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Psychoterror

Nach Hetze gegen BRK Neustadt/Aisch: Facebook-Seite nicht mehr online

Seit Monaten werden BRK-Mitarbeiter im Internet massiv angegangen. Warum die Seite jetzt nicht mehr erreichbar ist, darüber kann nur spekuliert werden.
Gegen das BRK in Neustadt Aisch wird immer wieder gehetzt. Symbolbild: Michael Will BRK
 
von CHRISTIAN PACK
Seit Wochen waren Mitarbeiter des Kreisverbandes Neustadt/Aisch-Bad Windsheim auf der Facebook-Seite "BRK NEA Intern" massiv beleidigt und diffamiert worden. Trotz intensiver Ermittlungen konnte der oder die Täter bisher nicht gefasst werden. Seit Dienstag Abend gibt es zumindest einen Teilerfolg: Die Hetz-Seite ist auf Facebook nicht mehr erreichbar. Warum, darüber kann nur spekuliert werden. "Ob es Facebook war oder der Betreiber, weiß ich nicht. Ich gehe aber davon aus, dass es leider bald wieder Angriffe auf einer neuen Seite gibt", sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Ralph Engelbrecht.

Engelbrecht hatte am Dienstag Abend mit Facebook wegen eines weiteren fiesen Eintrags schriftlich kommuniziert. "Es gab die übliche Antwort: Aus Datenschutzgründen kann die Seite nicht gelöscht werden." Kurz darauf war "BRK NEA Intern" dann aber doch nicht mehr erreichbar. "Das war überraschend. Vielleicht kehrt jetzt kurzzeitig ein wenig Ruhe ein."


Mitarbeiter massiv angegangen

Zu Beginn dieser Woche hatte der Betreiber der Seite erneut einen bestimmten Mitarbeiter öffentlich an den Pranger gestellt. Er veröffentlichte nicht nur ein Foto und den Namen des Betroffenen, sondern erhob darüber hinaus schwere Vorwürfe. Unter anderem sei der Mann bei zwei Arbeitgebern rausgeflogen, "weil er seine Finger nicht von den Kolleginnen lassen konnte". Auch in Neustadt/Aisch habe er sich "eine Praktikantin geschnappt".

Viel gravierender sei aber, dass der Mitarbeiter "psychisch krank" sei. Seine Stimmungsschwankungen seien berüchtigt. "Wenn er schlecht drauf ist wirft er schon mal einen Bürostuhl auf die Wand oder geht auf Kollegen los", behauptete der Unbekannte. Viele Kollegen hätten Angst, dass er "einfach mal den Rettungswagen gegen den Baum fährt wenn es ihn die Stimmen in seinen Kopf sagen". So ein Mensch gehöre nicht in den Rettungsdienst, sondern in die Psychiatrie.

Ralph Engelbrecht hatte natürlich auch diesen Eintrag gelesen. "Der Mitarbeiter war leider schon öfter im Fokus." Auch er selber war in den Tagen zuvor wieder Ziel der Angriffe geworden. Der Unbekannte hatte einen gefälschten Brief veröffentlicht. In dem Schreiben, fälschlicherweise unterzeichnet mit dem Namen Ralph Engelbrecht, wurde darüber informiert, dass der BRK-Kreisverband beantragt habe, den Standort Uffenheim (Landkreis Neustadt/Aisch) zum 31. März zu schließen. "Eine Falschmeldung", betont der BRK-Kreisgeschäftsführer.


Seit zwei Jahren Psychoterror

Oberstaatsanwalt Matthias Huber von der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg erklärte auf Anfrage von inFranken.de: "Die Mitarbeiter der Zentralstelle Cybercrime Bayern stehen mit Facebook von Anfang an eng in Kontakt. Ob diese Zusammenarbeit zur Löschung der Seite geführt hat, kann ich leider nicht sagen. Hierzu könnte nur Facebook direkt Auskunft erteilen." Unabhängig davon werde gegen Unbekannt wegen versuchter Erpressung, Verleumdung und Beleidigung ermittelt. Und Huber macht keinen Hehl daraus, dass man den oder die Täter lieber heute als Morgen ausfindig machen würde. "Damit Ruhe einkehrt."

Die Ermittlungen gestalten sich allerdings recht kompliziert. Der Unbekannte hatte die Seite "BRK NEA intern" mit falschen Daten gespeist. Für neue Einträge nutzte er einen verschlüsselten Anonymisierungsdienst. Dementsprechend könne man die IP-Adresse auch nicht ermitteln, so Huber.


Facebook: Einzelfälle können nicht kommentiert werden


Auf Anfrage heißt es von "APCO Worldwide" - einer PR-Agentur die Facebook bei der Kommunikation in Deutschland unterstützt -, dass Seiten bei Verstößen gegen die Facebook-Richtlinien gesperrt werden können. Allerdings könne man keine Auskunft darüber geben, ob Facebook für das Ende von "BRK NEA Intern" verantwortlich ist. "Aufgrund von Datenschutzregulierungen kann Facebook Einzelfälle nicht kommentieren", so eine Sprecherin. Facebook würde aber generell Inhalte entfernen, "mit denen absichtlich Privatpersonen getroffen werden sollen, um diese herabzuwürdigen oder zu beschämen", unter anderem "geteilte persönliche Daten, um Personen zu erpressen oder zu belästigen".

Seit zwei Jahren wird der BRK-Kreisverband Neustadt/Aisch-Bad Windsheim von dem Unbekannten mit Falschmeldungen und Verleumdungen belästigt. Neben regelmäßigen Beschimpfungen per E-Mail wurden in der Vergangenheit auch schon im Namen der Angestellten gefälschte Bestellungen, Kreditverträge und Reisebuchungen getätigt. Auf Facebook legt der Täter immer wieder neue Profile an. Die letzte Seite mit dem Namen "BRK NEA Intern" suggerierte fälschlicherweise, dass es sich um eine offizielle Seite des Bayerischen Roten Kreuzes handelt.
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