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Tiergarten Nürnberg setzt weiter auf Delfine [mit Video]

Über eine Million Besucher haben im Jahr 2016 den Tiergarten Nürnberg besucht. Trotz aller Kritik hält man dort auch an der Delfinhaltung fest.
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Über eine Million Besucher haben im Jahr 2016 den Tiergarten Nürnberg besucht. Trotz aller Kritik hält man dort auch an der Delfinhaltung fest. Foto: Nikolas Pelke
Über eine Million Besucher haben im Jahr 2016 den Tiergarten Nürnberg besucht. Trotz aller Kritik hält man dort auch an der Delfinhaltung fest. Foto: Nikolas Pelke
Traumhaft präsentiert sich der Tiergarten im Winter. Zwischen dem Schnee stehen die Tiere in der Sonne. "Sogar den Giraffen gefällt der Winter", sagt Helmut Mädgefrau. "Zum Frühstück fressen sie sogar Schnee", berichtet der Zoo-Vizedirektor weiter. Derweil liegen die ostasiatischen Hirsche faul in der Sonne. Auch die Antilopen lassen sich die Wintersonne auf den Pelz brennen. Nur die Zebras scheinen sich zu fragen, was das weiße Zeug auf dem Boden soll.
Derweil tapsen Vera und Charlotte in ihrem Element umher. Man muss schon ganz genau hinsehen, um die beiden Eisbärendamen in der Schneelandschaft zu erkennen. Helmut Mädgefrau ist sich sicher, dass ihre Liebe zum Winter total überschätzt wird. "Ich bin mir sicher, dass die jetzt auch lieber bei 30 Grad in der Sonne braten würden", sagt der Fachmann. Nur weil sie im hohen Norden viele Robbenmahlzeiten finden, würden sie sich die Polarkälte freiwillig antun. "Den Pinguinen geht es genauso", sagt Mädgefrau. Sogar dem Tiger würden die Minusgrade nichts anhaben können. "Unsere Amur-Tiger machen sich nichts aus der Kälte. Sogar unsere asiatischen Löwen sind absolut kälteresistent." Nur wenn der Wassergraben zufriert, bleiben die Raubkatzen aus Sicherheitsgründen im Stall, damit die Könige der Tiere nicht die Fliege machen können.


Marode Becken bereiten Sorge

Die Delfine werden vom Tiergarten verwöhnt. "Unsere Großen Tümmler können Wassertemperatur um die vier Grad eigentlich locker wegstecken", erklärt der stellvertretende Tiergarten-Direktor. Schließlich würden die schwimmenden Säuger auch in der freier Wildbahn bis nach Norwegen durchs eiskalte Meer schwimmen. Bei Moby und seinen sechs Freunden wolle der Tiergarten allerdings besondere Vorsicht walten lassen.


Tiergarten Nürnberg zur Zukunft der Delfinlagune - zum Video

Alle Tiere seien Nachkommen von Tümmlern aus der Karibik. Die könnten sich unter Umständen schneller einen Schnupfen holen als Artgenossen, die kältere Gefilde genetisch gewohnt sind. "Um auf Nummer Sicher zu gehen, haben wir die wärmende Traglufthalle über die Lagune gespannt." Das Publikum kann die Delfine deshalb derzeit nur im alten Delfinarium hautnah während der Vorführungen erleben.

Die maroden Becken der Lagune bereiten dem Tiergarten noch immer Sorgen. Die Kuh ist in diesen skurrilen Fall wohl noch lange nicht vom Eis. "Ein Gesamtplan für die Gesamtsanierung steht immer noch nicht fest", sagte Tiergarten-Direktor Dag Encke am Donnerstag auf Nachfrage. "Aufgrund der Komplexität der notwendigen Baumaßnahmen gibt es noch keinen Zeitplan." Die Kosten sowie die Dauer der geplanten Sanierung stünden ebenfalls noch nicht fest. Vor Gericht streitet die Stadt Nürnberg derzeit mit Baufirmen, die für die Baumängel der 2011 eröffneten Lagune verantwortlich sein sollen.

Die juristische Auseinandersetzung könne sich noch über viele Jahre hinziehen, sagte Encke. Direkt nach der Eröffnung hatte sich herausgestellt, dass die Becken bei normalem Wasserstand über eine Beckenfuge Wasser verlieren. Um das Leck zu schließen, wurde daraufhin der Wasserspiegel abgesenkt. Im letzten Jahr sei die genauso peinliche wie kostspielige Lücke am Beckenrand provisorisch geflickt worden. Eine Dauerlösung ist das freilich nicht.


Weiterhin Delfinhaltung

Regelmäßig sah sich der Tiergarten auch im letzten Jahr dem Protest von Tierschützern ausgesetzt. Besonders Delfinfreunde machten dem Zoo immer wieder schwere Vorwürfe. Encke betont, dass er sich weiterhin nicht von Delfin-Schützern in die Knie zwingen lassen wolle. "Wir betreiben eine gute Tierhaltung. Wir glauben, dass es den Delfinen bei uns gut geht", ist sich der Zoodirektor sicher.

"So lange es uns gibt, gibt es Delfine", gibt sich Encke zuversichtlich. Optimistisch blickt der Tiergarten Nürberg auch aufgrund der Besucherzahlen in die Zukunft. Im letzten Jahr haben erneut über eine Million Besucher den Zoo besucht.
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