Nürnberg
Mord

Prostituierten-Morde in Nürnberg: Gewürgt, bestohlen und verbrannt

Er soll seine Opfer gewürgt und dann verbrannt haben. Nun wird der mutmaßliche Täter im Fall der Nürnberger Prostituierten-Morde angeklagt.
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Er soll seine Opfer gewürgt und dann verbrannt haben. Nun wird der mutmaßliche Täter im Fall der  Nürnberger Prostituierten-Morde angeklagt.  Symbolbild: Patrick Seeger/dpa
Er soll seine Opfer gewürgt und dann verbrannt haben. Nun wird der mutmaßliche Täter im Fall der Nürnberger Prostituierten-Morde angeklagt. Symbolbild: Patrick Seeger/dpa

Nachdem er im Sommer 2017 zwei Prostituierte in Nürnberg getötet hatte, hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen einen Mann wegen des Tatvorwurfs des Mordes in zwei Fällen, jeweils mit Raub mit Todesfolge sowie besonders schwerer Brandstiftung, erhoben. Daneben werden dem Beschuldigten noch vier Fälle des Betruges zur Last gelegt.


Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich der Beschuldigte bereits vor dem 24.05.2017 entschlossen hatte, Prostituierte zu töten. Dabei habe er geplant, seine Opfer mittels Strangulation zu töten und ihnen anschließend Wertsachen zu entwenden.

 


Erwürgt, bestohlen und verbrannt


So soll er in dieser Absicht am 24.05.2017 in der Südstadt eine Prostituierte aufgesucht haben, die er noch während des Geschlechtsverkehrs zu würgen begann und dies bis zum Todeseintritt fortsetzte. Anschließend soll er Bargeld in Höhe von 50 Euro sowie das Mobiltelefon der Geschädigten mitgenommen haben. Schließlich soll er noch das Bett der Geschädigten in Brand gesetzt haben, um hierdurch die Spuren seiner Taten zu verwischen.

 

 


Zweite Prostituierte an Rauchgasvergiftung gestorben


In gleicher Absicht soll er am 05.06.2017 eine weitere Prostituierte aufgesucht haben, die er ebenfalls noch während der Durchführung des Geschlechtsverkehrs zu würgen begann und dies bis zur Bewusstlosigkeit des Geschädigten fortsetzte. Anschließend soll er nach Durchsuchung der Wohnung einen Geldbetrag in Höhe von 1.020 Euro mitgenommen und wiederum das Bett der Geschädigten angezündet haben. Die Geschädigte verstarb schließlich an den Folgen des Würgens und des Einatmens der durch den Brand entstandenen Rauchgase.

 

 


Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier, heimtückisch und zur Ermöglichung einer Straftat handelte und legt ihm daher, neben weiteren Delikten, Mord in zwei Fällen zur Last.

 

 


Angeklagter gesteht Taten - teilweise


Anfang Juni konnte die Polizei dann den Tatverdächtigen festnehmen. Der Beschuldigte räumt die Tötung der beiden Frauen ein, bestreitet jedoch, dies geplant zu haben. Es hätten sich vielmehr erst im Laufe seines Aufenthalts bei den beiden Geschädigten Streitigkeiten ergeben.

 

 


Nach dem Ergebnis der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft jedoch davon aus, dem Mann ein geplantes Vorgehen nachweisen zu können. Auch hält die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten nach der bisher vorliegenden vorläufigen Einschätzung des Sachverständigen für voll schuldfähig.

Schließlich soll der Beschuldigte noch in betrügerischer Absicht vier Mobiltelefone erlangt haben, weshalb ihm auch Betrug in vier Fällen zur Last gelegt wird. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth hat nun darüber zu entscheiden, ob sie die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt und das Hauptverfahren eröffnet.

 

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