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Musikfestival

Bardentreffen 2017 in Nürnberg: Die heimlichen Stars sind die Straßenmusiker

Bei der 42. Auflage des Musikfestivals unter freiem Himmel hat sich am Wochenende in Nürnberg gezeigt, warum das Publikum das Bardentreffen so liebt.
Bei der 42. Auflage des Musikfestivals unter freiem Himmel hat sich am Wochenende in Nürnberg gezeigt, warum das Publikum das Bardentreffen so liebt. Foto: Daniel Karmann/dpa
 
von NIKOLAS PELKE
Die Abendsonne steht über dem Sebaldusplatz. Katharina und Bruce tanzen über das Kopfsteinpflaster. "Wir konnten uns nicht mehr halten und mussten einfach tanzen", sagt Katharina während im Hintergrund die irischen Band "Flook" auf ihren Flöten trötet. Derweil versucht Thomas den Überblick zu behalten. "Wie heißt eigentlich die nächste Band?", fragt sich Thomas und blättert in seinem Programmheft.

Thomas ist Fan des Bardentreffens. "Ich komme seit 20 Jahren her und treffe mich hier immer mit Freunden." Wenn es um das Bardentreffen geht, überlässt Thomas nichts dem Zufall. "Ich bringe immer ein Campingstuhl mit." Thomas aus Donauwörth ist Barden-Profi. "Danach spielt hier Hank Shizzoe", sagt Thomas, der sich über die vielen Barden im Vorfeld informiert hat. "Beim Bardentreffen spielen ja nicht die Superstars wie Madonna.

Hierher kommen viele tolle unbekannte Bands aus der ganzen Welt", erklärt Thomas, der ein ausgeklügeltes Punktesystem entwickelt hat. Gute Bands bekommen zwei Sterne. Supergute drei. Und nicht ganz so gute einen Stern. Hinter der irischen Band "Flook", die aktuell immer noch auf der Bühne im Schatten der Sebalduskirche fiedelt, hat Thomas zwei Kreuze gemacht. "Mal schauen wo ich danach hingehe", erzählt Thomas und lehnt sich entspannt in seinem Campingstuhl zurück. Auf dem Platz scheint mittlerweile die Musik zu wirken. Immer mehr Menschen schwingen wie Katharina und Bruce das Tanzbein. Viele schauen glücklich dabei aus.
Rainer gönnt sich derweil ein kleines Päuschen. "Ich genieße jetzt hier mal kurz die Ruhe", sagt Rainer und nimmt einen herzhaften Schluck aus der bauchigen Bierflasche, die vor ihm auf dem Bistrotischen steht. "Mir gefällt das Bardentreffen. Nürnberg ist so schön, so ausgelassen und so friedlich an diesem wunderbaren Wochenende", freut sich Rainer und zeigt wie zum Beweise auf die vielen Menschen, die rund um das Dürer-Haus auf dem Boden sitzen und die lässige Gemütlichkeit genießen.

"Das ist seine Premiere. Macht er wirklich gut", findet die Mama und zeigt auf ihren zweijährigen Jonathan, der mit einem kleinen Holzstab das mobile Mini-Schlagzeug von Charly bearbeitet. Das Kind hat Spaß. Charly nimmt es gelassen. "Wir sind extra aus Berlin nach Nürnberg zum Bardentreffen gekommen", sagt der Straßenmusiker und wendet sich wieder dem neuen Nachwuchstalent zu. Die heimlichen Stars beim Bardentreffen stehen sowieso nicht auf der Bühne. In jeder Gasse tummeln sich an diesem Wochenende die Straßenmusiker.

"Wir sind extra aus Wesel vom Rhein gekommen, um hier dabei zu sein und vor so vielen Menschen auf der Straße spielen zu können", erzählen Julia und Sandrine, die sich direkt vor der Altstadthofbrauerei mit ihren Instrumenten aufgebaut haben. Nach dem ersten Lied haben sie bereits ein ansehnliches Publikum beisammen. Daniel hat sich für eine andere Taktik entschieden. Er hat sich mit seiner Gitarre in einem ruhigen Durchgang in der Stadtmauser postiert. "Hier ist es schön schattig. Außerdem hallt es so schön", freut sich Daniel und schlägt die Saiten seiner Klampfe an. Dazu singt er französische Chansons. "Hört man mich?", fragt Daniel seine Freunde, die mit einem kräftigen Nicken die Frage beantworten.

Die Freude währt allerdings nur kurz. Nebenan bläst ein echter Barden-Profi in sein Instrument. "Ich bin schon zum drittel Mal hier", erzählt der 13-jährige Jannis, der sich mit seinem Saxophon direkt am Eingang zur Altstadt aufgestellt hat. Der Standort ist offensichtlich strategisch günstig. In seinem Musikkoffer blinken die Münzen in der untergehenden Abendsonne. "Ich will mit einen Laptop kaufen", sagt Jannis und bläst wie ein Profi in seine Tröte. Die Menschen bleiben stehen, bekommen leuchtende Augen und werfen eine Münze in den Koffer. Danach tanzen sie weiter durch die schönsten Nächte, die Nürnberg zu bieten hat.

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