Nürnberg
Bundestagswahl

Drei Franken ziehen für die AfD in den Bundestag

Drei fränkische Direktkandidaten sind über die AfD-Landesliste in den Bundestag eingezogen. Insgesamt sitzen künftig 14 bayerische AfD-Vertreter in Berlin.
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Tobias PeterkaRonald Heck
Tobias PeterkaRonald Heck
Drei fränkische Direktkandidaten sind über die AfD-Landesliste in den Bundestag eingezogen: Martin Sichert (Wahlkreis Nürnberg Nord), Tobias Peterka (Wahlkreis Bayreuth/Forchheim) und Paul V. Podolay (Wahlkreis Erlangen) sind damit drei der insgesamt 14 bayerischen AfD-Vertreter in Berlin.

Martin Sichert schaffte als Fünfter der Liste souverän den Sprung in den Bundestag. Etwa 4,7 Prozent hätten dem 37-Jährigen gereicht, am Ende sammelte der Nürnberger 9,2 Prozent der Erststimmen in seinem Wahlkreis. Sichert feierte den Wahlerfolg am Sonntag in seiner Heimatstadt. Am Montag ging es dann nach Berlin, wo er gestern mit den 13 anderen bayerischen Abgeordneten eine Landesgruppe gründete. "Es war ja relativ klar, dass ich reinkomme. Dass es aber insgesamt so viele Abgeordnete schaffen, zeigt, dass wir im Wahlkampf die richtigen Themen angesprochen haben", resümierte Sichert, für den der Auftritt von Frauke Petry auf der AfD-Pressekonferenz am Montag ein kleiner Wermutstropfen war.
"Die Art und Weise hat in der Partei natürlich für Irritationen gesorgt. Frau Petry hat sich für die Zukunft in der AfD alle Wege verbaut."

In den nächsten Wochen steht für Sichert viel Arbeit an: Suche nach Zweitwohnung, Büroräumen und Personal, Besetzung der Ausschüsse. Der Nürnberger will sich in den kommenden vier Jahren auf die Sozialpolitik konzentrieren, die fränkische Heimat aber nicht aus dem Auge verlieren. "Wenn man nur in Berlin hockt, verliert man den Bezug zu den Menschen, die einen gewählt haben."

Als Zehnter der Landesliste schaffte es Paul V. Podolay in den Bundestag. Der gelernte Medizintechniker, der in München lebt, aber als Direktkandidat für den Wahlkreis Erlangen/Erlangen-Höchstadt angetreten war, gilt als EU-Kritiker. Der 71-Jährige war nach 20 Jahren aus der CSU ausgetreten. "In der AfD tut sich was", so die Begründung Podolays, der 1982 mit seiner Familie aus der damaligen Tschechoslowakei nach Deutschland geflohen war.
Ebenfalls die "Alternative" in Berlin vertreten wird der Bayreuther Tobias Peterka. Der 35-Jährige ist seit März 2013 Mitglied der AfD und erhielt als Direktkandidat für den Wahlkreis Bayreuth/Forchheim 11,8 Prozent der Erststimmen.

Der Bezirksvorsitzende der AfD-Oberfranken bezeichnete das Wahlergebnis als gutes Zeichen für die Demokratie und will in Berlin mit "scharfer, aber demokratischer Oppositionsarbeit" auftreten.
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