichts.
Das Nichts - es ist eine gar nicht so tiefe Senke im Buchental oberhalb von Lohr-Steinbach. Die Anwärter müssen sie an einem Seil hängend überwinden. Und das alles mit Zwölf-Kilo-Rucksack, Stahlhelm, Gewehr und weiterer Ausrüstung.


Es geht um Vertrauen

Das größte Problem: Es ist stockfinstere Nacht. Die Soldaten sehen kaum, wohin ihre Reise sie führt. Major Marcus Dähn, Chef der 3. Kompanie des Offizieranwärter-Bataillons 2 in Hammelburg, will nicht nur sehen, wie die Kandidaten ihre Ängste überwinden. Der jeweilige Führer einer Gruppe muss mutig vorangehen. Und dafür sorgen, dass die anderen ihm folgen. Es geht um Vertrauen in Kamerad und Material.
Menschenführung unter Belastung - das ist eine der Fähigkeiten, die die Anwärter während der zweitägigen Übung nachweisen müssen. In den vergangenen sechs Monaten haben sie im Hammelburger Ausbildungszentrum "allgemein-militärische Fähigkeiten" geschult, wie Ausbildungsleiter Dähn es nennt. Sie haben Hindernisbahnen bezwungen, sich mit Handwaffen vertraut gemacht, Fernmeldeprüfungen absolviert. Dazu kamen Seminare in Wehrrecht und das Sportabzeichen.
Die Übung im Raum Lohr bildet für die 155 Anwärter den Abschluss der sechs Monate. 20 Frauen stellen sich der Prüfung; auch Kadetten befreundeter Armeen laufen mit. Sie stammen aus Korea, Pakistan, Mali, Togo, Burkina Faso, aus Armenien, Georgien, Thailand, dem Kosovo.


Übernachten im Freien

Nachdem alle den "Drahtseilakt" geschafft haben, bleibt es ungemütlich. Die Anwärter müssen den Rest der Nacht draußen verbringen - bei minus sechs bis acht Grad. "Leben im Felde" oder "Übernachten im Versteck" heißt das im Armeejargon. Der erste Tag hat seinen Tribut gefordert. 16 Teilnehmer haben wegen diverser Blessuren aufgegeben. Die anderen erwarten weitere Aufgaben.
So werden die jungen Soldaten bei Waldzell in einen (fiktiven) Hinterhalt gelockt. Einer von ihnen wird verwundet. Seine Kameraden müssen ihn (oder sie) über mehrere Hundert Meter zum Main schleppen. Bei Pflochsbach warten motorisierte Schlauchboote. 13 Minuten müssen sich die Anwärter auf dem Fluss eisigen Wind um die Nase wehen lassen. Mit dem Ausstieg an der Staustufe Rothenfels ist es geschafft. Endlich.
Bestanden hat jeder, der die Übung angetreten hat. Auch die, die aufstecken. Der Weg ist das Ziel. Nun geht's für neun Monate zu weiteren Lehrgängen. Und zum begehrten Studium an die Bundeswehr-Unis Hamburg oder München.
Übrigens: In ihrem vierten Jahr spielt sich die Übung erstmals mehr in Richtung Steinfeld ab. Laut Marcus Dähn ein kleines Dankeschön an die Patengemeinde und ihre Reservistenkameradschaft, mit der man viel unternehme.
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