"Stadt(ver)führungen"

"Stadt(ver)führungen" locken auch viele Nürnberger und Fürther

Die "Stadt(ver)führungen" locken mehr Besucher nach Nürnberg und Fürth. Viele haben den Wunsch, hinter die Kulissen der Heimat zu werfen.
Die "Stadt(ver)führungen" haben wieder viele neue Angebote in Nürnberg und Fürth. Foto: Pelke
 
von NIKOLAS PELKE
Propheten im eigenen Land gelten landläufig nicht viel. Während in den Ferien jedes Dorfkirchlein besichtigt wird, geht man in der Heimat an den Kulturschätzen achtlos vorbei. Eine Veranstaltung in Nürnberg hat diesem Phänomen seit 17 Jahren erfolgreich den Kampf angesagt. Die "Stadt(ver)führungen" locken seit ihrem Bestehen immer mehr Menschen in die heimischen Sehenswürdigkeiten.

Vom 23. bis 25. September 2016ist es wieder soweit. 800 Routen laden zum Entdecken ein. Für die begehrtesten Angebote kann man sich ab sofort einen Platz auf der Teilnehmerliste im Internet sichern. Pro Person sind maximal fünf Anmeldetickets möglich. Bei 800 Touren und 383 Themen ist die Qual der Wahl groß.

"Die ,Stadt(ver)führungen` werden jedes Jahre besser angenommen", freut sich Andreas Radlmaier vom Kulturreferat der Stadt Nürnberg. Immer mehr junge Entdecker hätten mittlerweile den Wunsch, versteckte Einblicke hinter die Kulissen der Stadt zu bekommen.

Die "Stadtverführungen" seien "analoge Heimatkunde im Smartphone-Zeitalter". Eines der Erfolgsgeheimnisse von "Deutschlands umfangreichstem Führungsmarathon" seien die unterschiedlichen "Fremdenführer".

Die Touren würden von sachkundigen Bürgern, Historikern und erfahrenen Stadtführern angeboten. Die Führungen laufen praktisch rund um die Uhr. Sie beginnen in den frühen Morgenstunden und enden am späten Abend mit Konzerten, Lesungen und Entdeckungstouren durch das Nürnberger Nachtleben.

Mit Fürth ist erneut die kleine Schwesterstadt der Frankenmetropole dabei. Mit 383 Themen eröffnen die ,Stadt(ver)führungen` den Besuchern die Möglichkeit, an drei Tagen vertraute und unbekannte Orte in beiden Städten aus neuen Perspektiven kennenzulernen, sagt Radlmaier. Ziel sei es dabei, die Heimat neu zu entdecken. Das Motto der diesjährigen "(Ver)führungen" ist etwas mehrdeutig und lautet "Macht". Hintergrund ist der "Geburtstag" von Kaiser Karl IV., der in diesem Jahr 700 Jahre alt geworden wäre.

Als Eintrittskarte für alle Veranstaltungen gilt wieder das "Türmchen", dass für acht Euro im Vorverkauf (und neun Euro an der Tageskasse) zu haben ist. Auch bekannte Persönlichkeiten aus der Frankenmetropole präsentieren sich heuer wieder als "Touristenguides" in der eigenen Heimat.

Mit dem Chefdirigenten der Symphoniker, Alexander Shelley, kann man in der Kongresshalle (23. September um 14:15 Uhr) beispielsweise alles über die "Macht der Musik" erfahren, während man mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt dem Beitrag jüdischer Bürger zur Stadtentwicklung in Fürth (25. September 2016 und 16 Uhr) auf der Spur sein kann.

Die Besucher der "Stadt(ver)führungen" haben in der Fülle des Angebots erneut die Qual der Wahl. Teilnehmer können sowohl beim rituellen Abendgebet in einer Moschee dabei sein oder sich im Kassandra-Café aus erster Hand über die Facetten der Macht im Sexgewerbe informieren lassen. Im Zeltnerschloss können Gourmets an einer äthiopischen Kaffeezeremonie teilnehmen oder sich beim Bratwurstspaziergang an die Fersen der Nürnberger "Wörschdla" heften.


Neue Angebote bei den "Stadt(ver)führungen"

Natürlich sind heuer auch neue Angebote im Programm. So öffnet beispielsweise die VR-Bank ihre Pforten zur neuen Firmenzentrale in der Kressengartenstraße am Tullnaupark. Vom Balkon im zehnten Stock hat man eine herrliche Aussicht auf die neue Norikusbucht und das neue Badeparadies am Wöhrder See. Der Anblick des Tullnauparkes lässt freilich noch zu Wünschen übrig. Mit Hilfe der Bank und anderen Sponsoren will die Stadt den Park wieder aufmöbeln. Schon seit Jahren schlummert der historische Garten im Dornröschenschlaf. Im Internet kann man das breite Angebot der "Stadt(ver)führungen" ausführlich (Link: http://www.stadtverfuehrungen.nuernberg.de/Home) studieren. Dort kann man sich auch einen Platz für Angebote mit begrenzter Teilnehmerzahl sichern.
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