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Gewalt

Streit am Herd endete in Messerstecherei

Ein 49-jähriger Mann aus Roth muss sich wegen versuchtem Totschlag seit Donnerstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten.
Der Mann aus Roth beim Prozessauftakt Foto: Nikolas Pelke
 
von NIKOLAS PELKE
Mit einem Lächeln hat der Angeklagte am Donnerstag offensichtlich gut gelaunt den Schwurgerichtssaal betreten. Überhaupt nicht komisch fand der 49-jährige Koch das Verhalten seiner Lebensgefährtin im Winter vor einem Jahr. Das Drama fing harmlos an.

Wegen einer aufgeräumten Küche machte die Geschädigte ihrem Partner eine Szene. Die Frau regte sich darüber auf, dass der Angeklagte verschüttetes Speiseöl aus Bequemlichkeit nicht aufgewischt hatte. Laut Staatsanwaltschaft befand sich die Beziehung bereits vorher in einer tiefen Krise. Schon am Tag vor der Tat war es wegen einer anonymen SMS zu einem Streit zwischen dem Angeschuldigten und der Geschädigten gekommen, die deshalb die Nacht bei einem Bekannten verbrachte.

Anstatt seine Freundin zu besänftigen, stellte sich der Angeklagte am nächsten Morgen stur. Das verschüttete Öl ließ er links liegen und stellte sich stattdessen zum Zwiebelschneiden mit einem Küchenmesser mit einer Klingenlänge von rund 30 Zentimeter neben den Herd. Die Lebensgefährtin empfand das demonstrativ gelassene Verhalten des Angeklagten laut Anklageschrift als Provokation. Beide stritten in der Küche noch immer über die besagte SMS vom Vortag.

"Ich sage, Frau sei ruhig. Ich kenne den Absender der SMS nicht. Aber die Frau schreit immer weiter", berichtet der Angeklagte am Donnerstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht. Dann sei der Streit um die verdreckte Küche eskaliert. Seiner Meinung nach sei der Zustand der Kochstelle in Ordnung gewesen. Unerträglich fand der Angeklagte, wie seine Freundin darauf reagiert habe. Sie sei hysterisch geworden, habe geschrien und ein furchtbares Theater in der Wohnung veranstalten. Die Kinder seien zum Glück im Wohnzimmer gewesen. In diesem Moment habe er das Messer in die Hand genommen und zugestochen.

Laut Staatsanwaltschaft flüchtete sich die Frau nach diesem ersten Angriff aus der Küche. Der Koch folgte ihr mit dem Küchenmesser. Besonders schwer wird das Opfer am Hals verletzt. Die elfjährige Tochter eilte der Mama zur Hilfe und versuchte den Angeklagten zu bremsen. "Lass meine Mutter los", habe das Kind den Angeklagten laut Aussagen aufgefordert. Dann habe er das viele Blut auf dem Boden gesehen und das Messer fallen lassen und die Polizei angerufen.

Während er mit dem Ausweis in der Hand auf die Beamten wartete, drückt die Tochter, bis eine Notärztin eintrifft, die stark blutende Halsverletzung mit einem Kleidungsstück ab. Mit mehrfachen Stichverletztungen an Brust, Hals und Rücken konnte sich die Frau mit Hilfe der Tochter zur Nachbarin retten. Der Angeklagte wollte sich zum Prozessauftakt nicht mehr genau daran erinnern können, wie die Frau die zahlreichen Verletzungen erlitten hat.

Der Staatsanwaltschaft sagte, diese partielle Erinnerungslücke nehme er dem Angeklagten nicht ab. An alles könne er sich erinnern, nur nicht an die genauen Umstände beim mehrmaligen Zustechen mit dem Messer. Es sei alles so schnell gegangen, verteidigte sich der Angeklagte. "Zehn Minuten können sehr lang sein", entgegnete der Staatsanwalt.

In den nächsten vier Verhandlungstagen wird das Gericht klären müssen, was genau in der Wohnung in dieser kurzen Zeitspanne geschehen ist. Die Verletzungen der Frau sprechen zumindest eine eindeutige Sprache. Wegen der mehrfachen Stich- und Schnittverletzungen an Hals und Händen musste das Opfer mehrfach operiert werden. Die Geschädigte hat bleibende Schäden insbesondere an der linken Hand und an den Stimmbändern erlitten.
In der Wohnung fand die Polizei zwei blutverschmierte Küchenmesser. Seit der Tat sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Das Urteil soll Richterin Barbara Richter-Zeininger am 26. Januar verkünden.
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