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Immobilienpreise in Nürnberg wachsen weiter stark an

Ein Ende des Preisanstiegs auf dem Nürnberger Immobilienmarkt ist nicht in Sicht. Neue Baugebiete könnten die Preisspirale möglicherweise bremsen.
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Ein Ende des Preisanstiegs auf dem Nürnberger Immobilienmarkt ist nicht in Sicht. Neue Baugebiete könnten die Preisspirale möglicherweise bremsen. Foto: Nikolas Pelke
Ein Ende des Preisanstiegs auf dem Nürnberger Immobilienmarkt ist nicht in Sicht. Neue Baugebiete könnten die Preisspirale möglicherweise bremsen. Foto: Nikolas Pelke
Die Preise auf dem Immobilienmarkt in Nürnberg sind im vergangenen Jahr erneut auf breiter Front kräftig gestiegen. Rund 4.000 Euro pro Quadratmeter müssen beispielsweise Interessenten von neuen Eigentumswohnungen bereits berappen. In guten Lagen sind laut Immobilienbericht schon sagenhafte 5.000 Euro pro Quadratmeter fällig. Kräftig angezogen haben auch die Bodenpreise, die im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um satte zehn Prozent gestiegen sind. Im Nobelviertel Erlenstegen kostet ein Grundstück sogar schon schwindelerregende 1100 Euro pro Quadratmeter.

"Die niedrigen Hypothekenzinsen, Einwohnerzuwachs und geänderte Präferenzen von Anlegern treiben noch immer die Preise", erklärte der städtische Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) die hohen Preise für Wohnungen und Häuser, Gewerbeflächen und Grundstücke bei der Vorstellung des aktuellen Grundstücksmarktberichts für das Jahr 2016 am Mittwoch in Nürnberg. Fraas hat angesichts der hohen Preise darauf hingewiesen, dass die Stadt neue Bauflächen mobilisiere, um vor allem im Wohnungsbereich preisdämpfend zu wirken. "Mit der verstärkten Baulandmobilisierung, dem Sonderprogramm Wohnen und dem Programm ,Wohnen 2025` haben wir die richtigen Marktsteine gesetzt", betonte Fraas. Gleichzeitig räumte der Wirtschaftsreferent ein, dass weitere Anstrengungen erforderlich sind, um die galoppierenden Preise auf dem Immobilienmarkt langfristig im Zaum halten zu können.

"Bis zum Jahr 2030 brauchen wir in Nürnberg über 30.000 Wohnungen", verdeutliche Fraas den gewaltigen Wohnungsbedarf in der Frankenmetropole. Derzeit genehmige die Stadt jährlich nur rund 2.000 Wohnungen. Im Rathaus müsse man laut Fraas über weitere Maßnahmen nachdenken, damit Nürnberg diese Zielmarke von 30.000 neuen Wohnungen bis zum Jahr 2030 tatsächlich erreichen könne. "Hier brauchen wir noch gewaltige Anstrengungen", betonte Fraas und verwies insbesondere auf zehn neue Baugebiete im "Sonderprogramm Wohnen", auf denen derzeit rund 1.850 Neubauwohnungen entstehen. Davon seien die Hälfte der Wohnungen staatlich gefördert, um die Mieten je nach Einkommensgruppe bezahlbar zu machen.

Apropos Mieten: Fraas kündigte an, dass die Stadt in der nächsten Woche einen neuen Bericht über den Mietmarkt vorlegen wolle. Damit wolle man die wachsenden Preise in diesem Segment besser im Blick haben. Im Vergleich zu Metropolen wie Hamburg oder München sei die Entwicklung in Nürnberg vergleichsweise moderat.

"Ich sehe keine Blase in Nürnberg. Natürlich steigen die Preise auch bei uns. Aber das Niveau ist lange nicht so hoch wie in anderen Großstädten", betonte Fraas. "Wir müssen gerade bezahlbaren Wohnraum schaffen", forderte Fraas und appellierte an die Bundes- und Landespolitiker die preistreibenden Vorschriften für Bauherren kritisch unter die Lupe zu nehmen. Die Stadt arbeite derzeit daran, die eigenen Bauerlasse aus dem Stadtrat in einem übersichtlichen Kompendium zusammenzufassen. Außerdem versuche die Verwaltung seit einem Jahr, die Bearbeitung von Bauanfragen zu beschleunigen.

Von den hohen Preisen auf dem Immobilienmarkt seien besonders Familien betroffen. "Der Traum von Eigenheim muss im Stadtgebiet auch für junge Häuslebauer bezahlbar bleiben", forderte Fraas. Die Preise für Doppelhaushälften sind vom allgemeinen Preisanstieg freilich nicht verschont geblieben. Neue Reihenhäuser kosten in Nürnberg derzeit zwischen 470 und 640.000 Euro. "Wir müssen noch mehr tun", forderte Fraas im Hinblick auf die hohen Preise auf dem Immobilienmarkt. Die Experten in Nürnberg sind sich sicher, dass ein Ende der Preisspirale im laufenden Jahr noch nicht in Sicht ist.

Kaufverträge: Genau 5.387 Kaufverträge wurden 2016 in Nürnberg unterzeichnet.
Umsatz: Der Umsatz aus allen Immobilienverkäufen ist im Jahr 2016 um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,4 Milliarden Euro in die Höhe geschnellt und hat damit einen neuen Rekordwert erreicht.
Grundstücke: Die höchsten Grundstückspreise werden im Zentrum der Altstadt erzielt. Den Spitzenwert erzielten Grundstücke in der Breiten Gasse und in der Pfannenschmiedsgasse mit bis zu 13.000 Euro pro Quadratmeter.
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