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Weihnachten

Versteigerung in Nürnberg: Wenn das Christkind daneben liegt

Was tun mit Weihnachtsgeschenken, die einem nicht gefallen? Nürnberg hat den "Markt der langen G'sichter", auf dem ungeliebte Präsente versteigert werden.
In Folie verpackte Engelsflügel werden in Nürnberg versteigert. Beim alljährlichen "Markt der langen G'sichter" der Stadt Nürnberg werden ungeliebte Weihnachtsgeschenke für einen sozialen Zweck versteigert. Foto: Nicolas Armer/dpa
 
von DPA
Der erste Hammer fällt schon kurz nach neun Uhr am Morgen. "Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten", ruft Moderator Markus Balek vom Nürnberger Lokalradio "Radio Charivari" lautstark in den überfüllten Saal der Nürnberger Villa Leon - und zaubert damit ein Strahlen auf das Gesicht von Rentnerin Sybille Bruckner.

Die Nürnbergerin hat gerade eine originalverpackte Kaffeemaschine ersteigert. "Für die habe ich 60 Euro geboten", sagt sie. "Meine alte Maschine ging an Weihnachten kaputt, darum wollte ich die unbedingt haben."


Ein echtes Schnäppchen

Was für die Rentnerin ein Schnäppchen ist, war für jemand anderen offenbar ein eher unerwünschtes Weihnachtsgeschenk - wie so viele andere, die an diesem Tag beim "Markt der langen G'sichter" unter den Hammer kommen. Die Beschenkten, die an Heiligabend vor Enttäuschung wohl - jetzt ganz auf Hochdeutsch - lange Gesichter gemacht haben, können die Sachen zu dem Markt bringen. Organisiert wird er vom Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Nürnberg (ASN). Regionalpromis versteigern je eine Stunde lang die ungeliebten Geschenke. Heuer sind das ungefähr 150 Stück.

Am meisten bringt ein Quadrokopter ein. Ein junger Mann aus Nürnberg bietet für das fernsteuerbare Luftfahrzeug 200 Euro - und erhält damit den Zuschlag. "Er dürfte fast doppelt so viel gekostet haben", schätzt Diana Max, die Sprecherin des ASN.

Kabarettist Klaus Karl-Kraus bringt eine hölzerne Schneemann-Figur mit dem Wappen des 1. FC Nürnberg für 20 Euro an den Mann. Auch Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke und Marcel Gasde von der Comödie Fürth schwingen kräftig den Holzhammer, um ungeliebte Geschenke möglichst gewinnbringend unter die Leute zu bringen.


Bloß nicht in den Müll

"Wir wollen mit der Aktion vor allem verhindern, dass die Geschenke im Müll landen", sagt die ASN-Sprechrin. Und einen Abnehmer findet bei dem "Markt der langen G'sichter" fast alles - auch wenn manches schon ein bisschen an Ramsch erinnert.

Auch ein zweiteiliger Holzadler wechselt für zwölf Euro den Besitzer. Hausschuhe mit silbernem Plüschbesatz gibt es zum Schnäppchenpreis von vier Euro. Einen neuen Eigentümer finden auch ein pinkfarbenes Glitzer-Traumschiff, ein Edelstahl-Briefkasten, das Aquarell eines unbekannten Künstlers und eine Gebäckpresse.

"Wir haben fast alle unliebsamen Geschenke versteigert und rechnen mit einem Erlös von über 1000 Euro", bilanziert ASN-Sprecherin Max am Ende zufrieden. Zehn Prozent der Versteigerungssumme gehen in diesem Jahr an das Förderzentrum für Körperbehinderte in Nürnberg. Der "Markt der langen G'sichter" - in diesem Jahr ist es schon der 20. gewesen - ist für viele Nürnberger in erster Linie eine Riesengaudi.


Auktion in Bamberg

Unliebsame Geschenke können am heutigen Donnerstag ab 10 Uhr beim Auktionator im Großen Saal der VHS Bamberg abgegeben werden. Zwischen 11 und 15 Uhr kommen sie unter den Hammer.

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