Nürnberg
Reichsbürger von Georgensgmünd

Reichsbürger in Nürnberg vor Gericht: Prozesstag läuft anders als geplant

Nach den tödlichen Schüssen eines Reichsbürgers auf einen Polizisten wird der Prozess gegen den Mann in Nürnberg fortgesetzt. Wichtige Zeugen sagen aus.
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Wolfgang P., der der «Reichsbürger»-Bewegung angehört, trifft am 29.08.2017 zu Prozessbeginn am Landgericht Nürnberg-Fürth in Nürnberg.  Foto: Daniel Karmann/dpa
Wolfgang P., der der «Reichsbürger»-Bewegung angehört, trifft am 29.08.2017 zu Prozessbeginn am Landgericht Nürnberg-Fürth in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann/dpa
Mit Aussagen weiterer Polizeibeamten ist der Prozess um die tödlichen Schüsse des "Reichsbürgers" aus Georgensgmünd fortgesetzt worden.

Anders als zunächst geplant, sagte jedoch eine Beamtin der Polizeiinspektion Roth am Donnerstag nicht als Zeugin aus. Sie soll nun bei einem der nächsten Termine vor dem Landgericht in Nürnberg zur Planung des Einsatzes im Oktober 2016 befragt werden. Laut Anklage schoss der 50 Jahre alte sogenannte Reichsbürger damals elfmal auf die Einsatzkräfte. Ein Beamter eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) wurde dabei getötet, zwei weitere verletzt. Der 50-Jährige muss sich nun unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes verantworten.

Bei dem Einsatz sollten die rund 30 Waffen des "Reichsbürgers" beschlagnahmt werden, weil er bei den Behörden als nicht mehr zuverlässig galt. Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Sie sprechen Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide.


Unkooperativ und aggressiv

Ein SEK-Beamter, der den Einsatz mit vorbereitet hatte, berichtete, dass ihm der "Reichsbürger" als unkooperativ und teilweise aggressiv bei früheren Kontakten mit Behördenvertretern beschrieben worden war. Ihm sei gesagt worden, dass der 50-Jährige das Haus so gut wie nie verlasse und nicht öffne, wenn man bei ihm klingele.
Der Verteidiger fragte nach, warum in einer Aussage des Beamten bei der Polizei nachträglich Passagen geschwärzt worden waren. Der Staatsanwalt sagte, dies sei mit ihm abgesprochen worden, weil die Beamten über bestimmte taktische Dinge nicht aussagen dürften.
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