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Angehörige der NSU-Opfer besuchen Tatorte in Nürnberg

Ein gutes Dutzend Angehörige von Opfern des NSU-Trios hat am Montag in Nürnberg die drei früheren Tatorte in der Stadt besucht.
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Aktenordner zum NSU-Fall stehen am 16.09.2014 in einem Regal im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in München. Foto: Andreas Gebert/dpa
Aktenordner zum NSU-Fall stehen am 16.09.2014 in einem Regal im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in München. Foto: Andreas Gebert/dpa
Eine vom örtlichen Menschenrechtsbüro organisierte Bustour führte die Angehörigen zunächst zu der früheren Änderungsschneiderei, wo Abdurrahim Özüdogru am 14. Juni 2001 kaltblütig erschossen worden war. Die Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mair berichtete, frühere Nazi-Aufkleber am Haus ließen vermuten, dass Özüdogru schon einige Zeit vor der Tat im Visier von Neonazis gestanden hatte.

Später besuchten die Angehörigen auch Tatorte im Osten und am südlichen Stadtrand, wo 2005 der Imbissstand-Betreiber Ismail Yasar und fünf Jahre zuvor der Blumenhändler Enver Simsek umgebracht worden waren. Begleitet wurden die Hinterbliebenen von der Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer und Hinterbliebenen der NSU-Verbrechen, Barbara John.

Semiya Simsek räumte ein, dass es ihr und ihrer Familie nicht leicht falle, noch einmal den Ort zu aufzusuchen, wo ihr Vater vor 15 Jahren Opfer eines brutalen Verbrechens wurde. "Wir möchten aber als Gruppe der Angehörigen und als Familie ein Zeichen setzen, dass wir das nicht einfach abhaken, nicht vergessen. Das können wir gar nicht abhaken", sagte sie. Ähnliche Reisen hatten die Angehörigen zuvor nach Rostock, München, Hamburg und Dortmund geführt, wo ebenfalls ausländische Kleingewerbetreibende mutmaßlich vom NSU-Trio ermordet worden waren.
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