Nürnberg
Weihnachtsmarkt

Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet: Warum ist das Christkind immer ein Mädchen?

Das Nürnberger Christkind eröffnet an diesem Freitag den Christkindlesmarkt. Warum muss das Christkind eigentlich immer ein Mädchen sein?
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Warum ist das Nürnberger Christkind weiblich? Foto: Daniel Karmann/dpa
Warum ist das Nürnberger Christkind weiblich? Foto: Daniel Karmann/dpa
Das Nürnberger Christkind eröffnet am Freitag (17.30 Uhr) den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt. Von der Empore der Frauenkirche aus wird die 17-jährige Rebecca Ammon den traditionellen Eröffnungsprolog halten.

Das "Städtlein aus Holz und Tuch" gehört zu den ältesten Weihnachtsmärkten in Deutschland und wurde als "Kindles-Marck" erstmals 1628 schriftlich erwähnt. Er diente als Vorbild für andere Weihnachtsmärkte, darunter der "Christkindlmarket Chicago".

Bis Heiligabend erwartet die Stadt Nürnberg mindestens zwei Millionen Besucher. Allein am Eröffnungstag wird mit bis zu 20.000 Menschen gerechnet. An 185 Buden locken unter anderem Lebkuchen, Glühwein, Weihnachtsschmuck und Spielwaren zum Kauf.


Warum ist das Christkind immer ein Mädchen?

Blonde Korkenzierlocken, eine hoch aufragende Krone und ein langes Kleid aus goldenem Stoff: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich nicht viel an dem Aussehen des Nürnberger Christkindes verändert. Seit 1969 wird das weltweit bekannte Nürnberger Christkind nicht mehr von einer Schauspielerin gespielt, sondern alle zwei Jahre neu gewählt.

Voraussetzungen für eine Bewerbung sind ein Alter von 16 bis 19 Jahren und eine Körpergröße von mindestens 1,60 Metern. Die Bewerberinnen sollten seit Längerem in Nürnberg kennen und vor allem weiblich sein. Aber warum eigentlich?


Ursprünglich war das Christkind männlich

Die Tradition des Christkindes, das am Heiligabend die Geschenke bringt, ist auf Martin Luther zurückzuführen. Noch 1535 kam der Heilige Nikolaus in das Hause Luther, um die Gaben zu verteilen. Doch mit der Abkehr vom Katholizismus und seiner Heiligenverehrung veränderte sich auch die Gestalt des Gabenbringers. Etwa zehn Jahre später ließ der Reformator Luther seine Kinder vom "Heiligen Christ" beschenken.

Der Brauch des Schenkens rückte mit der Reformationsbewegung mehr in den Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Mit mit der Zeit verbreitete sich die Tradition des Christkindes besonders in den protestantischen Regionen. Der Gabenbringer übernahm zunehmend auch erzieherische Aufgaben - wie sie zuvor dem Nikolaus zukamen - und Merkmale des Verkündigungsengels und der Heiligen Lucia.
In die Entwicklung des Erscheinungsbildes des Christkindes sind auch die weiblichen Merkmale der Heiligen Maria, also der Mutter Jesu, eingeflossen. So begründet sich, laut der Stadt Nürnberg, die mädchenhafte Figur des Nürnberger Christkindes, das zum ersten Mal 1933 auf dem Christkindlesmarkt in Erscheinung trat.
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