Nürnberg
Unfallserie

Wintereinbruch sorgt für Verkehrschaos in Franken - zwei Tote, dutzende Verletzte

Hunderte Unfälle, dutzende Verletzte und mindestens zwei Tote: Die starken Schneefälle haben am Sonntag in Franken für ein Verkehrschaos gesorgt.
Artikel einbetten Artikel drucken
Weit über hundert Unfälle, dutzende Verletzte und mindestens zwei Tote: Die starken Schneefälle haben am  Sonntag in Franken für ein Verkehrschaos gesorgt. Foto: NEWS5 / Grundmann
Weit über hundert Unfälle, dutzende Verletzte und mindestens zwei Tote: Die starken Schneefälle haben am Sonntag in Franken für ein Verkehrschaos gesorgt. Foto: NEWS5 / Grundmann
Die teils kräftigen Schneefälle haben am Sonntag in ganz Franken zu einem Verkehrschaos geführt. Laut dem Polizeipräsidium Mittelfranken ereigneten sich es allein in Mittelfranken am Wochenende 537 Unfälle, gut die Hälfte davon witterungsbedingt. Auch in Oberfranken und Unterfranken gab es zahlreiche Unfälle mit Verletzten.

Bei einem besonders schweren Unfall im Nürnberger Stadtsüden starb ein Mensch. Nach vorliegenden Erkenntnissen der Nürnberger Verkehrspolizei fuhr gegen 17 Uhr ein Renault die Münchener Straße in Richtung Frankenstraße.

Aus noch ungeklärter Ursache schleuderte das Fahrzeug auf Höhe des Silbersees nach links in den Gegenverkehr und kollidierte dabei mit einem entgegen kommenden Seat Leon.

Der Seat prallte gegen die Beifahrerseite des Renaults. Der Beifahrer (23) erlitt tödliche Verletzungen. Der Fahrer (22) sowie der Seatlenker (36) erlitten Verletzungen, die einer Behandlung im Krankenhaus bedurften.


Mittelfranken: Unfälle im Landkreis Erlangen



Verkehrsteilnehmer im Landkreis Erlangen wurden offensichtlich von den winterlichen Straßenverhältnissen überrascht. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Erlangen-Land ereigneten sich sieben Verkehrsunfälle. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Hauptunfallursache war nicht angepasste Geschwindigkeit bei schneebedeckter Straße. Zum Teile waren die Kraftfahrzeuge noch mit Sommerreifen unterwegs.


Zahlreiche Unfälle in Oberfranken


Ein Todesopfer und einen Leichtverletzten forderte am späten Sonntagnachmittag ein Verkehrsunfall auf der Bundesstraße B289 bei Kulmbach. Eine Fahranfängerin war mit ihrem Auto auf der schneeglatten Straße in den Gegenverkehr geprallt. Auch im übrigen Oberfranken sorgte der Wintereinbruch für zahlreiche Verkehrsunfälle.

Gegen 16 Uhr war die 18-jährige Autofahrerin aus dem Landkreis Kulmbach laut Polizei mit ihrem Opel Corsa auf der Bundesstraße von Stadtsteinach in Richtung Kulmbach unterwegs. Zwischen Kauerndorf und Kauernburg geriet ihr Wagen bei winterlichen Straßenverhältnissen ins Schleudern und krachte auf der Gegenfahrbahn mit der Fahrerseite in die Front eines Audi A4.

Durch die Wucht des Anstoßes wurde die junge Frau in ihrem Wagen eingeklemmt und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Die 18-Jährige musste von der alarmierten Feuerwehr befreit werden, während sie von einem Notarztteam reanimiert wurde. Allerdings erlag die Fahrerin kurze Zeit später in einem Krankenhaus ihren schwersten Verletzungen.

Der 26 Jahre alte Audi-Fahrer, ebenfalls aus dem Landkreis Kulmbach, erlitt leichte Verletzungen und kam mit dem Rettungsdienst in ein Krankenhaus.


Weitere Unfälle im Landkreis Kulmbach



Auf der Ortsverbindungsstraße zwischen der B85 und Oberdornlach kam ein weiterer Autofahrer von der Fahrbahn ab und rollte eine 4 bis 5 Meter hohe Böschung hinunter. Die Insassen mussten durch die Feuerwehr geborgen werden. Bei dem Unfall wurden zwei Personen schwer und eine Person leicht verletzt.


Neben dem tödlichen Verkehrsunfall bei Kulmbach ereigneten sich in Oberfranken alleine in den Nachmittagsstunden am Sonntag über 120 Verkehrsunfälle bei denen mindestens 30 Personen Verletzungen erlitten. Fünf von ihnen wurden schwer verletzt. Nach einer groben Schätzung entstand bei den Verkehrsunfällen ein Sachschaden von etwa 300.000 Euro.



22 Unfälle nach Wintereinbruch im Landkreis Bamberg

Auf der B 22 bei Debring im Landkreis Bamberg rutschte eine 73-jährige Honda-Fahrerin gegen 16.30 Uhr aufgrund Schneeglätte auf die Gegenfahrbahn und prallte dort mit einem entgegenkommenden Pkw, BMW, der mit zwei Personen besetzt war, zusammen. Alle drei Unfallbeteiligten erlitten beim Zusammenstoß Verletzungen. Der Rettungsdienst brachte die schwer verletzte Seniorin sowie die beiden leicht verletzten Insassen des BMW ins Klinikum. Die nicht mehr fahrbereiten Autos mussten abgeschleppt werden.

Ebenfalls schneeglatte Fahrbahn wurde am Sonntagnachmittag einem 51-jährigen Autofahrer zum Verhängnis. In einer Rechtskurve auf der Strecke von Oberhaid in Richtung Sandhof kam der Pkw, Opel Meriva, ins Schleudern und rutschte in den Graben. Auch hier musste der Fahrer mit leichten Verletzungen durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus eingeliefert und sein beschädigtes Auto abgeschleppt werden.


14 Verkehrsunfälle in und um Coburg



Mehrfach kamen bei Unfällen mit Sachschaden im Coburger Stadtgebiet und Landkreis Fahrzeuge von der Fahrbahn ab und landeten im Straßengraben. In einem Fall war auch ein Räumfahrzeug beteiligt, der am Judenberg in Coburg mit einem Fahrzeug, das aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht rechtzeitig bremsen konnte, kollidierte. In Bad Rodach kam es ebenfalls zu einem Zusammenstoß mit einem Räumfahrzeug. Hier entstand ebenfalls nur geringer Sachschaden.


Rutschpartie in Michelau in Landkreis Lichtenfels



Am Sonntagnachmittag nutze ein 18-Jähriger die schneeglatte Fahrbahn und drehte mit seinem VW Kreise am Sportzentrum. Eine aufmerksame 33-Jährige meldete dies der Polizeiinspektion Lichtenfels. Kurze Zeit später rief der junge Mann ebenfalls bei der Polizei an und gab an, er habe eine Laterne angefahren, die daraufhin kaputt ging und stehe nun mit seinem Auto in einem Graben. Er bestritt allerdings absichtlich gerutscht zu sein. Insgesamt entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 2.300 Euro, außerdem erwartet ihn ein empfindliches Bußgeld der Polizei.



Schneechaos im Landkreis Forchheim



Auch im Forchheimer Raum meldet die Polizei zwischen Sonntagnachmittag und Montagmorgen insgesamt acht Verkehrsunfälle, die auf Eis- oder Schneeglätte zurückzuführen sind.


Am Sonntagnachmittag kam ein 23-jähriger Suziki-Fahrer unmittelbar am Ortsbeginn von Oberehrenbach von Kasberg kommend auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen und auf die Gegenfahrbahn. Dort kam es zum Frontalzusammenstoß mit dem Seat eines 37-Jährigen. Durch den Unfall wurden die beiden Fahrer schwer verletzt und kamen mit dem Rettungsdienst nach Erlangen in die Uniklinik. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden in Höhe von etwa 18000 Euro. Zur Absicherung der Unfallstelle waren die Feuerwehren Oberehrenbach und Weingarts vor Ort.



Schnee sorgt für Unfälle in Unterfranken

Am Sonntagabend ist eine junge Autofahrerin auf der A 3 bei Geiselwind auf Schneeglätte ins Schleudern geraten und gegen die Außenleitplanke geprallt. Ihre beiden Begleiterinnen wurden dabei verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Den Sachschaden schätzt die Autobahnpolizei auf etwa 4.500 Euro. Während die ältere der beiden Verletzten mehrere Tage im Krankenhaus verbleiben muss, konnte die jüngere nach ambulanter Behandlung die Klinik am selben Tag wieder verlassen.

Eine 26-Jährige fuhr am Sonntagvormittag im Landkreis Bad Kissingen aus Richtung Rupboden kommend in Richtung Roßbach. Sie gab an, dass ihr auf der schneebedeckten Fahrbahn ein silberner Skoda mittig auf der Straße entgegen gekommen sei. Um einen Zusammenstoß zu verhindern, wich sie nach rechts aus. Hierbei geriet sie auf das Bankett, verlor die Kontrolle über ihr Fahrzeug und prallte gegen einen Baum. Die Fahrerin und ihre beiden im Fahrzeug befindlichen Kinder blieben unverletzt. Der Verursacher fuhr einfach weiter, einen Zusammenstoß mit ihm gab es nicht. Am Fahrzeug der 26-Jährigen entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von 5.000,- Euro, der Baum brach ab.

Bei einem Unfall zwischen Buchrasen und Bad Brückenau wurde ein Pannenhelfer zwischen zwei Fahrzeugen eingeklemmtund schwer verletzt.



Unfälle bei Wintereinbruch in Kitzingen


Der Wintereinbruch mit Schneefall war am Sonntag auf den Straßen im Landkreis Kitzingen für insgesamt 16 Verkehrsunfällen verantwortlich. Dabei wurden zwei Verkehrsteilnehmer schwer und sechs weitere leicht verletzt. Einmal entfernte sich der Verursacher unerlaubt von der Unfallstelle.

Auf der Bundesstraße 8 bei Biebelried, Höhe der Auffahrt zur Autobahn A 7, schleuderte ein 22-jähriger Schüler mit seinem PKW Fiat auf schneeglatter Fahrbahn gegen den dortigen Brückenpfeiler. Der Fahrer wurde schwer verletzt in die Klinik Kitzinger Land eingeliefert. Der Schaden beträgt 5000,-- Euro.

Eine ortsunkundige 37-jährige Autofahrerin befuhr am späten Sonntagnachmittag die Steigung von Volkach in Richtung Gaibach. Auf Höhe des Pendlerparkplatzes wollte sie mit ihrem Mitsubishi nach links auf diesen verbotswidrig einfahren. Eine entgegenkommende 28-jährige VW-Fahrerin konnte auf der eis- und schneeglatten Fahrbahn nicht mehr abbremsen und rutschte gegen den Mitsubishi. Durch den Zusammenstoß wurde der VW Passat nach links in den Gegenverkehr abgewiesen und stieß dort mit dem BMW X 3 eines 64-jährigen Mannes zusammen. Die Beifahrerin im BMW wurde leicht verletzt - selbst zum Arzt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf 43000,-- Euro. Die Fahrbahn musste aufgrund der Glätte bzw. bis zur Bergung der Fahrzeuge für mehrere Stunden gesperrt werden. Die FFW aus Volkach und Gaibch waren hierbei mit 30 Einsatzkräften unterstützend tätig.


Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.