Probleme

VAG Nürnberg: Kontrolleure beklagen sich über Flüchtlinge

Die VAG Nürnberg beklagt in Bussen und Bahnen vermehrt Probleme mit Flüchtlingen. Schwarzfahren und Beleidigungen seien "keine Einzelfälle".
Symbolfoto: Peter Roggenthin dpa/lby
 
von NIKOLAS PELKE
Über aggressive Flüchtlinge beschweren sich die Fahrkartenkontrolleure in Nürnberg. Die Probleme würden nicht nur vereinzelt auftreten, betont die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG). "Es sind keine Einzelfälle. Wir können einen Trend feststellen. Unsere Kontrolleure weisen darauf hin, dass es vermehrt zu Konflikten mit Flüchtlingen kommt", sagt VAG-Sprecherin Elisabeth Seitzinger.


Zunehmend ohne Ticket

Männliche Kontrolleure würden teilweise massiv beleidigt. Weibliche Kontrolleure hätten häufig zusätzlich mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. Eine Mitarbeiterin sei kürzlich sogar als "Prostituierte" beschimpft worden, als sie sich den Fahrschein eines Flüchtlings habe zeigen lassen wollen. Auffällig sei, dass eine zunehmende Zahl der kontrollierten Flüchtlinge ohne Ticket im Nahverkehr unterwegs seien. Deswegen nehmen offensichtlich die Konflikte zu.

In der Frankenmetropole seien zuletzt Gerüchte unter den Fahrgästen kursiert, dass Flüchtlinge bei Fahrscheinkontrollen nicht kontrolliert würden. "Das ist nicht der Fall. Alle Fahrgästen werden gleich kontrolliert", stellt die VAG-Sprecherin klar. Über genaue Zahlen verfüge das städtische Unternehmen allerdings noch nicht. Bis Ende Februar wolle man die auftretenden Konfliktfälle mit Flüchtlingen in einer Datenbank genau erfassen. Dass es sich in einer zunehmenden Zahl der Problemfälle um Flüchtlinge handelt, davon sind die Nürnberger Verkehrsbetriebe indes überzeugt. Schließlich könnte sich ein wachsender Teil der Schwarzfahrer nicht ausweisen.


Aufklärungsarbeit soll helfen

Selbst die Polizei, die in solchen Fällen zur Feststellung der Personalien angefordert werde, stünde vor den selben Schwierigkeiten. Das fällige Bußgeld in Höhe von derzeit 60 Euro könne in der Praxis nicht eingefordert werden. Freilich wolle man nicht alle Flüchtlinge über einen Kamm scheren. Viele würden sich auch korrekt verhalten und ein Ticket kaufen. Die VAG will mit Aufklärungsarbeit die Schwarzfahrer-Quote unter Flüchtlingen senken.

"In Nürnberg gibt es kein grundsätzliches Sicherheitsproblem im ÖNPV", sagt Thorsten Brehm, der Fraktionschef der SPD im Nürnberger Stadtrat, und verweist auf die vielen Überwachungskameras in U- und Trambahnen. Teilweise seien bereits auch Busse mit Videokameras ausgestattet, sagt Seitzinger.


Keine "Lady-Zonen" in Regensburg

Unterdessen sorgt ein Vorschlag aus Regensburg für Aufsehen. Ein Stadtrat aus der Domstadt hat die Einrichtung von "Lady-Zonen" in Stadtbussen gefordert, damit sich weibliche Fahrgäste im Nahverkehr sicher fühlen könnten. Der Vorstoßist abgelehnt worden. Der Planungsausschuss der oberpfälzischen Stadt lehnte am Dienstagabend einen entsprechenden Antrag von Stadtratsmitglied Christian Janele von den Christlich-Sozialen Bürgern (CSB) ab.

In Nürnberg stößt dieser Vorschlag auf taube Ohren. "Von der Idee halte ich nichts. Ich will nicht, dass bestimmte Bereiche nur für Frauen sind", sagt die VAG-Sprecherin zu dem Vorschlag aus Regensburg. Alle Fahrzeuge seien schließlich mit einem Notrufknopf ausgestattet.

zum Thema "Asyl in Franken"

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