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Nürnberger Tafel

Nürnberger Tafel öffnet Ausgabestellen wieder

Die Nürnberger Tafel öffnet in der kommenden Woche wieder ihre Lebensmittel-Ausgabestellen für Bedürftige. Das Rote Kreuz hilft.
Die Tafel in Nürnberg gibt nun mit der Hilfe des BRK wieder Essen aus. Foto: Maurizio Gambarini/dpa
 
von DPA
Die Nürnberger Tafel will in der kommenden Woche wieder ihre Lebensmittel-Ausgabestellen für Bedürftige öffnen. Mit Unterstützung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) werde der Betrieb wieder aufgenommen, sagte der Vorsitzende des Landesverbands der Tafeln Bayern, Reiner Haupka, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Es handle sich keineswegs um einen Notbetrieb. "Die Ausgabe der Lebensmittel soll im Rahmen der Möglichkeiten wieder so erfolgen, wie es auch bislang üblich war", betonte Haupka.

Die Tafel hatte am Montag sämtliche Ausgabestellen in Nürnberg wegen Überlastung der ehrenamtlichen Mitarbeiter geschlossen. Der Vorstand des Nürnberger Vereins war aus dem gleichen Grund zurückgetreten - ein in Deutschland einmaliger Vorgang.

Die Kooperation mit dem Nürnberger Kreisverband des BRK wurde am Freitag bei einem runden Tisch beschlossen. Haupka geht davon aus, dass ein großer Teil der bisherigen ehrenamtlichen Mitarbeiter wieder mitmache. Die rund 200 Tafel-Helfer müssten nun aber erst informiert werden. Vermutlich könnten Mitte kommender Woche wieder Lebensmittel an die 6000 Kunden der Nürnberger Tafel ausgegeben werden.

Nach Angaben der Stadt Nürnberg setzt das BRK hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter ein, die mit den Ehrenamtlichen der Tafel zusammenarbeiten sollen. Bis Ende des Jahres könne auf diese Weise der Betrieb sichergestellt werden. Für die Zeit danach soll ein Träger gefunden werden, "der auf Dauer das Geschäft betreiben kann".

Laut Sozialamtsleiter Dieter Maly gibt es bislang fünf Interessenten, darunter auch das BRK. Maly hatte bereits vor dem Treffen betont, dass es keine schnelle Lösung für die Tafel geben werde, da mit den Bewerbern zunächst intensive Gespräche geführt werden müssten.

"Immer wenn der Staat versagt, springen Ehrenamtliche ein, die dann oft bis zur Belastungsgrenze arbeiten", sagte Haupka. Dass es überhaupt Tafeln in Deutschland gebe, sei ein Indiz dafür, dass die Hartz-IV-Regelsätze nicht passten. Auch Senioren seien zunehmend auf die Tafeln angewiesen, weil die Altersarmut immer weiter zunehme. "Unser schönster Moment wäre, wenn wir eines Tages alle Tafeln schließen könnten - aber nicht wegen Überlastung, sondern weil sie gar nicht mehr gebraucht werden."

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