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US-Militär

1700 US-Soldaten nach Illesheim bei Bad Windsheim

Um bis zu 2000 Mann will die US-Army in Franken aufstocken. Nun scheint klar, dass der Löwenanteil in der Nähe von Bad Windsheim stationiert wird.
Die Helikoptereinheit, die bislang in Illesheim stationiert ist, soll erhebliche Verstärkung bekommen. Foto: Fotolia
 
von NIKOLAS PELKE
Auch als Minister für Landwirtschaft ist Christian Schmidt (CSU) nach wie vor in der Verteidigungspolitik zuhause. Sogar der Wahlkreis des Vorsitzenden der Transatlantischen Gesellschaft liegt in direkter Nachbarschaft zu den beiden US-Kasernen in Franken, die 2000 zusätzliche Soldaten bekommen sollen. Im Gespräch mit dieser Zeitung hat der Bundeslandwirtschaftsminister aus Obernzenn nun das Geheimnis gelüftet.

Demnach verlegen die USA den Großteil des neuen Truppenkontingents nach Illesheim bei Bad Windsheim. Dort sollen laut Schmidt rund 1700 Soldaten stationiert werden. Lediglich rund 100 zusätzliche Soldaten sollen in die US-Kaserne nach Ansbach-Katterbach entsendet werden.


Die US-Army in Ansbach wollte die Zahlen nicht kommentieren

Auf Nachfrage wollte die US-Army in Ansbach die Zahlen nicht kommentieren. Connie Summers, eine Sprecherin der US-Army in Ansbach, erklärte sich für nicht zuständig. Ein Sprecher der dort stationierten 12. Heeresflieger-Brigade war telefonisch bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Ob bei der Entscheidung der Amerikaner die Akzeptanz der Bevölkerung berücksichtigt worden ist, ist fraglich.

Besonders in Ansbach hat sich eine Bürgerinitiative gegen die angekündigte Truppenerhöhung gewehrt. Dort gibt es seit Jahren viel Kritik an der US-Kaserne. Die dortige Bürgerinitiative "Etz langt's" hat wenig überraschend auch die geplante Truppenverstärkung wegen einer befürchteten "massiven Mehrbelastung für die Bevölkerung durch Fluglärm und Abgase" umgehend kritisiert.

In Illesheim freut man sich offensichtlich über die Pläne der US-Army. "Bei uns ist die Bevölkerung nicht so negativ eingestellt wie in Ansbach. Unsere Bürger wissen, dass der US-Standort ein großer Wirtschaftsfaktor für unsere Gemeinde ist", sagte Bürgermeister Heinrich Förster (Freie Bürger) am Mittwoch im Hinblick auf die erhöhte Kaufkraft und zusätzliche Schlüsselzuweisungen.


Eine Symbiose

Seit dem Kriegsende vor 70 Jahren würde Illesheim "gut von und mit den Amerikanern" leben. Derzeit sei eine Helikopter-Einheit mit rund 450 US-Soldaten in der ehemaligen Kaserne der Wehrmacht stationiert. Seitdem Präsident Barack Obama das Prinzip der rotierenden Einheiten in Übersee eingeführt hat, wohnen in Illesheim keine Familien mehr. Dadurch seien die sozialen Kontakte praktisch verschwunden.

Aktuell stünden auf dem Kasernengelände zahlreiche Häuser leer. Regelmäßig geöffnet habe im Ort nur eine Pizzeria. Wohl auch deshalb sieht der Bürgermeister der massiven Truppenerhöhung gelassen entgegen. "Ich fahre lieber an einer beleuchteten als an einer dunklen Kaserne vorbei." Die meiste Zeit seien die zusätzlichen Soldaten mit ihren rotierenden Einheiten sowieso auf Truppenübungsplätzen in Osteuropa unterwegs, ist sich der Bürgermeister sicher.

Hintergrund der geplanten Truppenverstärkung der US-Streitkräfte ist der Plan der Nato, an der Ostflanke des Verteidigungsbündnisses mehr Präsenz zu zeigen. Beim Gipfeltreffen in Warschau im Sommer hat die Allianz beschlossen, vier rotierende Bataillone nach Polen und ins Baltikum zu entsenden.
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