Nürnberg
Demonstration

Proteste gegen Gauland und AfD in Nürnberg - Gauland kritisiert wieder Özoguz

Nürnberg wollte den Auftritt des AfD-Spitzenpolitikers Gauland verbieten - und scheiterte. Nun nahm Gauland Stellung zu den Vorwürfen.
Artikel einbetten
Der AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017, Alexander Gauland (r), unterhält sich am 09.09.2017 in der Meistersingerhalle in Nürnberg (Bayern) während einer Wahlkampfveranstaltung der AfD Bayern mit dem Bundesvorstand der AfD, Jörg Meuthen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Der AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017, Alexander Gauland (r), unterhält sich am 09.09.2017 in der Meistersingerhalle in Nürnberg (Bayern) während einer Wahlkampfveranstaltung der AfD Bayern mit dem Bundesvorstand der AfD, Jörg Meuthen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Rund 500 Menschen haben nach Polizeiangaben gegen eine AfD-Wahlkampfveranstaltung in der Meistersingerhalle in Nürnberg demonstriert. Wie die Nürnberger Polizei dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mitteilte, hätten sie vor der Meistersingerhalle "im Großen und Ganzen friedlich" gegen die dort stattfindende Veranstaltung protestiert. Die Demonstration ist der "Allianz gegen Rechtsextremismus" zufolge ein Protest gegen die AfD-Veranstaltung an sich, aber auch gegen die geplanten Auftritte der AfD-Politiker Jörg Meuthen und Alexander Gauland, wie sie im Vorfeld erklärte.

Vor wenigen Tagen hatte die Stadt der rechtskonservativen Partei die Genehmigung für die Hallennutzung entzogen, die diese angemietet hatte - weil die AfD nicht zusichern wollte, dass Gauland bei der Veranstaltung nicht das Wort ergreift. Dagegen hatte die Partei im Eilverfahren geklagt. Das Verwaltungsgericht Ansbach gab der AfD am Donnerstag Recht.
Grund für den Versuch der Stadt, den Auftritt Gaulands zu verhindern, waren Äußerungen über Aydan Özoguz (SPD), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Gauland hatte davon gesprochen, Özoguz in "Anatolien zu entsorgen". Dieser Satz war laut Gauland eine Reaktion auf die von Özoguz im Mai im "Tagesspiegel" getätigte Aussage "eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht zu identifizieren."

Bei der Veranstaltung nahm Gauland erneut Bezug auf die Integrationsbeauftragte, wie eine Video-Sequenz auf der Facebook-Seite der AfD-Nürnberg zeigt: "Ich habe der Dame nur empfohlen - ganz höflich - , dass sie doch vielleicht einen längeren Aufenthalt in einem Land nehmen könnte in dem sie vielleicht die kulturellen Regeln besser versteht", sagte er. In der Meistersingerhalle sprachen neben Gauland auch der ehemalige tschechische Staatspräsident Václav Klaus, sowie der Parteivorsitzende Jörg Meuthen und die bayerischen und fränkischen Spitzenkandidaten, Martin Hebner und Martin Sichert.
Zu Protesten gegen die AfD-Veranstaltung hatten mehrere Gruppen aufgerufen - darunter die Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg und das Antifaschistische Aktionsbündnis. Die Demonstranten skandierten unter anderem: "Weg mit Rassismus, weg mit der AfD". Trotz der Niederlage vor dem Verwaltungsgericht Ansbach stellten sich auch die evangelischen Nürnberger Regionalbischöfe hinter den Versuch der Stadt Nürnberg, den Auftritt von AfD-Politiker Alexander Gauland in der Meistersingerhalle zu verbieten. Sie teilten dem epd mit, sie hätten "volles Verständnis, dass Nürnberg als Stadt der Menschenrechte mit ihm nicht in Verbindung gebracht werden möchte".
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.