Nürnberg
2. Fußball-Bundesliga

1. FC Nürnberg: Torschütze Behrens profitiert von offensiverer Rolle

Das macht Lust auf die Saison: Über 30.000 Zuschauer waren beim 3:0-Sieg des 1. FC Nürnberg im Max-Morlock-Stadion. Kapitän Behrens spielt groß auf.
Artikel einbetten
Unbändiger Jubel: Club-Kapitän Hanno Behrens (Dritter von links) jubelt mit seinen Kollegen Sebastian Kerk (links), Enrico Valentini (Zweiter von links) und Mikael Ishak über seinen 1:0-Führungstreffer in der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern. Foto: Daniel Karmann, dpa
Unbändiger Jubel: Club-Kapitän Hanno Behrens (Dritter von links) jubelt mit seinen Kollegen Sebastian Kerk (links), Enrico Valentini (Zweiter von links) und Mikael Ishak über seinen 1:0-Führungstreffer in der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern. Foto: Daniel Karmann, dpa
"Das konnten wir uns nicht besser vorstellen", sagte Hanno Behrens. Und er meinte damit keineswegs, dass ihm als neuem Kapitän auch das erste Saisontor des 1. FC Nürnberg gelungen war. Die unerwartet große Kulisse von 30.569 Zuschauern sorgte zum Saisonauftakt der Zweiten Bundesliga für einen Vertrauensvorschuss, den die Club-Mannschaft restlos zurückzahlte. Mit einem ebenso klaren wie verdienten 3:0 (2:0)-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern, der den guten Eindruck aus der Vorbereitung bestätigte. Bis zum Montagspiel ist Nürnberg sogar Tabellenführer.

"Ich bin froh, dass sich die Mannschaft die drei Punkte verdient hat", sagte Trainer Michael Köllner, nachdem er sich bei den Club-Fans im Stadion klatschend und winkend für die lautstarke Unterstützung bedankt hatte. Trotz der vielen personellen und taktischen Veränderungen habe sich seine Elf "sehr reif" präsentiert und ihr Spiel "gut durchgezogen", sagte Köllner. Ein Stück weit lobte er sich damit auch selbst. Er genießt es, Club-Trainer zu sein. Vor einem halben Jahr kannten den 47-Jährigen nur Eingeweihte, nun geht er daran, alle Skeptiker von seinen Fähigkeiten zu überzeugen.


Die Tore fielen günstig

Dabei mussten seine Mannen nicht einmal ihre Grenzen ausloten, um den Start nach Maß zu realisieren. Die Tore fielen günstig bei Bruthitze. Nach 25 Minuten stand es schon 2:0. Als Kaiserslauterns Torwart Marius Müller einen Schuss von Mikhael Ishak zur Mitte abprallen ließ, missriet Edgar Salli in abseitsverdächtiger Position zwar der Nachschuss, aber aus dem Hintergrund schloss Möhwald konsequent ab (13.). Beim zweiten Club-Tor profitierte Sebastian Kerk bei seinem stark angeschnittenen Eckball von einem bösen Schnitzer von Müller, dem ein Eigentor unterlief (25.). "Ich hatte zwei Gedanken, das war einer zu viel. Erst wollte ich den Ball fangen, dann fausten", sagte der Nachfolger des zum Hamburger SV abgewanderten U-21-Europameisters Julian Pollersbeck schuldbewusst. Eine gute Viertelstunde nach der Pause machte der Club schon den Deckel drauf: Kerk bediente Kevin Möhwald, der den Ball bildschön aus der Distanz unter die Latte schlenzte (61.). "Der war gut getroffen", freute sich der Schütze.

Dass die Gastgeber zum Ende der beiden Halbzeiten die Zügel schleifen ließen und Kaiserslautern spätestens beim Pfostenschuss von Baris Atik (88.) eine Resultatsverschönerung verdient hatte, regte selbst Trainer Köllner nicht sonderlich auf, obwohl er versucht hatte, mit drei offensiven Einwechslungen (Gislason, Zrelak, Teuchert) noch einmal Druck zu erzeugen.


Kirchbaums große Parade

Das klappte nicht, sonst aber vieles. Die letzte offene Personalfrage war die der Torwartposition. Thorsten Kirschbaum bekam den Vorzug vor Neuzugang Fabian Bredlow, weil er "einen Tick reifer in seinem Spiel" sei. Und Kirschbaums große Parade gegen den frühen Freistoß von Atik (6.) lenkte das Spiel in die richtige Richtung. Neben dem ungemein selbstbewusst auftretenden Rückkehrer Kerk, der auch in der Balleroberung glänzte, und Linksverteidiger Tim Leibold ragte auch der 20-jährige Patrick Kammerbauer als Abfangjäger vor der Abwehr heraus. "Er hat die Mannschaft zusammengehalten. Schön, dass einem Eigengewächs der Sprung auf so eine verantwortungsvolle Position gelingt", sagte Trainer Köllner. Dennoch ist Routinier Ondrej Petrak, Kammerbauers Konkurrent, für das erste Auswärtsspiel in Regensburg (Köllner: "Ein Gegner mit einer ganz anderen Systematik") nicht abgeschrieben.


Die große Nürnberger Stärke in dieser Saison könnte das Tempospiel in die Spitze werden, das die Mannschaft gegen Lautern immer wieder aufblitzen ließ, auch wenn nicht alle Pässe ankamen. "Das ist schon eine andere Qualität als in der letzten Saison", bestätigte Behrens, der in seiner Torgefahr selbst von einer "offensiveren Rolle" profitiert. "Wie die Nürnberger ihre Bälle in und hinter unserer Abwehr festgemacht haben, das war schon richtig gut", sagte auch Kaiserslauterns Trainer Norbert Meier anerkennend. Er gab seiner schwachen Mannschaft vor allem einen Rat: "Wir haben viele junge Spieler, die müssen schnell vom Jugend- zum Männerfußball kommen." Sonst drohen größere Probleme.
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren