Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Starkbier

Münchner Bier in Nürnberg: Saufen für den Staatshaushalt

Starkes Bier und starke Sprüche: die Staatsbrauerei aus München hat auf der Kaiserburg in Nürnberg ein dickes Fass aufgemacht. Finanzminister Markus Söder (CSU) durfte den Holzhammer schwingen und Kabarettist Wolfgang Krebs den Seehofer, den Stoiber und den Söder geben.
Söder stößt mit Hofbräu-Chef Möller und Wolfgang Krebs alias Seehofer-Stoiber an. Fotos: Nikolas Pelke
 
von NIKOLAS PELKE
Das Dirndl sitzt, die Musi spielt: die Show kann beginnen. Markus Söder schnürt sich die Schürze um die Hüften und greift zum Holzhammer. Mit einem diabolischen Lächeln wiegt er den Schlegel in der Hand. Dann baut er sich beim Bierfass auf. Fast wie beim Abschlag auf dem Golfplatz im Reichswald holt er aus und zimmert den Hammer mit Wucht auf den Hahn. Dann macht es zweimal kräftig: Wumms! Und der Söder Markus streckt den Zeigefinger in die Luft und sagt schee laut auf fränkisch: "Ogstochen is!" Dann spielt wieder die Bloskapell'n.



Derweil sprudelt Krug um Krug das Bockbier aus dem Fass. "Der Bock knallt ganz schee", sagt jemand in der zweiten Reihe. "Den spürt man gleich", lobt auch der Finanzminister anerkennend. "Ich bring den Nürnbergern endlich mal ein gescheites Bier vorbei", freut sich der Hofbräu-Chef schelmisch, während die Franken den Bock kräftig runter schlucken. Auch Seehofer und Stoiber schlucken fleißig mit. Allerdings nur als Witzfiguren in Person des Kabarettisten Wolfgang Krebs.

Söder liebt die Kaiserburg
"Den Frankenbock auf deiner Burg", sagt die Seehofer-Reinkarnation zum "Markus" anerkennend. Die Kaiserburg sei seine Lieblingsburg, gesteht der echte Söder. Und die Hofbräu-Brauerei eines seiner besten Pferde im Stall. Wenige andere Staatsbetriebe machten so viel Freude. Deswegen will der Finanzminister auch den Franken das Gebräu aus München schmackhaft machen. Ist schließlich auch ihr Bier seit 1806. So richtig herumgesprochen hat sich das in Franken bislang noch nicht. Schon, dass in München ein Hofbräu-Haus steht. Aber nicht dass die Bayern beim königlichen Hofbräu-Trinken nicht nur etwas gegen ihren Durst sondern auch etwas gegen den Schuldenberg tun können. Deshalb habe Söder zu diesem "interkulturellen Event" auf die Kaiserburg in Nürnberg geladen. Damit endlich auch mal die Menschen nördlich der Donau in den kulturellen Genuss eines Starkbier-Anstechens kommen. Weil sonst gibt es so etwas heute nur noch im großen München. Maibock, Salvator et cetera. Quasi Freibier ohne Ende dort an der Isar. Traditionell gibt es dazu etwas Witziges auf der Bühne und etwas Leckeres auf dem Teller.

Zum starken Gerstensaft kredenzte die Hofbräu-Brauerei den Nürnbergern alles außer Bratwurst. Der fränkische Gourmet freute sich tierisch über allerlei Köstliches von der Entenbrust bis zum Tafelspitz. Die Brauerei kann sich den Spaß offensichtlich erlauben. Von 1589 bis heute ist man ständig gewachsen. Vor zwei Jahren knackte die Brauerei sogar die magische 300 000-Hektoliter-Marke zum ersten Mal in der endlosen Brauereigeschichte.

Kein Hofbräuhaus in Nürnberg
Mittlerweile fließt die Hälfte des Bieres ins Ausland. Auch den tollen Doppelbock mit stolzen 8,8 Prozent wird es (leider) nur im Ausland zu kaufen geben. Leider werden viele sagen, gibt es auch (noch) kein Hofbräu-Haus in Nürnberg. Das könnte freilich nur einer ändern: "Montgelas 3.0". So hat der Seehofer den Söder in Gestalt von Wolfgang Krebs ob seiner Machtfülle offiziell geheißen. In aller Welt stünden Hofbräu-Häuser, sagt auch der echte Söder. "Warum also nicht auch in Franken neben dem neuen Heimatministerium?", denkt sich da der Zuhörer verwundert. "Unsere Braumeister kommen zumindest schon aus Franken", beruhigt Hofbräu-Chef Michael Möller. Ein bisschen königliche Konkurrenz dürfte dem Nürnberger Biermarkt sicher nicht schaden, finden auch viele Gäste beim Verkosten des hellen Doppelbocks mit der goldenen Krone. Mit einem Hofbräu-Haus in Nürnberg könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Franken würden erstens Bayern wieder viel lieber haben. Zweitens sprudeln die Staatseinnahmen mit fränkischer Trinkunterstützung noch viel besser. Vielleicht kommt der echte Söder ja bald wirklich auf die Idee mit dem fränkischen Hofbräu-Haus. Dann ertönt von irgendwo ein Tusch. Die Blaskapelle "Blechragout" spielt die Hymne auf die Gemütlichkeit. Und alle summen mit: "Ein Prosit, ein Prosit!"

Starke Biere aus Bayern
Die Geschichte der Starkbiere ist eng mit der Geschichte des Hofbräuhauses verbunden. Wilhelm V., Herzog von Bayern (1579 bis 1597), hatte einen durstigen Hofstaat. Dem war das Münchner Bier damals nicht gut genug. Deswegen musste für viel Geld das gute Bier aus Einbeck nach Bayern geschafft werden. Weil ihm das zu teuer wurde, kam Wilhelm auf die glorreiche Idee, einen Braumeister aus Niedersachsen abzuwerben und in München eine eigene Brauerei zu gründen. Erst 1614 gelang es in Bayern ein Bier nach "Ainpöckhischer Art" zu brauen. Bald daraus tauften die Bayern das Gebräu in Bockbier um.

zum Thema "Bier"






Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.