Nürnberg
Interview

Lasertag in Nürnberg: Der Reiz einer martialischen Sportart

Jennifer Düngfelder aus Nürnberg ist leidenschaftliche Lasertag-Spielerin. Sie erklärt den "Kick" dieser Sportart und wie sie Weltmeisterin werden will.
Artikel einbetten
Jennifer Düngfelder freut sich über den Sieg beim Lasertag-Turnier in Nürnberg und posiert mit Pokal.
Jennifer Düngfelder freut sich über den Sieg beim Lasertag-Turnier in Nürnberg und posiert mit Pokal.
+2 Bilder
Jennifer Düngfelder hat ein Faible für ausgefallene Hobbys. Früher hat sich die 26-jährige Studentin aus Nürnberg für Schwertkämpfe begeistert. Heute schwört Jennifer auf Lasertag und stürzt sich mit ihrer Laserpistole in den Laserdroms der Republik regelmäßig ins Abenteuer. Wir haben mit Jennifer Düngfelder über den Reiz dieser martialisch anmutenden Sportart gesprochen und warum es für sie und ihr Team bis zur Weltmeisterschaft noch ein weiter Weg ist.

Muss man auf Waffen stehen, um Lasertag gut zu finden?
Jennifer Düngfelder: Nein, muss man nicht. Lasertag ist eine Action-Sportart, die mit einem Phaser gespielt wird. Der Phaser gibt ungefährliche Lichtstrahlen ab.

Worin besteht für Dich der "Kick" beim Lasertag?
Beim Lasertag spüre ich pures Adrenalin. Man muss sich das einmal vorstellen: Man steht mit 24 Spielern, die alle mit Phasern ausgestattet sind, in einem dunklen Raum. In diesem Raum, der nur schwach beleuchtet wird, gibt es ganz viele Hindernisse und Versteckmöglichkeiten. Das Ziel ist, die gegnerischen Teams zu schlagen. Gespielt wird um Punkte. Diese gibt es immer dann, wenn ein Gegner getroffen wird. Zusätzlich können Punkte vergeben werden, wenn man zum Beispiel die gegnerische Basis zerstört. Punkte gibt es auch, wenn man "Targets", das sind leuchtende Kreise, die plötzlich im Spielfeld aufleuchten, trifft. Wer diese "Targets" trifft, bekommt zusätzliche Fähigkeiten. Das ist wie bei einem Computerspiel. Man bekommt zum Beispiel ein Schutzschild, mit dem man sich vor gegnerischen Treffern schützen kann. Ich persönlich stehe am meisten auf die Punktemultiplikatoren. Die können am Ende entscheidend sein für den Ausgang des Matches.

Das klingt alles ein bisschen nach einem Videogame. Worin besteht der Unterschied zum Computerspiel?

Beim Lasertagspielen braucht man Kondition. Und davon nicht wenig. Man muss mindestens eine Viertelstunde in der Halle durchhalten, um am Ende als Sieger dazustehen. Man kann also nicht wie beim Videogame die ganze Zeit auf dem Hintern sitzen. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass man beim Lasertag auch strategisch vorgehen kann. Außerdem braucht man eine ruhige Hand, um den Gegner mit dem Phaser tatsächlich treffen zu können.

Bekommt man dabei nicht auch Lust, es mal in einem Schützenverein mit einer echten Waffe zu versuchen?
Nein, ich habe diese Gelüste überhaupt nicht. Wir wollen keinen Krieg nachspielen. Wir wollen uns klar von Waffennarren abgrenzen. Bei uns steht der Spaß und der Teamgeist im Vordergrund. Es geht darum, die Gegner gemeinsam auszutricksen.

Hast Du einen Taktik-Tipp für Lasertag-Neulinge?
Am Anfang ist man völlig überfordert von den ganzen Lichtern in dem dunklen Raum und den schnellen Spielabläufen. Der wichtigste Tipp ist: Bleib immer in Bewegung und verstecke Dich nicht die ganze Zeit hinter dem gleichen Objekt. Ansonsten überrennen dich die Gegner schnell von hinten.

Ist Lasertag eine Sportart oder doch eher eine Freizeitbeschäftigung für sportbegeisterte Computerspieler?

Lasertag ist definitiv eine Sportart. Nach einem Spiel ist man völlig am Ende und total verschwitzt. Dass Lasertag eine Sportart ist, sieht man auch daran, dass es mittlerweile nationale und internationale Meisterschaften gibt. Außerdem finden bereits Weltmeisterschaften im Lasertag statt.

Die Lasertag-Weltmeisterschaft findet diesem Sommer in Frankreich statt, wird auch Euer Nürnberger Team mit am Start sein?
Nein, diesmal sind wir nicht mit auf der Weltmeisterschaft. Meine Mannschaft und ich wollen erst einmal bei den Wettkämpfen in Deutschland mitmachen, um Erfahrung zu sammeln. Unser Team hat beim letzten Turnier in Nürnberg sogar den ersten Platz gewonnen. Aber eine Weltmeisterschaft ist natürlich noch einmal eine andere Liga. Die Konkurrenz ist stark. Mittlerweile gibt es sogar schon Lasertag-Profis. Die Australier sind besonders gefürchtet. In Nürnberg hat sich rund um den "Actionpark" in der Rothenburger Straße eine Community gebildet, die gemeinsam trainiert und Spaß hat. Wir haben sogar schon eine Facebook-Gruppe gegründet.

Ist Lasertag eine teure Sportart?
In Nürnberg bezahlt man rund zehn Euro pro Spiel in einem privat betriebenen Laserdrome. Es gibt noch keine Sportvereine, die einen Laserdrome betreiben. Für den Spaß und den Adrenalinkick sind die zehn Euro meiner Meinung nach wirklich gut angelegt. Lasertag ist für mich der perfekte Ausgleich zum Alltag.

Spielstätten In Nürnberg gibt es verschiedene Lasertag-Arenen wie den "Actionpark" und "Snap-Lasertag".

Lasertag-Turnier Mit ihrer Mannschaft hat Jenny beim Lasertag-Turnier in Nürnberg mitgemacht und prompt gewonnen. Von dem Turnier hat Jenny ein Video gemacht.



Wikipedia Alle Hintergründe rund um Lasertag gibt es im Internet.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren