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Wir kaufen die Quelle

Verein will Quelle-Areal in Nürnberg kaufen

Gekommen, um zu bleiben: Künstler wollen das größte Crowdfunding-Projekt der Republik starten, um das ehemalige Quelle-Gebäude in Nürnberg kaufen zu können. Jetzt wirbt der Verein "Wir wollen die Quelle kaufen" um Kleinstspenden.
Wollen die Quelle kaufen: Nele Thiel, Chris Weiß und Tobias Witt in einem Atelier. Foto: Nikolas Pelke
 
von NIKOLAS PELKE
Ein bisschen unheimlich ist ihnen die Idee schon noch. "Wir wollen die Quelle kaufen", lautet der Slogan der Künstlergruppe aus Nürnberg, die sich tatsächlich in den Kopf gesetzt hat, das 250.000 Quadratmeter große Gebäude käuflich zu erwerben. "Es geht bei der Idee um die Vision. Wir können die Quelle tatsächlich selber kaufen, um eine Stadt in der Stadt zu entrichten", erzählt der 35-jährige Chris Weiß voller Enthusiasmus.

Das nötige Kleingeld fehlt der Truppe bislang noch. Deshalb ist man auf Idee gekommen, im Internet um Kleinstspenden für das ehrgeizige Kaufvorhaben zu werben. "Das ist das größte Crowdfunding-Projekt in ganz Deutschland", sagt Tobias Witt, der auf dem Areal des ehemaligen Versandhandelsriesen ebenfalls einen Arbeitsplatz gefunden hat.
"Das hier ist mein Atelier. Ich arbeite mit Glas", sagt der Künstler und präsentiert stolz seine Werkstatt. An die langen Wege, endlosen Flure und unzähligen Treppenhäuser habe er sich längst gewöhnt.

In den verlassenen Büro-Räumen haben es sich viele Kreative gemütlich gemacht.
"Es ist einfach spannend, dass hier so viele Künstler und Kreative in einem Haus zusammenkommen und etwas neues entwickeln können", findet der Glaskünstler. Außerdem genieße er die Freiheit, die so ein riesiger Industriebunker allen bieten würde. "Hier kann man zum Beispiel schnell mal ein Klavier auf das Dach stellen", erzählt Witt. "Ich will wirklich nie wieder ohne Lastenaufzug und Hebebühne leben", sagt auch Chris Weiß.

Wie Tobias Witt und Chris Weiß haben viele Kreative in dem denkmalgeschützten Gemäuer nach der Quelle-Pleite vor fünf Jahren ein neues Zuhause für ihre Zunft gefunden.

Rund zehn Prozent des gesamten Areals dürften derzeit auf diese Art und Weise vermietet sein.

Allerdings laufen die Mietverträge nicht langfristig. Viele Künstler fürchten, dass sie schon bald wieder vor die Tür gesetzt werden könnten, wenn ein großer Investor sich das ehemalige Versandzentrums unter den Nagel reißt. Der bisherige Interessent, Sonae Sierra, ein internationaler Spezialist für große Einkaufszentren, hatte bereits die Absicht geäußert, den denkmalgeschützten Klinker-Komplex kaufen zu wollen. Bislang ist der Kaufvertrag allerdings noch nicht unter Dach und Fach. Eigentlich sollte schon im Frühjahr diesen Jahres, die Sache mit einer feierlichen Unterschrift besiegelt werden.

Viel vor mit dem Gebäude haben auch die Quelle-Künstler.
"Alles soll möglich sein. Vom Altenheim über Ateliers bis zum Indoor-Spielplatz", sagt Nele Thiel, die die "realistische Utopie" ebenfalls tatkräftig unterstützt. Einen Verein mit dem programmatischen Titel "Wir kaufen die Quelle" hat die Gruppe schon gegründet. Sogar Spendengelder habe man schon akquirieren können.

"Die ersten fünf Euro haben wir von einem ehemaligen Quelle-Mitarbeiter bekommen", erzählt Chris Weiß und zeigt auf einen eingerahmten Fünf-Euro-Schein. Nun wollen die Künstler mit ihrer Idee eine Lawine lostreten und besonders im Internet fleißig Spenden sammeln.

"Theoretisch kann die Bevölkerung diese Riesenfläche echt kaufen", sagt Chris Weiß und rechnet schon einmal im Kopf aus, wie viele Menschen fünf Euro spenden müssten, um ein wirklich gutes Kaufargument in der Hand zu haben. Mittels "Crowdfunding" sollen 25 Millionen Euro zusammenkommen.

"Uns geht es allen darum, ein Gegenkonzept zu den Ideen der Investoren zu präsentieren", sagt Chris und die anderen nicken und reden wie es wäre, wenn die Vision tatsächlich irgendwann Wirklichkeit werde. "Wenn die Quelle uns gehört, dann können wir machen, was wir wollen", sagt Nele und alle lachen.

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