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Fasching

Schutz vor Terror: Sperren und Kontrollen beim Nürnberger Faschingsumzug

Für den Nürnberger Faschingsumzug an diesem Sonntag hat die Polizei ihre Sicherheitsvorkehrungen noch einmal deutlich erweitert.
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Für den Nürnberger Faschingsumzug an diesem Sonntag hat die Polizei ihre Sicherheitsvorkehrungen noch einmal deutlich erweitert. Foto: Tobias Hase dpa/lby
Für den Nürnberger Faschingsumzug an diesem Sonntag hat die Polizei ihre Sicherheitsvorkehrungen noch einmal deutlich erweitert. Foto: Tobias Hase dpa/lby
Erstmals werde der Platz, an dem sich die 33 Gruppen für den Umzug sammeln, komplett abgeriegelt, sagte Polizeisprecherin Elke Schönwald am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Große Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks sowie Kräfte der Polizei würden die Zufahrt zu dem Bereich versperren. Es seien außerdem Lkw-Kontrollen geplant.

"Es herrscht am Sonntag sowieso für die meisten Lkw ein Fahrverbot, ein Lastwagen würde daher schnell auffallen", sagte Schönwald. Am 19. Dezember war der islamistische Terrorist Anis Amri mit einem Lkw in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren, 12 Menschen starben und mehr als 50 wurden zum Teil schwer verletzt.

Die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen in Nürnberg begründete die Sprecherin mit der weiter vorherrschenden "abstrakten Terrorgefahr". Einen konkreten Hinweis auf einen Anschlag gebe es aber nicht, betonte sie. Auch in Würzburg hat die Polizei für den Faschingsumzug die Sicherheitsvorkehrungen ausgedehnt, nannte aber keine Details.



Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen auch im Rest Deutschlands

In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf wie auch in Köln werden einige Straßen an den tollen Tagen mit großen Fahrzeugen, Containern oder Betonblöcken abgesperrt. Bonn, Essen und zahlreiche andere Städte planen ebenfalls Fahrzeugsperren. So soll verhindert werden, dass ein Täter einen Lastwagen in eine Menschenmenge steuert - wie bei den Anschlägen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt und auf der Uferpromenade in Nizza geschehen.

In Düsseldorf und Köln will die Polizei zudem Beamte mit Maschinenpistolen einsetzen. Es gebe zwar keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung, aber ein abstraktes Sicherheitsrisiko. Darauf verweisen auch die Polizei in Nürnberg und anderen bayerischen Städten vor dem Faschings-Wochenende. Züge abzusagen sei vor diesem Hintergrund aber nicht nötig.

Ein mögliches Lkw-Fahrverbot für Teile der Düsseldorfer City wird nach Angaben der Stadt derzeit noch geprüft. In Köln ist dies dagegen bereits beschlossene Sache: Am Karnevalssonntag und Rosenmontag dürfen Lastwagen über 7,5 Tonnen nicht in die Innenstadt fahren.

Schon im vergangenen Jahr hatten viele Städte an Karneval die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Speziell Köln stand damals noch zusätzlich unter dem Eindruck der massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht. Allein an Weiberfastnacht waren daher in der Domstadt mehr als 2200 Polizisten auf der Straße, um ähnliche Vorfälle zu verhindern. In diesem Jahr werden ebenso viele Beamte präsent sein.
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