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Todesanzeigen

Todesdrohungen von rechts: keine konkreten Hinweise auf Absender

Sie öffneten ihre Mailbox und stießen auf ihre eigene Todesanzeige - offensichtlich versandt von Rechtsextremen. Eingeschüchtert fühlen sich die fünf betroffenen Neonazi-Gegner davon nicht. Trotzdem hoffen sie, dass die Kripo die makabre Aktion rasch aufklärt.
Eine Todesdrohung, die per E-Mail in Form einer individuell gestalteten Todesanzeige an einen Neonazi-Gegner versendet wurde, liegt am 30.11.2015 in Nürnberg ausgedruckt auf einem Tisch. Insgesamt fünf Neonazi-Gegner aus Franken erhielten am 27.11. Todesdrohungen per E-Mail in Form von individuell gestalteten Todesanzeigen. Foto: Daniel Karmann/dpa
 
von DPA
Bei der Suche nach den Absendern von Todesdrohungen an Neonazi-Gegner im Großraum Nürnberg tappt die Polizei weiter im Dunkeln. Die Ermittlungen stünden ganz am Anfang, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Klar sei nur, dass die E-Mails von einem Computer-Server im asiatischen Raum abgesetzt wurden. "Unsere Fachleute versuchen nun, über den Serverbetreiber Schritt für Schritt weiterzukommen", sagte der Sprecher. Solche Ermittlungen gestalteten sich aber schwierig. Bisher habe die Kripo auch noch nicht mit allen fünf Betroffenen sprechen können.

Neben einem Journalisten des Bayerischen Rundfunks hatten ein Gewerkschaftssekretär, ein Mitarbeiter der SPD, ein Nürnberger Stadtratsmitglied der Linken und die Nürnberger Sozialwissenschaftlerin Birgit Mair per E-Mail am vergangenen Freitag eine fingierte, individuell gestaltete Todesanzeige erhalten. Einige von ihnen stellten Strafantrag. Bereits am Wochenende hatten alle fünf Betroffenen erklärt, dass sie sich von der Todesdrohung nicht einschüchtern ließen.


Mehr Proteste gegen Neonazi-Szene als je zuvor

Mair, die seit Jahren an Schulen und vor Lehrern über die Neonazis-Szene informiert, reagierte mit Sarkasmus auf die fingierte Todesanzeuge mit ihrem Namen: "Ich habe sofort gedacht, als ich hörte, wer noch ein solche Todesdrohung erhalten hat: "Na, da treffen sie ja schon die Richtigen"." Die Aktion zeige, wie genervt die rechte Szene sei, "weil wir ihr dieses Jahr gehörig versaut haben". Dabei verwies Mair auf die 25 Gegenveranstaltungen allein in Nürnberg in diesem Jahr. So viele Proteste gegen die Neonazi-Szene habe es in der Region nie zuvor gegeben.

In der an Mair gerichteten fingierten Todesanzeige heißt es: "An Schulen betreibst du Gehirnwäsche an deutschen Kindern, hetzt gegen die nationalsozialistische Idee. Damit ist jetzt Schluss. Keine Trauer, kein Vergeben". Als Absender wird in der E-Mail "Nationalisten-Franken" aufgeführt.

Mair vermutet die erst dieses Jahr gründete rechtsextreme Partei "Die Rechte" hinter der Aktion, ohne allerdings konkretere Hinweise zu haben. Viele Rechtsextreme in Bayern hätten sich nach dem Verbot des "Freien Netzes Süd" in der Partei zusammengeschlossen. Insgesamt aber sei die rechtsextreme Szene derzeit ziemlich zersplittert.

zum Thema "Todesanzeigen per Email"



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