Nürnberg
Flüchtlinge

Berufsschüler nach umstrittenem Abschiebeversuch angeklagt

Gegen den afghanischen Berufsschüler, dessen Mitschüler 2017 gegen seine Abschiebung protestierten, wird nun Anklage erhoben.
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Foto: Michael Matejka/ARC/Nürnberger Nachrichten/dpa
Foto: Michael Matejka/ARC/Nürnberger Nachrichten/dpa
Knapp acht Monate nach dem umstrittenen Polizeieinsatz an einer Nürnberger Berufsschule wegen der Abschiebung eines jungen Afghanen droht dem jungen Flüchtling ein Prozess. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth erhob gegen den 21-Jährigen Anklage wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, wie eine Sprecherin der Behörde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Auch eine Reihe anderer Delikte werde ihm vorgeworfen.

Die Anklage sei beim zuständigen Jugendschöffengericht eingegangen. Der Richter habe aber noch nicht darüber entschieden, ob sie zugelassen werde, erläuterte Justizsprecher Friedrich Weitner. Nur dann kommt es auch zu einem Prozess.

Polizisten wollten den jungen Afghanen Asef N. am 31. Mai 2017 in der Berufsschule abholen, weil er abgeschoben werden sollte. Schüler und später hinzugekommene Linksautonome wollten die Abschiebung mit einer Sitzblockade und einer spontanen Demonstration verhindern. Das Landgericht entschied wenige Tage später, dass Asef N. nicht in Abschiebehaft muss.

Zudem fahndet die Polizei nach einer Frau, die bei dem Tumulten einem Polizisten eine Wasserflasche an den Kopf geworfen haben soll.

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