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Kultur

Kunsthalle Nürnberg feiert 50. Geburtstag

Zum 50. Geburtstag will die Kunsthalle Nürnberg einen kritischen Blick zurück wagen.
Ellen Seifermann freut sich auf die vielen Ausstellungen in der Kunsthalle zum 50. Geburtstag des zeitgenössischen Kunsttempels in diesem Jahr.  Foto: Nikolas Pelke
 
von NIKOLAS PELKE
Andere haben mit 50 ihre Midlife-Krise. Die Kunsthalle hat mit 50 noch viel vor. Ganz ohne Spuren gehen die Jahre an dem Haus für moderne Kunst selbst auch nicht vorüber. Das Dach ist seit Jahren undicht und soll im nächsten Jahr für rund zwei Millionen Euro saniert werden.

Vor der elfmonatigen Zwangspause will die Leiterin der Kunsthalle, Ellen Seifermann, einen kritischen Blick in die Vergangenheit wagen, und neue Ideen für die Zukunft entwickeln. "Wir werden mit einem frischen Blick auf unsere Geschichte schauen", kündigt Seifermann bei der Vorstellung des Jubiläumsprogrammes am Montag in Nürnberg an.

Neben der inneren Einkehr stehen Kunst-Partys auf dem Programm. Der runde Geburtstag muss schließlich gebührend gefeiert werden. Die Festivitäten zum runden Geburtstag soll nach dem Willen von Ellen Seifermann das ganze Jahr über andauern. "Moment", werden Sie sagen und richtigerweise einwenden: "Das neue Jahr hat doch schon angefangen!" Dass es keine "fette Geburtstagsparty" zum Start in das Jubiläumsjahr gibt, hat ebenfalls mit den ersten Alterserscheinungen und deren Behandlung zu tun.


Sanierung verschoben

Ursprünglich sollte die Sanierung des maroden Daches schon im Herbst beginnen. Dass im Geburtstagsjahr die Handwerker nicht anrücken, darüber ist Ellen Seifermann sichtlich erleichtert. "Ich dachte schon, dass wir ausgerechnet im Jubiläumsjahr schließen müssen." Weil es nicht so kommt, hat das Haus die Zahl der Ausstellungen im Jubiläumsjahr kurzfristig von zwei auf vier verdoppeln können.

Gefeiert wird in der Kunsthalle also zuallererst für und mit der Kunst. Die Kunsthalle habe in den vergangenen 50 Jahren in rund 400 Einzel- und Gruppenausstellungen "wichtige Tendenzen der Gegenwartskunst" vorgestellt uns sich damit "immer wieder in das überregionale zeitgenössische" Kunstgeschehen eingebracht. Dass sei nicht immer reibungslos verlaufen. Ende der 90er seien der Kunsthalle sogar Schläge auf offener Straße angedroht worden. Damals sprach die Stadt über die "Skandalausstellung" von Jason Rhoades, der die heiligen Hallen mit Pornofilmen und Straßenmüll "bespielte".


Kunsthalle will Denkanstöße geben

Seifermann ist sich sicher, dass Kunst auch heute noch die Aufgabe haben müsse, zeitgemäße Denkanstöße zu geben. "Die Kunsthalle macht sich mit 50 Jahren natürlich Gedanken, wo wir stehen", erklärt Seifermann. Man müsse sich fragen, was man für die Stadt erreicht habe und noch erreichen wollen. "Wir versuchen immer mit anderen Augen auf die Dinge zu blicken", sagt Seifermann.

Die Kunsthalle habe sich immer durch Offenheit und Qualität ausgezeichnet. "Wir fordern unsere Besucher. Wir wollen Positionen vorstellen, die das gewohnte Denken erweitern und den Geist auf die Reise schicken." Heute könne es nicht mehr allein darum gehen, Bilder an Wände zu hängen. "Künstler sind heute komplett anders drauf. Die Kommunikation steht aktuell im Vordergrund", betont Seifermann. Die Kunst wolle Konfliktstoffe bloßlegen und werde wieder politischer. Diese Entwicklungen müsse die Halle gerade anlässlich ihres 50. Geburtstages aufgreifen.

Bei jeder Ausstellung im Jubiläumsjahr 2017 will die Kunsthalle ihrer Geschichte thematisieren und gleichzeitig neue Wege in die Zukunft aufzeigen. Einen Geburtstagswunsch hat Ellen Seifermann selbstverständlich auch: "Ich wünsche mir, dass die Besucher noch mehr Zeit und Lust mitbringen, sich mit Dingen auseinanderzusetzen." Selbst wenn sie manchmal auf den ersten Blick sperrig erscheinen würden.

Informationen rund um das Haus und die Ausstellungen im Jubiläumsjahr gibt es im Internet.
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