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Erst Hitze, dann Unwetter: Gewitter, Sturm und Hagel in weiten Teilen Frankens möglich

Der Wetterdienst warnt am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch vor schweren Gewittern in weiten Teilen Frankens. Es drohen auch Sturm- und Orkanböen.
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Der Wetterdienst warnt am Dienstag vor schweren Gewittern in weiten Teilen Frankens, die auch noch in der Nacht zum Mittwoch auftreten können. Foto: Bernd März/dpa
Der Wetterdienst warnt am Dienstag vor schweren Gewittern in weiten Teilen Frankens, die auch noch in der Nacht zum Mittwoch auftreten können. Foto: Bernd März/dpa
Die Menschen in Bayern erwartet an diesem Dienstag möglicherweise der bisher heißeste Tag des Jahres. Bis zu 37 Grad sollen am Dienstag die Thermometer in Niederbayern anzeigen. Bisher war der 19. Juli mit 35 Grad in Kitzingen Spitzenreiter.

Mit der Hitze kommen aber auch wieder die Gewitter: Nachdem schon am Sonntag eine heftige Gewitterfront vom Südwesten nach Bayern zog, ging es am Montagnachmittag weiter mit Blitz, Donner, Hagel, Sturm und Regen. Auch am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch sind Gewitter in weiten Teilen Frankens möglich. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlichte entsprechende Vorabinformationen. Potenziell drohen Sturm- bis Orkanböen, Hagel und Überflutungen, berichtet auch der Herzogenauracher Experte Stefan Ochs.

Südthüringen ist bereits am Dienstagmorgen von heftigen Gewittern getroffen worden, mehrere Blitze schlugen ein. Am meisten betroffen war laut Polizei die Region um Suhl und den Landkreis Hildburghausen. In Gehren (Ilm-Kreis) wurde die Baumkrone einer Tanne abgespaltet, die dann auf ein Wohnhaus fiel. In Themar (Landkreis Hildburghausen) geriet der Dachstuhl eines Wohnhauses vermutlich durch einen Blitzeinschlag in Flammen. Rettungskräfte brachten einen 54 Jahre alten Bewohner vorsorglich ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte.

Ein Sprecher der Feuerwehr Suhl berichtete von rund zehn Notrufen innerhalb von 20 Minuten. Umgestürzte Bäume, abgeknickte Äste und versperrte Straßen hätten die Einsatzkräfte am Morgen auf Trab gehalten. Ein Zug der Süd-Thüringen-Bahn war am Dienstagmorgen zwischen Hildburghausen und Eisfeld in einen umgestürzten Baum hineingefahren, wie das Unternehmen mitteilte. Dabei sei niemand verletzt worden. Nach etwa einer Stunde konnte der Zug weiterfahren. Auch die Strecke von Zeulenroda nach Hof war wegen umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt, wie die Erfurter Bahn mitteilte.

Im Nordosten Deutschlands könne laut DWD vereinzelt die Bildung eines Tornados nicht ausgeschlossen werden. Nach Beobachtung der Wetter-Plattform Kachelmannwetter kam es in der Nacht zum Dienstag in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz zu Böen von 111 Stundenkilometern. An der nahe gelegenen Mosel herrsche "Weltuntergangsstimmung", schrieb das Unternehmen von Jörg Kachelmann zu entsprechenden Internet-Bildern.


Gewitter in Franken: In diesen Regionen können sie auftreten

In Franken erreichen die Gewitter als erstes Unterfranken. Im Kreis Bad Kissingen können Gewitter bereits ab Mittag (gegen 12 Uhr) auftreten. Im Laufe des Dienstagnachmittags steigt die Gefahr schwerer Gewitter an, warnt der DWD.

Ab dem Nachmittag (gegen 16 Uhr) erreichen die Unwetter dann auch weitere Teile Unter- und Oberfrankens. Warnungen wurden für die Landkreise Kronach, Kulmbach, Stadt und Kreis Würzburg, den Kreis Kitzingen, Lichtenfels, Kreis und Stadt Coburg.

Dabei muss mit heftigem Starkregen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, schweren Sturmböen um 100 km/h, teils auch mit Orkanböen um 120 km/h und Hagel gerechnet werden. Lokal eng begrenzt kann auch extrem heftiger Starkregen um 50 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit auftreten.

So überstehen Sie die Hitze - die besten Tipps

Am Dienstagabend und der Nacht zum Mittwoch steigt die Gefahr schwerer Gewitter nochmals an. Ab 18 Uhr können dann auch Gewitter in Stadt und Kreis Bamberg, Stadt und Kreis Fürth, Nürnberg, Erlangen, Stadt und Kreis Bayreuth und dem Kreis Forchheim auftreten. Die Warnungen gelten bis Mittwochmorgen um 4.00 Uhr.

Laut Wetterexperte Ochs sind die Wettermodelle aber insgesamt recht zurückhaltend und zeigen meist nur gewittrige Regenfälle. Es sei also "eine Glückssache" und schlecht stehen die Chancen nicht, unbeschadet durchzukommen.


Besonders betroffen war Mittelfranken von den Unwettern

Am Sonntag war vor allem Mittelfranken von Gewittern betroffen. Nach dem sommerlichen Wetter am Samstag und Sonntag war es dann zum Ende des Wochenendes wieder vorbei mit dem Hoch. Eine Sturmfront zog von Süd-Westen heran.

Besonders schlimm traf es die Landkreise Schwabach, Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen: Dort sprach der DWD Unwetterwarnungen der Stufe 3 von 4 aus. Aber auch in Nürnberg, Erlangen und Fürth und dem Landkreis Neustadt/Aisch kam es zu starken Gewittern.

Und so regnete es dann auch am heftigsten in Mittelfranken. Dort sei mit 54 Liter pro Quadratmeter und Stunde der höchste Wert gemessen worden, berichtete ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Im Landkreis Roth war eine Bahnstrecke teilweise lahm gelegt.

Auch in Oberfranken hatte es schon am Sonntagabend heftig gekracht, betroffen waren die Landkreise Bamberg, Bayreuth, Forchheim und Wunsiedel.
rowa/dvd/ak/dpa
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