Sommerserie

Infranken trifft: Von Störchen und Kren in Uehlfeld

Der Pfeil trifft ein Feld am Ortsrand der Marktgemeinde. Zwischen Teichen und den Ausläufern eines Naturparks findet man hier vor allen Dingen Störche.
Gehören in Uehlfeld zum Ortsbild: die vielen Storchfamilien
 
von CHRISTIAN PACK
Wer die Ortseinfahrt von Uehlfeld passiert, ahnt bereits, was die mittelfränkische Marktgemeinde so besonders macht. Auf einem Willkommensschild ist zu lesen: "Hier begrüßen Sie die meisten Störche Bayerns." Ein paar Meter weiter folgt noch ein Warnschild: "Störche im Tiefflug."

Und tatsächlich: In Uehlfeld gehören Störche zum Ortsbild. In mehreren Horsten auf Kirche und Häusern kümmern sich die Eltern in der Sonne um ihre Jungen. Und immer wieder kreisen sie über den Dächern des beschaulichen Örtchens im Landkreis Neustadt/Aisch.


Die Suche nach dem perfekten Fotomotiv

Der Reporter blickt fasziniert gen Himmel und kehrt auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv in einen Kiosk ein. Der Besitzer berichtet, dass wenige Storchenpaare sogar hier überwintern und von einem Einheimischen von seinem Dach aus gefüttert werden. "Das wäre doch ein gutes Fotomotiv." Seine Kunden müssen vorerst warten, spontan schnappt er sich das Telefon, um dem Reporter den Schnappschuss zu ermöglichen. Leider nimmt niemand ab. Also weiter auf eigene Faust.

Vor der evangelischen Jakobus-Kirche treffe ich auf eine ältere Dame, die die Vögel beim Fliegen beobachtet. Als ich die Kamera zücke, spricht sie mich an. "Ein guter Platz hier", weiß die Rentnerin, die seit ihrer Kindheit in der kleinen Marktgemeinde lebt, die weitaus mehr zu bieten habe. "Sie müssen auch mal raus aus Uehlfeld. Wunderschön, die Gegend."


Ein Wasser auf dem Kellerberg

Gesagt, getan. Bei einem Abstecher über Voggendorf in Richtung Gottesgab wird dem Reporter ein wahres Naturschauspiel geboten: Weiher, Wiesen, Wälder, Störche, Schwäne, Silberreiher. Auf dem Rückweg lege ich bei herrlichem Sommerwetter einen Zwischenstopp im Voggendorfer Kellerberg ein. Was für ein Ausblick!
Inhaberin Elise "Elis" Prechtel ist gerade damit beschäftigt, die Tische und Bänke für ihre Gäste herzurichten. Eigentlich hat der Biergarten noch nicht geöffnet. Für den schwitzenden Gast macht sie aber eine Ausnahme und serviert ein kühles Sprudelwasser. "Sie sollen mir doch nicht verdursten."


Meerrettich in die ganze Welt

Zum Ende meiner Tour schaue ich mich noch mal genauer in der Nähe meines "Treffers", einem Feld am Ortsrand von Uehlfeld, um. Zufällig begegne ich Josef Lutz, dem Geschäftsführer der gleichnamigen Meerrettichfabrik. Der Chef ist im Stress, eine Lieferung "Kren" muss noch vorbereitet werden. Manch Angestellter ist im Urlaub, und jetzt muckt auch noch die Maschine. Eine Zigarettenpause ist trotzdem drin. "Eigentlich dürfte ich nicht arbeiten. Ich war heute beim Arzt. Die Bandscheibe."

Da kommt die Pause gerade recht. Lutz erinnert sich: Dass er irgendwann die Firma seiner Eltern übernimmt, war abzusehen. "Ich bin schon als kleiner Bub auf den Feldern herumgekrabbelt." Trotzdem wollte er als Teenager eigentlich einen technischen Beruf ergreifen. Als der Vater anklopft, entscheidet er sich um. "Ich dachte: Pfeif' auf die Schule", sagt Lutz und lacht. Nach Uehlfeld kam das Familienunternehmen 1988.

Das soll auch so bleiben. Es ist geplant, dass eine der drei Töchter die Firma übernimmt. Allerdings könnte das noch etwas dauern: Lutz, Jahrgang 1954, denkt nicht ans Aufhören, Rücken hin, Rücken her. "Gearbeitet wird bis zum Schluss."

zum Thema "inFranken-trifft"

Newsletter kostenlos abonnieren





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.