Nürnberg
Urteil

S-Bahn Nürnberg-Bamberg: Was das Aus für den Verschwenk für Pendler bedeutet

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sagt endgültig Nein zum von der Bahn geplanten S-Bahn-Verschwenk durchs Nürnberger Knoblauchsland.
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Das Aus für den S-Bahn-Verschwenk durchs Knoblauchsland bedeutet in dem Fall eine gewaltige zeitliche Verzögerung beim  weiteren Ausbau der Nürnberger S-Bahnlinie 1. Karmann/dpa
Das Aus für den S-Bahn-Verschwenk durchs Knoblauchsland bedeutet in dem Fall eine gewaltige zeitliche Verzögerung beim weiteren Ausbau der Nürnberger S-Bahnlinie 1. Karmann/dpa
Überraschend war die Entscheidung der Leipziger Verwaltungsrichter nicht mehr. Gestern entschied das oberste Verwaltungsgericht im Land, dass aus dem von der Bahn geplanten Verschwenk durchs Knoblauchsland im Zusammenhang mit dem Ausbau der S-Bahnlinie 1 zwischen Nürnberg und Bamberg nichts wird. Die Richter folgten damit weitgehend den Einwendungen der Stadt Fürth, des Bundes Naturschutz und einiger betroffener Landwirte.

Im einzelnen führte das Gericht in seiner Urteilsbegründung aus, es habe bei dem Planfeststellungsbeschluss Verstöße gegen zwingende Rechtsvorschriften und das Naturschutzrecht gegeben. Auch die Abwägung der beiden Trassenvarianten wurde beanstandet.


Kollisionsrisiko mit Fledermäusen

Im einzelnen hieß es unter anderem, "eine signifikante Erhöhung des Kollisionsrisikos für Fledermäuse mit S-Bahnen und Güterzügen kann im Bereich der Gründlachniederung nicht unter Verweis auf die nur auf der östlichen Gleisseite vorgesehene Lärmschutzwand ausgeschlossen werden." Im Zusammenhang mit der Abwägung der Trassenvarianten warfen die Richter dem Eisenbahnbundesamt vor, substantiierte Einwendungen der Stadt Fürth gegen die Nutzen-Kosten-Untersuchung nicht geprüft zu haben.

Was den Ausbau der S-Bahnlinie 1 angeht, hat das Urteil weitreichende Wirkungen. Nach Expertenmeinung müsse nun die Bestandstrasse erneut geprüft und die Bewertung auf den neuesten Stand gebracht werden. Sollte sich dabei kein Nutzen-Kosten-Verhältnis von mindestens 1 ergeben, wäre ein zusätzliches S-Bahngleis definitiv vom Tisch, weil nicht finanzierbar. Auch bei einem positiven Ergebnis müssten erst einmal erneut Anhörungsverfahren durchgeführt werden. Im besten Fall könnten die notwendigen Baumaßnahme dann nicht vor dem Jahr 2027 zum Abschluss gebracht werden.


Springt der Freistaat ein?

Immerhin: Verkehrsminister Joachim Herrmann(CSU) hat signalisiert, dass der Freistaat die Kosten der Planungen für den Ausbau der Bestandstrasse übernehmen wolle. Zudem wolle man im Bereich des Fürther Bogens zwei derzeit nicht angeschlossene Gleise durch den Bau von Weichen so weit ertüchtigen, dass zumindest mehr S-Bahnzüge auf der Strecke verkehren könnten und damit die Kapazität erhöht wird. Immerhin eine Notlösung, mehr aber auch nicht.
Die einmal vorgesehenen Taktzeiten von 20 Minuten für die S-Bahn werden auf dieser Strecke so auch nicht annähernd erreicht. Allemal ärgerlich: Immerhin handelt es sich bei der S-Bahnlinie 1 zwischen Nürnberg und Erlangen um die am meisten nachgefragte Linie im gesamten Nürnberger S-Bahnnetz.
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